Jüdischer Friedhof in Mehlingen

Der jüdische Friedhof in Mehlingen wurde um das Jahr 1800 angelegt. Heute existieren auf einer Fläche von 1.710 Quadratmetern noch 194 Grabsteine, überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. In der NS-Zeit wurde der Friedhof mehrfach geschändet und schließlich fast vollkommen zerstört. Jedoch wurde er nach dem Krieg wieder hergerichtet. Anschließend, als Teil des Truppenübungsplatzes, wurde er erneut schwer beschädigt. Die Gemeinde hat den Friedhof nach der Aufgabe des Platzes abermals aufgebaut und heute ist er eine ausgewiesene Denkmalzone.

Geschichte

Die ersten schriftlichen Belege über die Ansiedlung von Juden in Mehlingen liegen seit dem Jahr 1800 vor. Diese waren Schutzjuden der Grafen von Wartenberg. Im Jahr 1808 mussten die Juden in Mehlingen, nach einem kaiserlichen Dekret, ihren Namen umschreiben lassen, so wurde z.B. aus „Isaak David“ nun „David Becker“. Aus dieser Namensliste geht hervor, dass alle Juden in der Gemeinde im Handel tätig waren, bis auf einen „Schulmeister“. Die kleine Gemeinde hatte zudem im Schulhaus einen behelfsmäßigen Betraum eingerichtet, welcher ab den 1860er Jahren jedoch schon nicht mehr genutzt wurde. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten vor allem jüngere jüdische Dorfbewohner in die nahe gelegenen Städte Kaiserslautern oder Mannheim ab. Somit ging auch die Zahl der in Mehlingen lebenden jüdischen Bewohner innerhalb von 20 Jahren stark zurück. Die die Israelitische Gemeinde Mehlingen wurde im Jahr 1867 aufgelöst und die 20 verbliebenen Juden schlossen sich der Kultusgemeinde Sembach an. In den 1920er Jahren hatte alle Juden das Dorf verlassen.

Der erste jüdische Friedhof in Mehlingen wurde vermutlich Mitte des 18. Jahrhunderts im Bereich „Obere Kinkel“ angelegt. Von diesem alten Areal existieren heute keine Grabsteine mehr und der Friedhof wurde bei der Anlage des US-Militärflugplatzes eingeebnet.

Der „neue“ jüdische Friedhof in Mehlingen wurde um das Jahr 1800 angelegt und war ein Verbandsfriedhof für die die jüdischen Gemeinden in Otterberg, Sembach, Frankenstein und Kaiserslautern. Zuvor wurde ein anderes Gebiet im Bereich der Grafschaft Wartenberg als zentrale jüdische Begräbnisstätte genutzt. Die vorhandenen Grabsteine stammen dabei überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Der erste Beigesetzte dürfte David Levi aus Sembach gewesen sein.

In der NS-Zeit, sowie bereits davor, wurde der Friedhof mehrfach geschändet und geplündert und dabei schließlich fast vollkommen zerstört. Er wurde daraufhin jedoch wieder aufgebaut. In einem Artikel in der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 1. Februar 1923 heißt es: „Vor kurzer Zeit wurde auf dem israelitischen Friedhofe dahier eine rohe Tat verübt. Rohlinge, die sich sehr wahrscheinlich ein ganz besonderes Vergnügen suchten, erbrachen das eiserne Tor des Friedhofes und zertrümmerten 6 altertümliche Grabsteine, wovon sie zwei gänzlich dem Boden gleichmachten. Es ist dies schon mehrmals vorgekommen. Es wurde eine Belohnung von 10.000 Mark für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Polizeiliche Ermittlungen sind im Gange.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde ein Teil der entwendeten Grabsteine wiedergefunden.

Danach war das Friedhofsgelände Teil des Truppenübungsplatzes (heutige Mehlinger Heide). Bei den Truppenübungen wurde der Friedhof erneut schwer beschädigt. Die Gemeinde hat den Friedhof danach abermals hergerichtet und ihn mittlerweile mit einem Zaun umgeben.

Objektbeschreibung

Heute erinnert nur noch der Friedhof Mehlingen an die jüdische Geschichte des Dorfes. Der Friedhof umfasst eine Fläche von 1.710 Quadratmetern und es befinden sich 194 Grabsteine, überwiegend aus dem 19. Jahrhundert, auf dem Areal.

Der jüdische Friedhof (Denkmalzone) ist ein eingetragenes Kulturdenkmal im „Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler- Kreis Kaiserslautern“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Mehlingen ist die zweitgrößte Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn im Landkreis Kaiserslautern. Der jüdische Friedhof liegt westlich von Mehlingen, rund 200 Meter westlich der A 63 am nordöstlichen Rand der Mehlinger Heide. Der Friedhof ist über die Straße „An der Heide“ zu erreichen.

Literaturverzeichnis

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2019). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Kaiserslautern Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 29“ 32′ N, 7° 50“ 21′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
um 1800

Kategorie:

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