Mohrmühle und Weiher bei Waldmohr

Alternative Bezeichnungen: Motschmühle

Die Mohrmühle in Waldmohr wurde das erste Mal im Jahr 1257 urkundlich erwähnt. In den 1950er Jahren musste die Mühle aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden, heute befindet sich eine Gaststätte in dem Mühlengebäude. Den in der Bevölkerung bekannten Namen “Motschmühle” hat sie von der Familie Motsch, in deren Besitz sie über zwei Generationen war.

Geschichte

Bei der Mohrmühle in Waldmohr handelt es sich um eine der ältesten Mühlen der Pfalz. Das genaue Alter der Mühle kann heute nicht mehr bestimmt werden. Es liegt jedoch eine erste urkundliche Erwähnung in den Regesten des Klosters Werschweiler (heute: Wörschweiler) aus dem Jahr 1257 vor, es ist aber davon auszugehen, dass die Mühle wesentlich früher durch den Grafen von Homburg und Herren von Kirkel gegründet wurde. Dieser Graf von Homburg erscheint erstmals 1172 und dotiert das Werschweiler Kloster. Durch den Tausch seines Zehnten zu Bliesbrücken gegen die „mul zu more“, welche zum Werschweiler Kloster gehörte, erfährt die Mühle dann ihre erste urkundliche Erwähnung. Der Beginn historischer Aufzeichnungen zur Mohrmühle liegt damit in der Zeit der Herrschaft von Friedrich I., genannt Barbarossa (1122 – 1190). Der dazugehörige Motschweiher wurde im Jahr 1564 das erste mal auf der Karte von Landvermesser Tilmann Stella (1525 – 1589) eingezeichnet.

Da sich die Homburger Grafen mehrmals in Geldnöten sahen, verpfändeten sie immer wieder Teile ihres Besitzes, wie im Jahr 1358 Dorf und Gericht „more“ an die Grafen Heinrich und Wilhelm von Veldenz. Damit kam die Mühle in die Oberhoheit der Veldenzer, welche das St. Remigiusland (um Lichtenberg) zu Lehen hatten. So mussten die Gefälle der Mühle ins Oberamt Lichtenberg geliefert werden, obwohl die Mühle selbst im Oberamtsbereich Zweibrücken lag. Dass die Mühlengefälle wieder nach Zweibrücken gegeben werden mussten wurde erst im Jahr 1767 verfügt.

Eine weitere Urkunde, in welcher die Mühle erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1424. Daraus geht hervor, dass Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken (1368 – 1429) die Hälfte des Woogs und der Mühle, die er zu diesem Zeitpunkt besaß mit dem Grafen Friedrich von Veldenz gegen einen Woog bei Homburg eintauschte. Zuvor hatten die Homburger in einer Fehde ihnen ihre Herrschaft verpfändet. So kam es, dass die Veldenzer wieder alleinige Besitzer der Mühle waren. In der Folgezeit tauchten für über 100 Jahre keine Urkunden auf, der Fortbestand der Mühle ist jedoch durch die Lichtenberger Landschreibereirechnungen von 1436, 1466, 1480, 1490, 1515, 1520 und 1530 bewiesen. Nach weiteren Veränderungen des Besitzverhältnisses tritt die Gemeinde Waldmohr selbst im Jahr 1540 als Pächter der Mühle auf. In Lichtenberger Rechnungen von 1610 ist die Gemeinde Waldmohr noch immer als Beständer nachzuvollziehen. Vor und während des dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) lebte in Waldmohr eine Familie Wazaker (Wadsacker oder Wadsecker). Friedrich Wadsacker, der Sohn eines gleichnamigen Müllers, übernahm die Mühle und war einer der angesehensten Bürger des Ortes. 1646, zwei Jahre vor Ende des dreißigjährigen Krieges, starb er. Seine Frau und seine Kinder verließen daraufhin die Pfalz. Der dreißigjährige Krieg und die folgenden Erbfolgekriege zerstörten die Mühle. Im Jahr 1608 wurde der Mohrmühlweiher durch den Fischer von Kirkel abgefischt und wiederbesetzt, ab dem Jahr 1611 konnte er wieder befischt werden.

Im Zuge des Wiederaufbaus der zerstörten Mühlen im Land im Jahr 1687 wurde auch die Mohrmühle wiederaufgebaut. Hans Peter Frölich aus Steinwenden setzte die Mühle schließlich wieder instand und richtetet den Weiher wieder her, dafür bekam er vier Jahre lang Zinsfreiheit, nachdem man vergeblich versucht hat eine Übernahme durch die Waldmohrer Gemeinde zu erreichen. Nachdem die Mühle mit zwei Mahlgängen wiederaufgebaut und der Weiher wiederinstandgesetzt war, folgten jahrelange Streitigkeiten zwischen der Gemeinde und dem jeweiligen Besitzer um eine Erweiterung der Mühle oder zu zahlende Steuersätze. Es folgten weitere Besitzerwechsel und Streitigkeiten mit der Gemeinde, bis Otto Motsch die Mühle 1946 erneuerte und einen Damm errichtetet, um den trocken liegenden Weiher erneut aufzustauen. Unterhalb des Dammes errichtete er eine Turbinenanlage zur Stromerzeugung. Im Zuge des Wirtschaftswunders zu Beginn der 1950er Jahre konnte die Mühle mit den Mühlengroßbetrieben nicht mehr schritthalten und musste aufgegeben werden. Otto Motsch intensivierte daraufhin in eine Gastronomie. Seine Gartenwirtschaft und die Strandfeste zogen viele Besucher an. Nach seinem Tod übernahm Familie Hammer die Mühlenwirtschaft bis 1971. Danach übernahm die zweite Ehefrau von Otto Motsch die Gaststätte wieder. Schließlich gelangt das Anwesen in den Besitz der Familie Weber die nun die renovierte Wirtschaft „Landgasthof Mohrmühle“ betreibt und Fremdenzimmer anbiete. Noch heute trägt die Mohrmühle in der Bevölkerung den Namen „Motschmühle“, denn für zwei Generationen war die Mühle im Besitz der Familie Motsch. In vielen Veröffentlichungen und sogar in Karten ist dieser Name enthalten.

Objektbeschreibung

Ein Urkataster aus dem Jahr 1845 enthält die Information, dass die Mohrmühle aus einer Mahlmühle mit zwei Mahl- und einem Ölgang, Scheuer, Stall, Nebenwohnhaus und Hofraum bestand. Heute ist die Mohrmühle eine Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeiten vor der ehemaligen Mühle findet sich ein Stein mit der Jahreszahl 1257, das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung.

Der Mohrmühlweiler ist circa 5,5 Hektar groß und circa 3,5 Meter tief. Er wird durch die L 355 von der Mohrmühle getrennt und heute ist der Angelsportverein Waldmohr am Motschweiher ansässig.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Mühle liegt circa einen Kilometer östlich von der Ortsmitte von Waldmohr entfernt und wird durch die Landesstraße 355 vom Mohrmühlweiher getrennt. Parkplätze sind an der Mühle und am Weiher vorhanden.

Literaturverzeichnis

  • Kiefer, Karl (1957). Dorfbuch von Waldmohr Waldmohr.
  • Morgenstern, Erich (1999). Waldmohr. einst und jetzt Waldmohr.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Lage:
    Koordinaten:

    49° 23“ 11′ N, 7° 21“ 18′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1687

    Schlagworte:

    Weiterführende Links:

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