Karlstalschlucht bei Trippstadt

Alternative Bezeichnungen: Eisenhüttenweg Nr. 3

Das Karlstal ist ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt des Moosalbtals zwischen den ehemaligen Eisenhütten Mittel- und Oberhammer. Die Moosalb entspringt mitten im Pfälzerwald, nordwestlich von Johanniskreuz und mündet bei Waldfischbach-Burgalben in den Schwarzbach. Im Karlstal verengt sich das Tal der Moosalbe auf nur wenige Meter. Berühmtheit erlangte das Karlstal besonders aufgrund der parkähnlichen Ausgestaltung Ende des 18. Jahrhunderts durch den Landschaftsgärtner Friedrich Ludwig von Sckell.
Die Bezeichnung „Carlsthal“ wird erstmals 1817 nachweislich verwendet. Es ist unklar, ob das Tal nach Carl Theodor I. oder nach seinem Vater Frantz Carl Joseph von Hacke benannt ist. Ursprünglich wurde vermutet, dass das Karlstal seinen Namen von dem Eisenhüttenwerksbesitzer Carl von Gienanth (1818-1890) besitzt. Auf einer Landschaftskarte aus dem Jahre 1767 trägt das industrialisierte Moosalbtal noch den Namen „Wüste-Thal“.

Geographie

Die Schlucht des durch die Moosalbe geformten felsigen Karlstals hat eine Länge von etwa vier Kilometern und liegt etwa 15 Kilometer südlich von Kaiserslautern im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Neben der seltenen Flora und Fauna bietet das Karlstal einen alten Laub- und Nadelbaumbestand. Vorwiegend stammen die Gesteinsschichten des Buntsandsteins aus der Zeit des Perm (vor 256–251 Millionen Jahren) und des Trias (vor 251–243 Millionen Jahren). Typisch für das Karlstal sind massige, grobkörnig verkieselte Gesteinspakete, die häufig als grau-rote, harte Felsblöcke mit mehreren Metern Durchmesser an der Oberfläche zu sehen sind. Das Kerbtal ist heute ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet.

Ernst Bilfinger lieferte im Jahr 1810 eine romantische Beschreibung des Karlstals: „Eilenden Laufes dahin rauscht schäumend das Bächlein zu Thale, Ueber die Wege und Stege ergeht sich sinnend der Wandrer, Drohend zur Seite getürmt aufragen gigantische Felsen, Aber voll lieblichen Friedens wölbt sich das Laubdach.“ (Zit. aus: Breitkopf, K. (): Der Trippstadter Schloßgarten unter den Freiherrn von Hacke.)

Geschichte

Um das Jahr 1790 wurde Friedrich Ludwig von Sckell damit beauftragt den Schlossgarten des Barockschlosses in Trippstadt von einer barocken Anlage in einen englischen Landschaftsgarten umzugestalten. Der ehemalige Schlossgarten wurde dabei mit dem Karlstal verbunden. Sckell beschrieb dieser Zeit das Karlstal mit den Worten: „Eines der schönsten Thäler, die ich in dieser Art gesehen (…) habe (…), liegt in der Herrschaft Trippstadt (…), damals das Karlstal genannt“ (Zit. aus: Haas, W. (2005): Der Trippstadter Schlosspark und die Parkanlage in der Karlstalschlucht. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt und vom Wilensteiner Land, Ausgabe 34.)

Sckell entschloss sich, die Natur des Karlstals nicht neu zu gestalten, sondern nur Retuschen an der vorhandenen Natur vorzunehmen. Er nahm keine Veränderungen an der Geländeform oder am Baumbewuchs vor, sondern er schloss das Tal durch Wegeanlagen auf. In diesem Fall wurde die Vegetation sogar reduziert. Er setzte das Karlstal durch kleine Veränderungen in Szene, wie den Bau eines hölzernen Pavillons direkt am Bachlauf und an die Landschaft angepasste Wanderwege und schaffte es damit den Eindruck einer natürlichen Verlängerung des Schlossparks zu erwecken. Später wurden weitere Veränderungen am Karlstal durchgeführt. So wurde nachträglich von Freiherr Carl von Gienanth um 1842 die etwas oberhalb des Karlstals gelegene Parkanlage Amseldell angelegt, als zusätzliche Bereicherung für Spaziergänge im Karlstal. Seit 1804 wurde das Tal durch das Wirken der Familie Hacke und später der Familie Gienanth, neben der Umgestaltung als Gartenelement vor allem durch die vorherrschende Eisenproduktion- und verarbeitung geprägt. Mit dem Ende der Eisenindustrie regenerierte sich die Natur des Karlstals wieder und die Erholungsfunktion des Tals trat in den Vordergrund.

Das Karlstal als ehemaliger Teil des Landschaftsgartens blieb durch die Pflege und weitere Ausgestaltung durch Freiherr von Gienanth und seit 1890 durch den Pfälzischen Verschönerungsverein erhalten. Das Karlstal wurde 1983 aufgrund seiner einzigartigen Flora, den beeindruckenden Felsformationen und seiner geologischen Bedeutung zum Naturschutzgebiet erklärt. Das kulturhistorisch bedeutsame Ensemble der Karlstalschlucht steht heute unter Denkmalschutz.

Aufgrund unzureichender Investitionen wurden die touristischen Qualitäten als gefährdet angesehen. Bauliche Zeugnisse der Vergangenheit sind bereits verloren gegangen oder zerfallen zusehends. Um den Schlosspark mit dem angrenzenden Karlstal eine neue Qualität zu verleihen, wurde die Neugestaltung zur Wettbewerbsaufgabe. 2009 gewann Johannes Rolfes mit seinem Entwurf den Peter-Joseph-Lenné-Preis. Eine grundlegende Neugestaltung des Karlstals war zwar nicht gefordert, aber es sollte vor allem die etwa 1.000 Meter lange fußläufige Verbindungsachse zwischen Schlossgarten und Karlstal neu gestaltet werden, sodass die beiden einzelnen Teile wieder als Ensemble wahrgenommen werden.

Geländebeschreibung

Entlang des Karlstals führt ein Wanderweg. Er beginnt am Schloss und endet an der kleinen Siedlung Oberhammer. An der Mauer des Schlossgartens weist eine Markierung den Weg hinunter ins Karlstal. Auf diesem Weg passiert man zuerst den Mühlenteich und die in unmittelbarer Nähe gelegene Burg Wilenstein. Weiter auf dem Weg erreicht man die historische Klug’sche Mühle, die zwischen 1842 und 2013 im Besitz der Familie Klug war. Hinter der Klug‘schen Mühle führt ein Treppenweg direkt in die Karlstalschlucht, der zuerst zur sagenumwobenen Höhlenwohnung des Felsenweibs führt. So wurde in der ganzen Region die rätselhafte Frau genannt, die der Überlieferung nach dort bis 1843 lebte. Ein Fels diente ihr als Höhlendecke, eine grob gemauerte Außenwand mit Tür- und Fensteröffnungen als Abschluss zum Wald hin. In der Pfalz gab es mehrere solcher Höhlenwohnungen, denn die Felsen des Pfälzerwaldes luden schon seit prähistorischer Zeit zum Bau von Höhlenwohnungen ein, da sie mit relativ geringen Mitteln einen anspruchslosen Wohnraum boten.

Der Wanderweg führt weiter entlang der Moosalbe, die die wildromantische Felsenschlucht formte. Auf dem Weg werden kleine Brücken, bizarre Steingebilde aus rotem Buntsandstein und zahlreiche Wasserfälle passiert. Auf einer kleinen Felseninsel im schäumenden Bach steht heute ein kleiner, im Laufe der Zeit schon häufig erneuerter, hölzerner Pavillon. Früher stand an dem gleichen Ort ein griechisches Tempelchen. Neben den hölzernen Pfosten des heutigen Pavillons sind noch acht viereckige Löcher zu sehen, in denen früher die Tempelsäulen verankert waren. Neben der Brücke, die zum Pavillon führt ist eine in den Felsen gehauene, stark verwitterte Inschrift zu lesen: Sedulus ut unda constans ut saxa – Rastlos wie die Welle, standhaft wie der Felsen. Es handelt sich dabei vermutlich um einen Wahlspruch des Freiherrn von Gienanth. Des Weiteren befindet sich im Karlstal ein Stein mit der Inschrift Patrono huius loci – dem Patron dieses Ortes. Am Ende der Schlucht erinnert eine schwarze Eisentafel an den hohen Besuch Königs Ludwig I. von Bayern, Großherzogs Ludwig III. von Hessen und Erzherzogin Hildegard von Österreich, welche einst im Tal verweilten.

Den Abschluss des Karlstals bildeten einst der Rittergarten und der Hacke-Stein. Der Rittergarten, benannt nach dem ehemaligen pfälzischen Forstmann von Ritter ist nicht mehr als solcher erkennbar. Der Hacke-Stein wurde 1903 als Denkmal an Frantz Carl Joseph Freiherr von Hacke und seinen Sohn errichtet. Damit sollen sie für ihre Bemühungen im Forstwesen durch die Einführung der Weymouth-Kiefer, Fichte, Weiß-Tanne und Lärche geehrt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in Trippstadter Forst lediglich Aspen, Eichen, Buchen, Birken und heimische Waldkiefern.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das Karlstal liegt am südwestlichen Rand der Gemeinde Trippstadt, rund 20 Kilometer von Kaiserslautern entfernt. Das Karlstal ist von mehreren Parkplätzen entlang der L500 zu erreichen. Besonders empfiehlt sich der Einstieg am Restaurant „Klug´sche Mühle“ am unteren Ende des Tals. Von dort führt ein markierter Zugangsweg direkt in die Karlstalschlucht.

Literaturverzeichnis

  • LBB (2009). Landschaftsprojekt mit Geschichte – Peter-Joseph-Lenné-Preis vergeben. In: Immobilien und Bau o.O.
  • Boiselle, R. (1997). Englischer Garten – in München und in Trippstadt. In: Luftkurort Trippstadt im Kranz der Wälder o.O.
  • Haas, W. (2005). Der Trippstadter Schlosspark und die Parkanlage in der Karlstalschlucht. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt und vom Wilensteiner Land, Ausgabe 34. o.O.
  • Breitkopf, K. (2000). Der Trippstadter Schloßgarten unter den Freiherrn von Hacke. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt. S. 22-39. Trippstadt.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 20“ 45′ N, 7° 45“ 35′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
Unbekannt

Schlagworte:

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