Barbara-Kapelle in Bann

Die erste Barbara-Kapelle in Bann wurde vermutlich nach dem Dreißigjährigen Krieg und noch im 17 Jahrhundert erbaut. Im Jahr 1740 schenkte die Gattin des sickingischen Amtmannes in Landstuhl der Kapelle eine Barbarafigur. Im Jahr 1899 musste die Kapelle auf Grund ihres schlechten Zustandes abgerissen werden, 1900 konnte jedoch an der Stelle der alten Kapelle schon eine neue zu errichten werden. Die Kapelle im neuromanischen Stil ist eines der ältesten Zeugnisse religiösen Lebens der Gemeinde.

Geschichte

Die Entstehung der ersten Barbara-Kapelle in Bann liegt weitgehend im Dunkel der Vergangenheit. Sie wurde vermutlich nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und noch im 17 Jahrhundert erbaut. Als man sie nämlich 1730 erstmals reparierte, fand man einen Stein, der in den Altar eingemauert war und die Inschrift trug: Dieses hat errichten lassen Ludwig Gimen. Über die Person des Stifters ist nichts bekannt. Im ältesten Kirchenbuch von Bann, das ab 1723 geführt wurde, kommt der Familienname nicht mehr vor.

Nach einer Genehmigung des Vikariats in Worms von 1736 lebte sogar ein Einsiedler einige Zeit bei der Kapelle. 1740 schenkte Frau Frebus, die Gattin des sickingischen Amtmannes in Landstuhl, der Kapelle eine Barbarafigur. Die Statue wurde später von den Gläubigen als Schmuck für die neuerrichtete Kirche in Queidersbach gestiftet. Die inzwischen erneuerte Barockplastik hat heute noch dort ihren Platz.

Als im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die Straße nach Steinalben ausgebaut und erhöht wurde stand die Feldkapelle fortan tiefer und litt unter dem herabfließenden Wasser. Da sie allmählich in einen schlechten Zustand geriet, musste sie 1899 abgerissen werden. Nach der Genehmigung durch das Ordinariat in Speyer wurde ein örtlicher Maurermeister beauftragt, das Gelände aufzufüllen und an der Stelle der alten Kapelle eine neue zu errichten.

Ein Jahr darauf, am 14. Oktober 1900, wurde die jetzige Barbara-Kapelle von Pfarrer Jakob Warken im Beisein der ganzen Pfarrgemeinde feierlich geweiht. Dabei hob der Geistliche die Bedeutung von St. Barbara für die hiesige Bevölkerung hervor, von denen früher viele ihren Lebensunterhalt in den Bergwerken an der Saar verdienten. Die Heilige, eine Märtyrerin aus dem dritten Jahrhundert, gehört zu den 14 Nothelfern; sie gilt als Schutzpatronin der Bergleute und eines seligen Sterbens. Die einstige und heutige Kapelle ist damit eines der ältesten Zeugnisse religiösen Lebens der Gemeinde.

Baubeschreibung

Die schlichte, kleine Kapelle ist ein Sandsteinquaderbau in neuromanischem Stil. Über dem Satteldach grüßt anstelle eines Türmchens ein einfaches Kreuz den Besucher. Das Portal wird von Säulen flankiert, die schmalen Fenster enden in runden Bogen, das Mauerwerks aus hiesigem Material schließt mit einem Fries aus Rundbogen ab. Die kleine Wallfahrtskapelle mit einer Barbara-Statue auf einem Steinaltar wurde 1959 gründlich und geschmackvoll renoviert.

Das Gebäude ist ein eingetragenes Kulturdenkmal im „Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Kaiserslautern.“

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das kleine Gotteshaus und Flurdenkmal liegt am Ortsausgang von Bann an der Straße nach Queidersbach und wird über die Abzweigung nach dem Rosental erreicht. Parkplätze stehen auf dem benachbarten Supermarktparkplatz zur Verfügung.

(Karlheinz Schauder, 2006-2010)

Literaturverzeichnis

  • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie "Dorf- und Stadtkirchen im Landkreis Kaiserslautern". Erschienen in der "Rheinpfalz" o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Lage:
    Koordinaten:

    49° 23“ 11′ N, 7° 37“ 12′ O

    Datierung:
    1900

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