Baubeschreibung
Die Protestantische Kirche besteht aus zwei Bauteilen: einem Überrest der mittelalterlichen Kirche, dem gotischen Turm und dem frühklassizistischen Schiff.
Aus dem 14. Jahrhundert blieb nach dem Abbruch des baufällig gewordenen Schiffes Ende des 18. Jahrhunderts vom Vorgebäude nur der 56m hohe Chorturm erhalten. Der aus fünf unterschiedlich hohen Geschossen bestehende Turm schloss ursprünglich mit einem Zinnenkranz und einem Spitzhelm ab, was auf einen als Wehrkirche konzipierten Bau schließen lässt. Ähnliche Wehrtürme sind bei den Kirchen in Rodenbach, Kleinbockenheim, Alsenz, Rehborn und Finkenbach zu finden. Laut der Inschrift im Dachgebälk wurde der heute zu sehende Kuppelhelm mit Laternen während des Um- und Neubaus im Jahre 1758 aufgesetzt.
Im Erdgeschoss an den äußeren Mauern sind die Reste spätgotischer Anbauten, es ist ein Sakristei zu erkennen. Als Zeichen des Kloster Rosenthal mit dem Göllheim im Mittelalter in enger Beziehung war im Erdgeschoss südlich über dem Spitzbogenfenster eine steinerne Rose angebracht.
Im Turmuntergeschoss befindet sich ein Sakramentshäuschen aus dem 14. Jahrhundert das noch die originalen schmiedeeisernen Gitter hat, im Gewölbe ein Schlussstein mit der Darstellung des Lamm Gottes.
Vom Kirchenschiff aus dem Mittelalter ist jedoch nichts mehr erhalten. An der selben Stelle steht heute ein querrechteckiger Saalbau aus dem Jahr 1765. Das zweistöckige Gebäude ist mit einem Walmdach versehen. Im Westen befindet sich ein Mittelrisalit mit Giebel, im Norden und Süden befindet sich jeweils ein Portal. Im inneren befindet sich eine umlaufende Empore an der Nord-, West- und Südseite. Die, die Empore tragenden Säulen wirkten ursprünglich sehr rustikal und wurden nachträglich mit Holz ummantelt und erscheinen heute im Stil dorischer Säulen. An der zur Turm zeigenden Wand sind typisch für die evangelische Architektur der Altar, Kanzel und Orgel übereinander angeordnet.
An den Altar-Kanzel-Orgel-Aufbau grenzen zwei hölzerne Palmen die als Besonderheit gelten. Als Architekten werden die nassauischen Baumeister Friedrich Joachim Stengel oder Julius Ludwig Rothweil vermutet, jedoch ist in einer Aktennotiz Johann Friedrich von Stell genannt.
Geschichte
Seit 1248 erhielt das Kloster Rosenthal den Zehnt von Göllheim und hatte damit das Kirchenpatronatsrecht. Um 1530 wurde die Pfarrei lutherisch.
Lage
Das markante Gebäude steht im ehemalige Zentrum von Göllheim, umgeben von mehreren alten Wohnhäusern, dem alten Rathaus von 1786 das heute als evangelische Gemeindehaus genutzt wird und dem alten Marktplatz.



