Marienkapelle in Landstuhl-Atzel

Die erste Marienkapelle in Landstuhl stand an der heutigen Stelle der St. Andreas-Kirche. Die Kapelle wurde jedoch 1751 auf Grund von schweren Beschädigungen im Dreißigjährigen Krieg abgerissen. Im Zweiten Weltkrieg gelobte der damalige Ortsgeistliche zu Ehren der Muttergottes eine Kapelle zu errichten, wenn Landstuhl von den Bomben verschont bliebe – die Stadt blieb tatsächlich weitestgehend verschont. Im Jahr 1953 wurde die neue Kapelle im neuromanischen Stil mit rundbogigen Zugängen und Fenstern an ihrem heutigen Standort eingeweiht.

Geschichte

Eine Marienkapelle gab es in Landstuhl schon einmal im Mittelalter. Sie stand an der Stelle der heutigen St. Andreas-Kirche und diente den Sickingern zeitweise auch als Begräbnisstätte. Nachdem das Gotteshaus im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) schwere Schäden erlitten hatte, wurde es nicht mehr instandgesetzt. 1751 riss man die Kapelle ab und errichtete dort die jetzige Kirche.

Die gegenwärtige Nachfolgerin der Marienkapelle verdankt ihre Entstehung einem Gelübde. Als gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) die Front immer näher rückte, gelobte der damalige Ortsgeistliche Stamer zusammen mit Pfarrangehörigen, zu Ehren der Muttergottes eine Kapelle zu erbauen, wenn Landstuhl von den verheerenden Kämpfen verschont bliebe. Die Stadt blieb tatsächlich vor Bomben und Granaten weitgehend bewahrt.

In den Jahren des Wirtschaftswunders verwirklichte die Gemeinde das einstige Gelöbnis. Im Oktober 1952 wurde der Grundstein für die Kapelle auf der Anhöhe der Atzel über der Stadt gelegt.

Baubeschreibung

Der sakrale Bau entstand nach den Plänen des Diözesan-Baurates Wilhelm Schulte und wurde mit beachtlichen Eigenleistungen und erheblichen Opfern ausgeführt. Im Juni 1953 widmete Bischof Dr. Isidor Markus Emanuel die Kapelle der Muttergottes von Fatima.

Während die Kapelle damals in der Einsamkeit des Waldes stand, gehört sie heute zu einem ringsum gewachsenen Stadtteil. Es handelt sich um einen Bau in neuromanischem Stil mit rundbogigen Zugängen und Fenstern. Das Mauerwerk besteht aus einheimischem Sandstein, dessen rote Quader in unterschiedlichen Größen zusammengefügt sind. Das ziegelgedeckte Dach trägt einen kleinen Glockenturm, der von Kreuz und Weltkugel überragt ist.

Der offene Vorraum wird durch kunstvoll geschmiedete Gittertore geschützt. Über dem äußeren Portal ist als Plastik eine Taube mit dem Ölzweig, das Zeichen des Friedens, zu sehen. Über dem inneren Eingang ist ein Wappen mit einem Schlüssel und drei Blüten in Stein gehauen. Im Innenraum steht ein Altar mit der Muttergottes von Fatima, der ständig mit Blumen geschmückt wird.

Auf der Rückseite der Kapelle ist am dreiseitigen Abschluss eine weitere Darstellung der Gottesmutter angebracht. Die Steinfigur zeigt die gekrönte Madonna mit dem Kind auf dem Arm; Engel halten zu beiden Seiten ihren Mantel auf, in dem die Türme der Ortskirchen St. Andreas und Heilig Geist geborgen sind. Die Pfarrgemeinden veranstalten alljährlich am 13. Mai, dem Fatimatag, bei einbrechender Dunkelheit eine Lichterprozession hinauf zur Marienkapelle, um den Segen und Schutz für die Stadt und den Frieden in aller Welt zu erbitten.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die heutige Marienkapelle liegt im Landstuhler Stadtteil Atzel und bietet einen schönen Blick über die Stadt Landstuhl und zur Burg Nanstein. Sie liegt unweit der Berliner Straße entfernt, in einem kleinen Waldstück oberhalb der L 470. Parkplätze stehen in der Berliner Straße zur Verfügung.

(Karlheinz Schauder, 2006-2010)

Literaturverzeichnis

  • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie "Dorf- und Stadtkirchen im Landkreis Kaiserslautern". Erschienen in der "Rheinpfalz". o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 24“ 13′ N, 7° 34“ 19′ O

    Datierung:
    1953

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