Geschichte
In Neunkirchen am Potzberg ist bereits seit 1498 eine Kapelle urkundlich überliefert, die zur Pfarrei Deinsberg gehörte und der Gottesmutter Maria geweiht war. Nachdem die Reformation eingeführt wurde, löste man Neunkirchen im Jahr 1567 aus dem alten Pfarrverband und eine selbstständige evangelische Pfarrstelle wurde eingerichtet. In Folge der Zerstörung des Dorfs und der Kirche während des Dreißigjährigen Krieges gab es ab 1630 keinen Pfarrer mehr.
Fast 70 Jahre dauerte es, bis im Jahr 1698 der Bau einer neuen Kirche durch Pfalzgraf Leopold Ludwig von Veldenz (1625-1694) erfolgte. Das Gotteshaus wurde nach der Union 1818 erneuert und vergrößert. Die Kirche wurde nach Plänen von Paul Denis (1795-1872) umgebaut, der damals Ingenieur der Bauinspektion Kaiserslautern war. Im Oktober 2011 gab es eine Strukturreform, in deren Zuge die Protestantische Pfarrei am Potzberg gegründet wurde. Diese vereinte die eingeständigen Kirchengemeinden Gimsbach, Mühlbach und Neunkirchen am Potzberg.
Objektbeschreibung
Das Gotteshaus zeigt eine enge Verwandtschaft mit den in der Region befindlichen barocken Saalkirchen. Es handelt sich um einen einfachen Putzbau mit Rundbogenfenstern, der ein im Westen abgewalmtes Satteldach trägt. Über der Fassade befindet sich ein verschieferter, quadratischer Dachreiter mit pyramidenförmigem Dach.
Der Innenraum der Kirche ist mit einer Voutendecke gerade geschlossen. Im Osten des Raumes steht die barocke Orgelempore über vier gedrechselten Pfeilern, die aus der alten lutherischen Kirche übernommen wurde. Auf der Empore steht die dazugehörige Orgel von 1784. Die Kanzel befindet sich an der Westwand vor dem ehemals bunt verglasten Doppelfenster. In der Lünette über dem Eingang sind heute Reste dieser Verglasung zu finden.
Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Die Kirche befindet sich im südlichen Bereich der Gemeinde Neunkirchen auf der Spitze des Geländesporns. Sie ist umgeben von dem 1854 aufgelassenen, ehemaligen Friedhof, der von einer runden Substruktionsmauer umkreist wird. Die Mauer sichert das mit der Straße verglichene höhere Bodenniveau, das durch die Bestattung der Toten im Laufe der Jahrhunderte entstanden war. Zum Friedhof gelangt man über eine überdachte Toranlage. Das Sandsteinportal wurde inzwischen erneuert und trägt im Schlussstein eine Rosette und einen Totenkopf sowie die Jahreszahl 1729.




