Elefant am Pflug auf dem Verkehrskreisel in Enkenbach-Alsenborn

Inmitten des Verkehrskreisels in der Rosenhofstraße am Bahnhof Enkenbach zeigt seit 2006 ein steinernes Denkmal einen Elefant, der einen Pflug zieht. Dieses außergewöhnliche Denkmal erinnert an das Leid des ersten Weltkriegs und die lange Zirkustradition des Ortes, die einige Bürger der Gemeinde Enkenbach-Alsenborn zu einer ungewöhnlichen Idee verleitete. Da die Pferde an der Front gebraucht wurden, spannte man zwei Elefanten, die von einem Zirkus zurückgelassen worden waren, für die Feldarbeit ein. Die Überlieferung stammt vom Sohn des Schreinermeisters Schmitt, dem Mann hinter dem Pflug.

Hintergrund

Der Elefant hinter dem Pflug weist nicht nur auf die Geschehnisse während des ersten Weltkrieges hin, sondern auch auf die lange Zirkustradition Enkenbach-Alsenborns. In den Krisen des 19. Jahrhunderts musste die Bevölkerung einen Ausweg aus Verarmung und Hunger finden und eine Alternative zur Auswanderung. Als Musikanten, Marionettenspieler und Akrobaten zogen einige Alsenborner im Sommer umher und lebten im Winter vom eingespielten Geld. Die Glanzzeit mit vielen bekannten Künstlerfamilien, die die Ortsgeschichte prägte, lag zwischen 1870 und dem ersten Weltkrieg.

Geschichte

Hinter dem steinernen Bildnis eines Mannes, der am Pflug hinter einem Elefanten hergeht, der wie ein Ochse eingespannt ist verbirgt sich eine wahre Geschichte, die sich gegen Ende des ersten Weltkriegs im Jahr 1917 wie folgt zugetragen haben soll:

Während des ersten Weltkriegs im Jahr 1917 ging es den Menschen auf dem Land schlecht und es herrschte Chaos. Alle Pferde und anderen Tiere, die man zur Landwirtschaft nutzte, wurden vom Militär als Kriegstiere eingezogen. Im gleichen Jahr gastierte ein Zirkus in der Gemeinde Enkenbach, der sich auf der Flucht auflöste und zwei Elefanten zurück ließ. Sie waren bei Familie Moulier untergebracht, bei der Schreinermeister Schmitt gerade beschäftigt war. Die Tochter der Familie sagte zu ihm, dass der Garten umgepflügt werden müsste, aber keine Arbeitstiere da seien, um die Arbeit machen zu können. Daraufhin kam Schmitt auf die Idee die Elefanten dazu einzusetzen. Er fertigte Geschirre an, die viel größer und stabiler sein mussten, als die für Pferde oder Ochsen. Er nahm sich den Pflug und eine Eisenegge und spannte einen Elefanten davor. So konnte der Garten schnell umgepflügt werden. Die Elefanten waren allerdings nicht sehr zahm und richteten dementsprechenden Schaden im Garten an. Als Schmitt abends von der Arbeit nach Hause kam, erzählte er seiner Frau von der Geschichte. Sie kam schließlich auf die Idee, dass mit Hilfe der Elefanten auch die anderen Äcker bearbeitet werden könnten. So spannte Schreinermeister Schmitt am darauffolgenden Tag die Elefanten erneut vor den Pflug, um auch seine Felder zu bearbeiten. Der Elefant war schwierig zu dirigieren und bediente sich am Korn des Nachbarfeldes, wofür Schmitt den Bauern entschädigen musste. Da Futter und Getreide knapp waren, ein Elefant aber täglich eine große Menge davonbenötigt, überlebte der Elefant nach der Überlieferung das Ende des Krieges nicht.

Objektbeschreibung

Am 20. Juni 2006 wurde das fast lebensgroße, steinerne Kunstwerk des Elefanten hinter dem Pflug auf dem Kreisel in Enkenbach-Alsenborn errichtet.

Die Maße der Granitskulptur sind beeindruckend, wenn sie mit 2,50 Metern Höhe und 3 Metern Breite auch nicht ganz einem lebendigen Elefanten entsprechen. Die Figur des Bauern, der den Pflug führt ist von der Enkenbacher Firma Hegerguss nach alten Fotos des Schreinermeisters Schmitt nachempfunden.

Der 15 Tonnen schwere Elefant für 18.000 Euro wurde in China angefertigt undnach seiner Fertigstellung nach Deutschland verschifft. Die Herstellung durch einen einheimischen Steinmetz hätte etwa 70.000 Euro gekostet. Die Reise des Elefanten aus Granit begann in Shanghai. Von dort startete seine fünfwöchige Reise nach Antwerpen und danach zum Rheinhafen in Ludwigshafen. Am 9. Juni traf der Elefant in Enkenbach-Alsenborn ein. Um die schwere Skulptur von seinem Container auf den Sockel in den Kreisel, auf seinen heutigen Standort zu stellen war ein 80 Tonnen schwerer Autokran nötig. Der Sockel musste vorher mit Beton überzogen werden, auf dem der Elefant befestigt wurde. Bei der Aufstellung war zu klären, in welche Richtung das Hinterteil des Elefanten zeigen sollte. Schließlich wurde der Elefant parallel zur Gemarkungsgrenze zwischen Enkenbach und Alsenborn gestellt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Enkenbach-Alsenborn liegt nördlich der A6 von Mannheim nach Kaiserslautern und südlich der A63 von Kaiserslautern in den Norden. Die Bundesstraße 48 führt durch den Ort und direkt an dem Kreisel in der Rosenhofstraße mit dem Denkmal vorbei.

Literaturverzeichnis

keine Literaturangaben

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 29“ 20′ N, 7° 54“ 6′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
2006 bis heute

Kategorie:

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