Ritterstein „Glück Auf L v G 1835“

Alternative Bezeichnungen: Ritterstein Nr. 22

Der Ritterstein „Glück Auf L v G 1835“ (Ritterstein Nr. 22) befindet sich am Forsthaus „Erzgrube“. Er ist der Schlussstein einer Mauerwerkseinfassung über einem Stolleneingang. Der Standort des Rittersteins liegt direkt an der Landstraße 478 zwischen Niederschlettenbach und Bundenthal, unmittelbar an der Abzweigung nach Nothweiler. In Sichtweite befindet sich die St. Anna-Kapelle.

Thematische Einordnung

„Glück Auf L v G 1835“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Industrien im Pfälzerwald“ (systematisiert nach: Eitelmann, 2005). Rittersteine aus dieser Kategorie erinnern an eine ehemalige Ortsbenennung eines Gewerbezweiges. Auf Grund des Waldreichtums und des ausreichenden Wasservorkommens entstanden vor allem in Tälern Mahlmühlen, Sägemühlen oder Papierfabriken im Pfälzerwald. Aber auch der Reichtum an Bodenschätzen, wie Silber, Blei, Kupfer oder Eisen ermöglichten die Ansiedlung von Erzhütten, Schmelzen, Hammerwerken oder Schmiede. Heute sind nur noch verfallene Stolleneingänge, bemooste Schutthalden oder einzelne Erzbrocken im Wald zu finden.

Spezifische Einordnung

Der Ritterstein „Glück Auf L v G 1835“ soll an dieser Stelle an den im Jahr 1835 angelegten Eisenerzstollen von Ludwig von Gienanth erinnern. Der Inschriftbestandteil „Glück Auf“ verweist auf den traditionellen Gruß in deutschen Bergbauregionen. Der bei Rittersteinen häufig auftretende Hinweis auf den Pfälzerwaldverein befindet sich in diesem Fall etwas weiter rechts unten in der Mauereinfassung. Ein Ritterstein mit gleichem Hintergrund, Ritterstein Nr. 196. „Ehem. Eisenerzgrube“, befindet sich wenige Zehnermeter hinter dem Forsthaus.

Über die Entstehungszeit der Gruben am Bremmelsberg ist wenig bekannt. Erstmals erwähnt wird der Abbau 1761, wobei man davon ausgehen kann, dass sie bereits vorher existierte. Bis 1883 wird der Betrieb in den zwei bis drei Gruben am Bremmelsberg Eisenerz mit einigen Unterbrechungen abgebaut.

1835 kaufte Ludwig Freiherr von Gienanth (1767-1848) mehrere Eisenhüttenwerke im Südwesten der Pfalz vom bayerischen Staat, darunter auch die Eisenerzgrube in Niederschlettenbach. Diese befand sich nördlich vom Forsthaus unter dem Staatswalddistrikt „Bremmelsberg“. Zu jener Zeit befand sich in der Nähe der Grube neben dem heutigen Forsthaus auch ein Erzwaschhaus, das heute nicht mehr erhalten ist. Im Jahr 1840 ließ Freiherr von Gienanth neben der Erzgrube an der Straße zwischen Niederschlettenbach und Bundenthal ein Wohnhaus für den Steiger der Erzgrube errichten. Nicht lange danach begann mit Gienanths Tod 1848 der Niedergang des Erzbergbaus in der Region. Ökonomischere Verhüttungsverfahren und eine fehlende Schienennetzanbindung bedeuteten den Niedergang der Erzgewinnung im Südwesten der Pfalz. 1871 erwarb die bayerische Staatsforstverwaltung das Steigerhaus, um es als Forsthaus zu nutzen (LGB, 2005).

In dem Artikel „Rittersteine im Pfälzerwald“ erfährst du mehr über die Systematik, Verbreitung und Historie der Rittersteine!

Literaturverzeichnis

  • Eitelmann, W. (2005). Rittersteine im Pfälzerwald – Gedenksteine und Inschriften. Neustadt a.d.W..

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 5“ 15′ N, 7° 49“ 54′ O

    Epoche:

    Unbekannt

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Unbekannt

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