Kleehof bei Ramsen

Das ehemalige Gasthaus „Kleehof“ liegt an der Landesstraße 395 zwischen Ramsen und Enkenbach-Alsenborn. Es befindet sich etwa einen Kilometer nach dem Ortsausgang von Ramsen in einer Kurve, etwa auf dem halben Weg zum Eiswoog.

Der Kleehof liegt als Einzelgehöft im oberen Eistal, wo es sich gegen Ramsen hin weitet und Ackerbau auf den flacher werdenden Hängen der nördlichen Talseite betrieben wird. Seine Lage zeichnet sich durch die Einmündung des Abt- und Bockbachtals aus sowie durch die Vereinigung der über den Stumpfwald in das Eistal führenden Wege. In frühmittelterlicher Zeit befand sich noch eine kleine Fliehburg auf dem nahegelegenen Schlossberg.

Bereits in keltischer Zeit trafen sich an der Stelle an der später der Kleehof errichtet wurde die Wege aus dem Eis-, Bockbach- und Appental. Von diesem Punkt aus verlief in fränkischer Zeit eine Geleitstraße nach Worms.

Im Mittelalter reichte der Stumpfwald bis zum Hof, da eine historische Rechtsquelle aus dem Jahr 1390 dessen Grenzbeschreibung beim „Hof Gladesbach“ beginnen und enden ließ. Im Jahr 1151 wurde dem Kloster in Ramsen das wahrscheinlich etwas weiter nördlich gelegene Dorf Gladebach geschenkt, das entweder 1471 zerstört wurde oder langsam eingegangen war. Der Kleehof, der unter diesem Namen auch bereits im 17. Jahrhundert erwähnt wurde, ist vom Dorf Gladebach übrig geblieben. Zusammen mit dem Kisselhof und dem Lauberhof gehörte er hoheitlich zum Hochstift Worms und zur Gemarkung Ramsen. Zu dieser Zeit hatte der Hof eine Fläche von etwa 16,02 Hektar.

Vor der linksrheinischen Besetzung durch die Franzosen war der Hof vom Hochstift Worms in Erbbestand ausgegeben, zuletzt an Michael Maurer und Adam Schindler. In Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 durch Napoleon wurden die linksrheinischen Güter von Adeligen, Kirchen und Emigranten vom französischen Staat eingezogen und versteigert. Mit diesem Vertragsbeschluss sollten die Entschädigungswünsche der Fürsten von Nassau-Weilburg für die linksrheinischen Verluste erfüllt werden. Insofern die ansässigen Bauern selbst genügend finanzielle Mittel hatten, konnten sie das Land selbst erwerben. Als Nationalgut eingezogen, wurde so auch der Kleehof versteigert. Gekauft wurden die oben genannten Ramser Höfe von Karl Eickmayer aus Kaiserslautern und Karl Groß aus Göllheim. Teilweise wurden diese erheblich über dem Mindestgebot ersteigert.

Innerhalb der nächsten 100 Jahre wurde der Hof mehrmals weiter verkauft, bis er schließlich 1902 an eine Familie eines Rechtsanwaltes aus Mainz (gebürtiger Ramser) ging.

Die sich um einen ovalen, beiderseits mit Toren verschließbaren Hof gruppierenden Gebäude entstammen verschiedenen Zeiträumen. Sicher noch dem 18. Jahrhundert gehört die halb als Steinbau, halb in Fachwerk errichtete Scheune an. Das massive Hauptgebäude mit Satteldach an der Straße und wahrscheinlich auch der Pferdestall auf der Westseite errichtete Leonhard Mayer bald nach 1844, als die neu erbaute Straße über den Stumpfwald einen Gasthausbetrieb mit Pferdewechselstation beziehungsweise Vorspanndiensten aufzunehmen nahelegte. Hinzu kamen bald Fuhr- und Handelsgeschäfte mit Branntwein bis ins Ausland.

Die Verbreitung von Eisenbahn und Automobil brachten das Handels- und Fuhrgeschäft zum Erliegen. Nachdem auch im Jahr 1970 die Landwirtschaft eingestellt wurde, sorgte ein gastronomisches Angebot für das Weiterbestehen des Hofes, welches in den 1990er Jahren ebenfalls wieder aufgegeben wurde. Heute wird der Kleehof privat genutzt.

Literaturverzeichnis

  • Volker Rödel (o.J.). Kleehof o.O.
  • Ortsgemeinde Ramsen (Hrsg.) (1996). 850 Jahre Ramsen. Beiträge zur Ortsgeschichte Ramsen.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 31“ 47′ N, 7° 59“ 24′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    17. Jahrhundert

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