Ritterstein „Am Hollaenderklotz“

Alternative Bezeichnungen: Ritterstein Nr. 71

Der Ritterstein „Am Hollaenderklotz“ (Ritterstein Nr. 71) befindet sich an der Forststraße zwischen dem Hermersbergerhof und der Landstraße 496 nördlich des Luitpoldturmes. Er liegt an den PWV-Markierungen „Blaues-Kreuz“ und „Blau-Roter-Strich“.

Thematische Einordnung

„Am Hollaenderklotz“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Holzwirtschaft und Holzflößerei“. Mit den Rittersteinen aus dieser Kategorie soll an das untergegangene Gewerbe der Holzwirtschaft und Holzflößerei im Pfälzerwald erinnert werden. 1906 wurde der Triftbetrieb eingestellt. Lediglich Klausen, Wooge und ausgebaute Bachläufe sind in ihrer Form erhalten geblieben.

Ende des 17. Jahrhunderts kamen zahlreiche Holländer in den Pfälzerwald, um besonders große Baumstämme für den Schiffsbau zu erwerben. Aus diesem Grund kam es etwa zu Bezeichnungen wie Holländerschlag, -bäume, -holz, -weg oder –fahrer.

Spezifische Einordnung

An der Stelle an der sich heute der Ritterstein befindet standen im 17. Jahrhundert hohe Tannen, die von Holländern gekauft wurden. Die Tannenstämme wurden zum Schiffs- und Häuserbau in Holland verwendet. Die Bäume wurden im Pfälzerwald gefällt und entastet, mit Eseln an die Rheinzuflüsse geschleift und schließlich über den Rhein, in Fließrichtung, bis nach Holland geflößt. Dafür wurden die Holzstämme zu großen Flößen zusammengebunden, die von kleineren Booten bis zu ihrem Bestimmungshafen begleitet wurden. In der Chronik Kaiserslauterns sind zahlreiche Einträge über den Verkauf von Holzstämmen zu finden.

Das Tannenholz diente den Holländern als Fundament ihrer Häuser. Dazu wurden die Stämme in den lehmigen Boden geschlagen und dann das Haus auf diesem Gerüst gebaut, damit es nicht im Boden versinken konnte. Des Weiteren fanden die Tannen aus der Pfalz Verwendung beim Schiffsbau. Die Holländer bauten daraus ihre Fleuten, den dreimastigen Schiffen, die für reine Handelszwecke eingesetzt wurden. Das Tannenholz wies dafür wichtige Eigenschaften auf: Es waren besonders lange Stämme, die wenig Tiefgang bei schnellen Schwimmeigenschaften hatten und eine hohe Dauerhaftigkeit im Wasser. Begehrt war das Holz auch für den Bau vieler Linienschiffe und Fregatten. Zum einen wurden diese Schiffe zur Kriegsführung auf See gegen die Engländer im 17. Jahrhundert verwendet, zum anderen war die Niederlande eine große Kolonialmacht und benötigte zahlreiche Schiffe, um die zum Teil weit entfernt liegenden Länder zu erreichen.

Literaturverzeichnis

  • Eitelmann, W. (2005). Rittersteine im Pfälzerwald – Gedenksteine und Inschriften. Lambrecht.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 15“ 29′ N, 7° 49“ 41′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
Unbekannt

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