Adlerbogen auf dem Moltkefelsen bei Dannenfels

Der Adlerbogen ist ein stählerner Triumphbogen an der Ostflanke des Donnersberges auf dem 545 Meter über NN hohen Moltkefelsen, an einem Waldweg südwestlich von Dannenfels gelegen. Etwa 30 Meter über der Talsohle ist zwischen zwei Felszacken des Moltkefelsens ein 12,50 Meter langer Stahlbogen gespannt, gekrönt von einem gusseisernen Adler.

Geschichte

Bereits 1875 beschloss der Pfälzische Verschönerungsverein, ein Jahr nach seiner Gründung, einen Triumphbogen, auf dem ein Adler angebracht werden sollte, zu errichten. Das Vorhaben wurde schließlich 1880 umgesetzt. Der Adlerbogen wurde zu Ehren von Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) und der Leistungen des Generalfeldmarschalls Graf Helmuth von Moltke (1800-1891) im Zusammenhang mit der Reichsgründung und der Sicherung der Pfalzgrenzen im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) errichtet.

Nach der deutschen Reichsgründung im Jahr 1871 entstanden zahlreiche Denkmäler. Meistens handelte es sich dabei um protzige, monumentale Bauten. Der in der Natur aufgespannte Dannenfelser Adlerbogen erscheint demgegenüber geradezu filigran. Er erinnert an die Wertschätzung der Landschaft und der Natur in Zeiten der Technisierung und Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Wanderlust rückte wieder mehr in den Fokus: Aussichtspunkte wurden Ziele einer Wanderung.

Objektbeschreibung

Die Stahlrippen des Adlerbogens sind dreißig Meter über dem Grund zwischen zwei Felsen des Moltkefelsens gespannt. Bei dem 12,50 Meter langen Bogen aus Stahl handelte es sich seinerzeit um eine Meisterleistung der Ingenieurkunst, geschaffen durch August Freiherr Schilling von Canstatt. Der „Triumphbogen“ wird an seinem Scheitel mit einem vergoldeten Adler gekrönt, als Symbol für den Reichsadler. Im Bogen findet sich die Inschrift: „Erst waegen, dann wagen“. Vom Wanderweg oberhalb des Adlerbogens bietet sich eine ausgezeichnete Fernsicht in Richtung Osten über die gesamte Rheinebene bis hin zum Odenwald.

An den Enden des Adlerbogens standen zur Erinnerung ursprünglich beidseitig zwei 1,20 Meter hohe Standbilder des Generalfeldmarschalls von Moltke und des Reichskanzlers von Bismarck. Im Jahr 1945, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde dem Adler von Alliierten der Kopf abgeschossen. In den darauffolgenden Jahren wurde das Bismarck-Standbild durchlöchert und geköpft, das Moltke-Standbild verschwand völlig. Erst 1981 wurde der Adler restauriert und mit Hilfe eines Hubschraubers angeliefert und wieder mittig auf dem Adlerbogen montiert.

Renovierung und Erhaltung

Im Laufe der Jahre rostete der Bogen, das Gefieder des Adlers wurde rissig und die Fundamente der Verankerung im Boden mussten verstärkt werden. Dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer, Geldspenden in einer Höhe von 8000 Euro sowie das kostenlose Gießen der neuen Figuren, die den Adlerbogen flankieren, konnte der Adlerbogen in den Jahren 2015 und 2016 renoviert werden. Besonders Hermann Braun und Wilfried Gabelmann, der früher zuständig für die Reparatur von Hochspannungsmasten war, machten sich dabei verdient. Unter anderem musste eine zehn Meter lange Gerüstbrücke errichtet werden sowie eine Seilbahn zum Transport von Baumaterialien.

Die beiden Statuen von Reichkanzler Bismarck und Generalfeldmarschall Graf Moltke wurden von Bildhauer und Motorsägen-Künstler Ricardo Villacis aus Ecuador hergestellt. Die beiden originalgetreuen Kopien der Figuren schnitze er direkt vor Ort aus einem Eichenstamm mit 1,40 Meter Durchmesser. Danach wurden die Figuren kostenlos durch die Hegergusswerke in Enkenbach-Alsenborn gegossen und mit Hilfe eines Hubschraubers an ihren Bestimmungsort transportiert.

Am 18. Juni 2016 fand das Einweihungsfest des restaurierten Adlerbogens statt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Adlerbogen liegt an einem Waldweg auf dem Donnersberg in der Nähe von Dannenfels und ist nur zu Fuß über diverse Wanderwege erreichbar. Der Parkplatz an der „Keltenhütte“ am Donnersberg ist bereits im Umkreis auf den Bundes- und Landesstraßen ausgeschildert.

Literaturverzeichnis

keine Literaturangaben

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 37“ 15′ N, 7° 56“ 28′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1880

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  • Literaturverzeichnis

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