Ritterstein „Eisenschmelze“

Alternative Bezeichnungen: Ritterstein Nr. 125

Der Ritterstein „Eisenschmelze“ (Ritterstein Nr. 125) befindet sich im unteren Karlstal an der Eckmauer bei der Straßeneinmündung von Stelzenberg ins Karlstal. Er liegt zwischen dem Aspeneck und dem Finsterbrunnerwald.

Thematische Einordnung

„Eisenschmelze“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Industrien im Pfälzerwald“. Rittersteine aus dieser Kategorie erinnern an eine ehemalige Ortsbenennung eines Gewerbezweiges. Auf Grund des Waldreichtums und des ausreichenden Wasservorkommens siedelten sich vor allem vor allem in Tälern Mahlmühlen, Sägemühlen oder Papierfabriken im Pfälzerwald an. Aber auch der Reichtum an Bodenschätzen, wie Silber, Blei, Kupfer oder Eisen ermöglichten die Ansiedlung von Erzhütten, Schmelzen, Hammerwerken oder Schmiede. Heute sind nur noch verfallene Stolleneingänge, bemooste Schutthalden oder einzelne Erzbrocken im Wald zu finden.

Spezifische Einordnung

An dieser Stelle stand einst die Eisenschmelze der Hüttenwerke im Karlstal. Freiherr Ludwig Anton von Hacke (1682-1752), der erste Oberjägermeister, ließ im Jahr 1720 im Aschbachertal nördlich von Stelzenberg eine Eisenschmelze errichten, welche „Alte Schmelz“ genannt wurde. Vermutlich wurde bereits 1728 die Eisenschmelze in das damals genannte Wüstetal – heute Karlstal – verlegt. Theoretisch hätte diese umgelegte Schmelz nun „Neue Schmelz“ heißen müssen, doch wurde sie fälschlicherweise Trippstadter Schmelz genannt, obwohl sie sich in der Gemarkung Stelzenberg befand.

Die Moosalbe hat eine verhältnismäßig geringe Wasserkraft, weshalb sich die Eisenwerke entlang des Bachlaufes befanden und somit ein oberer, mittlerer und unterer Hammer sowie die Eisenschmelze und ein Walzwerk entstanden. Die für die Eisenherstellung benötigten Erze kamen anfänglich aus den Reichswaldgruben und der Grube bei Siegelbach. Später wurden die Erze auch aus dem Langental bei Imsbach und ab 1814 aus Rheinhessen ins Karlstal transportiert.

1760 wurden die Walzwerke durch die Familie Hacke an die Familie Gienanth verpachtet und 1804 zusammen mit den umliegenden Waldgebieten an jene Familie verkauft.

Die Eisenindustrie kam um 1800 zu ihrer großen Blütezeit. Kurz darauf unterlag sie allerdings einem enormen Strukturwandel, welcher dazu führte, dass im Jahr 1865 die Werke im Karlstal stillgelegt werden mussten. Grund dafür war, dass die Eisenherstellung nun nicht mehr auf Holzkohle basierte, sondern ausgehend von England auf Steinkohle umgestellt wurde. Durch fehlende Transportwege in die abgelegenen Täler der Pfalz sowie der nur niedrigen Wasserkraft wurden die meisten Eisenhüttenwerke, die auf Holzkohle ausgerichtet waren, geschlossen.

(Raphaela Maertens und Sonja Kasprick, ZukunftsRegion Westpfalz, 2020)

Literaturverzeichnis

  • Eitelmann, W. (2005). Rittersteine im Pfälzerwald – Gedenksteine und Inschriften. Neustadt a. d. W..

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 22“ 8′ N, 7° 43“ 33′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    um 1910

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