Ritterstein „Biedenbacherwoog“

Alternative Bezeichnungen: Ritterstein Nr. 156

Der Ritterstein „Biedenbacherwoog“ (Ritterstein Nr. 156) befindet sich im Leinbachtal, etwa drei Kilometer vor der Einmündung in das Hochspeyerbachtal. Er liegt südlich der Forststraße zwischen Frankenstein und Waldleiningen, etwa zwei Kilometer westlich der Bordmühle am Leinbach.

Thematische Einordnung

„Biedenbacherwoog“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Holzwirtschaft und Holzflößerei“. Mit den Rittersteinen aus dieser Kategorie soll an das untergegangene Gewerbe der Holzwirtschaft und Holzflößerei im Pfälzerwald erinnert werden. 1906 wurde der Triftbetrieb eingestellt. Lediglich Klausen, Wooge und ausgebaute Bachläufe sind in ihrer Form erhalten geblieben.

Ende des 17. Jahrhunderts kamen zahlreiche Holländer in den Pfälzerwald, um besonders große Baumstämme für den Schiffsbau zu erwerben. Aus diesem Grund kam es etwa zu Bezeichnungen wie Holländerschlag, -bäume, -holz, -weg oder –fahrer.

Spezifische Einordnung

Der Ritterstein markiert den Biedenbacher Woog, einer der insgesamt fünf Klausen des Leinbachs. Früher wurde dieser auch als Finsterthaler Woog bezeichnet. Die Inschrift des Rittersteins ist am Wehr zu finden.

Eine Klause wird in der Westpfalz auch als Woog bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen künstlich angelegten Stausee mit stark gemauerten Dämmen und Ausflussöffnungen, der dem Holztransport mittels Holztrift diente. Die hier getrifteten Holzstämme hatten eine Länge zwischen einem Meter und 1,75 Metern und fanden vor allem als Brennholz Verwendung.

Das Trifthandwerk im Leinbachtal entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Ab dem Jahr 1816 wurde die Pfalz von Bayern regiert und seitdem stand mehr Geld zur Verfügung. So konnte der Leinbach für die Holztrift nutzbar gemacht werden, indem die Bäche des Pfälzerwaldes begradigt und ausgebaut wurden. Die Wooge dienten dem Speichern und der Abgabe des Wassers, wenn der Bach nicht ausreichend Wasser führte. Das Holz aus dem Leinbachtal wurde bis in den Rhein getriftet, wo es von den Holzknechten wieder herausgehoben wurde. Von dort wurde es weiter nach Neustadt an der Weinstraße, Schifferstadt, Haßloch und Speyer zu den Holzöfen transportiert. Getriftet wurde am Biedenbacher Woog nur im März und April, da so Wiesenschäden vermieden werden sollten und der Leinbach in diesem Zeitraum am meisten Wasser führte.

Der Biedenbacherwoog ist einer der am besten in seiner ursprünglichen Form erhaltenen Wooge im Leinbachtal. Einmal im Jahr wird hier das Triftfest gefeiert, bei dem Triftvorführungen gezeigt werden, um so einmal im Jahr an die traditionelle Arbeitsweise zu erinnern.

In dem Artikel „Rittersteine im Pfälzerwald“ erfährst du mehr über die Systematik, Verbreitung und Historie der Rittersteine!

Literaturverzeichnis

  • Eitelmann, Walter / Pfälzerwald-Verein e.V. (Hrsg.) (2005). Rittersteine im Pfälzerwald. Gedenksteine und Inschriften - Eine steinerne Geschichtsschreibung (5. Auflage). Neustadt a.d. Weinstraße.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 25“ 35′ N, 7° 57“ 21′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    nach 1910

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