Ritterstein „Ehem. Eisenerzgrube“

Alternative Bezeichnungen: Ritterstein Nr. 196

Der Ritterstein „Ehem. Eisenerzgrube“ (Ritterstein Nr. 196) befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Ritterstein Nr. 22 und zum Forsthaus Erzgrube. Der Standort liegt nahe der Landstraße zwischen Niederschlettenbach und Bundenthal, unweit der Abzeigung nach Nothweiler.

Thematische Einordnung

„Ehem. Eisenerzgrube“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Industrien im Pfälzerwald“ (systematisiert nach: Eitelmann, 2005). Rittersteine aus dieser Kategorie erinnern an eine ehemalige Ortsbenennung eines Gewerbezweiges. Auf Grund des Waldreichtums und des ausreichenden Wasservorkommens entstanden sie vor allem in Tälern Mahlmühlen, Sägemühlen oder Papierfabriken im Pfälzerwald. Aber auch der Reichtum an Bodenschätzen, wie Silber, Blei, Kupfer oder Eisen ermöglichten die Ansiedlung von Erzhütten, Schmelzen, Hammerwerken oder Schmiede. Heute sind nur noch verfallene Stolleneingänge, bemooste Schutthalden oder einzelne Erzbrocken im Wald zu finden.

 

Spezifische Einordnung

Der Bremmelberg wurde insgesamt von drei Stollen unterfahren. Der Ritterstein Nr. 196 „Ehem. Eisenerzgrube“ weist auf den zweiten Stollen, nördlich des ehemaligen Forsthauses, hin. Dieser Stollen ist nur als kleines Mundloch in Sichtentfernung vom Ritterstein erkennbar. Ein Ritterstein mit gleichem Hintergrund in direkter Umgebung ist Ritterstein Nr. 22. „Glückauf L. v. G. 1835“, der sich am Eingang des unteren Stollen befindet.

1835 kaufte Ludwig Freiherr von Gienanth (1767-1848) mehrere Eisenhüttenwerke im Südwesten der Pfalz vom bayerischen Staat, darunter auch die Eisenerzgrube in Niederschlettenbach. Diese befand sich nördlich vom Forsthaus unter dem Staatswalddistrikt „Bremmelsberg“. Zu jener Zeit befand sich in der Nähe der Grube neben dem heutigen Forsthaus auch ein Erzwaschhaus, das heute nicht mehr erhalten ist. Im Jahr 1840 ließ Freiherr von Gienanth neben der Erzgrube an der Straße zwischen Niederschlettenbach und Bundenthal ein Wohnhaus für den Steiger der Erzgrube errichten. Nicht lange danach begann mit Gienanths Tod 1848 der Niedergang des Erzbergbaus in der Region. Ökonomischere Verhüttungsverfahren und eine fehlende Schienennetzanbindung bedeuteten den Niedergang der Erzgewinnung im Südwesten der Pfalz. 1871 erwarb die bayerische Staatsforstverwaltung das Steigerhaus, um es als Forsthaus zu nutzen (LGB, 2005).

In dem Artikel „Rittersteine im Pfälzerwald“ erfährst du mehr über die Systematik, Verbreitung und Historie der Rittersteine!

Literaturverzeichnis

  • Eitelmann, Walter / Pfälzerwald-Verein e.V. (Hrsg.)Eitelmann, Walter / Pfälzerwald-Verein e.V. (Hrsg.) (2005). Rittersteine im Pfälzerwald. Gedenksteine und Inschriften - Eine steinerne Geschichtsschreibung (5. Auflage). Neustadt/Weinstraße.
  • Walling, Hans / Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2005). Der Erzbergbau in der Pfalz von seinen Anfängen bis zu seinem Ende. Mainz.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 5“ 18′ N, 7° 49“ 57′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Unbekannt

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