Erlebnislandschaft Erdekaut bei Eisenberg

Bei dem zwischen Eisenberg und Hettenleidelheim gelegenen, etwa 64 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet „Erdekaut“, handelt es sich um eine Bergbaufolgelandschaft. Ein etwa vier Hektar großes Gebiet der Erdekaut, konnte im Jahr 2008 als Erlebnislandschaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Geschichte

Die gewachsene Landschaft der „Erdekaut“ ist von der früheren Nutzung als Abbauort von Tonerde geprägt. 1951 existierten in der Erdekaut etwa 30 Tongruben, im Jahr 1996 wurde die letzte Grube in diesem Gebiet stillgelegt. Nach Ende des Abbaus eroberte sich die Natur die Fläche zurück und es entstand eine einmalige Naturlandschaft. Als Bergbaufolgelandschaft war die Fläche sehr artenreich und bot einen Lebensraum für besondere Tier- und Pflanzenarten. Insgesamt sind im Landschaftsschutzgebiet Erdekaut etwa 40 bis 60 Prozent der in Rheinland-Pfalz vorkommenden Pflanzen beheimatet.

Das Potenzial der Bergbaufolgelandschaft wurde erkannt und als zu wertvoll befunden, um es der zunehmenden Verwilderung zu überlassen. Im Jahr 2003 wurde zwischen den Kommunen Eisenberg und Hettenleidelheim der Zweckverband Erdekaut gegründet. Ein Teil der lange sich selbst überlassenen Landschaft, sollte als Erlebnislandschaft zugänglich gemacht werden. Mit finanziellen Mitteln des Landes und der beiden Gemeinden Eisenberg und Hettenleidelheim wurde dies ermöglicht. Für die fachliche Planung wurde ein Umweltplanungsbüro beauftragt. Für die Entstehung neuer Kleinbiotope musste zunächst viel der dichtwuchernden Vegetation entfernt werden. Das übergeordnete Ziel des Projektes, die Landschaft so zu gestalten, wie sie sich zuvor durch den Eingriff des Menschen entwickelt hatte, wurde Stück für Stück erreicht. Im Jahr 2008 konnten etwa 4 Hektar der Erdekaut, die insgesamt ca. 61 Hektar umfasst, als Erlebnislandschaft eröffnet werden.

Geländebeschreibung

Heute erinnert nur noch wenig an die ehemalige Bergbaunutzung der Erdekaut. Ausnahme ist der Förderturm bei der von 1920 bis 1996 in Betrieb gewesenen Grube Riegelstein. Der Förderturm der Grube wurde aufgrund der zentralen Lage in der Mitte der Erlebnislandschaft Erdekaut und des guten Erhaltungszustandes von der Stadt Eisenberg erworben und in ein Bergbaumuseum umgewandelt. Zudem dient das als Industriedenkmal geltende Gebäude auch als Ausgangspunkt für Gästeführungen und als Informationszentrum für das Naturschutzgebiet Erdekaut.

Durch die Renaturierung des Gebietes entstand ein bedeutendes Landschaftsschutzgebiet. Neben einer Vielfalt an Flora und Fauna bietet das Gebiet beispielsweise der Gelbbauchunke, einer vom Aussterben bedrohten Tierart, einen Lebensraum. Das Landschaftsschutzgebiet ist durch drei Rundwanderwege mit Aussichtspunkten erkundbar. Entlang der Wege sind Informationstafeln aufgestellt, die die wichtigsten Details des Landschaftsbildes erörtern. Für Kinder wurden eine Rutsche, ein Matschplatz sowie der größte Sandkasten der Pfalz errichtet.

Pflege und Erhaltung

Um die Erhaltung des jetzigen Zustands zu gewährleisten werden immer wieder Renovierungs- und Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet Erdekaut vorgenommen. So wurde beispielsweise im Jahr 2015 durch einen Pflegeeinsatz vom NABU Eisenberg/Leiningerland das Insektenhotel „Summsehaus“ renoviert. Um ein erneutes Zuwuchern der Landschaft zu verhindern wurden Ziegen und Rinder in einem Gehege auf dem Gelände angesiedelt. Dort dienen sie zusätzlich als Attraktion der Erdekaut.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das Gebiet ist von Eisenberg und Hettenleidelheim gut zu Fuß zu erreichen. Bei Anreise mit dem Pkw bietet ein Parkplatz oberhalb des Geländes genug Parkmöglichkeiten. Von dort ist die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Geoparks gewährleistet. Dieser ist ganzjährig frei zugänglich.

Literaturverzeichnis

  • Schreier, Margita; Cronauer, Jürgen; Unger, Eva; Bruns, Andrea; Nakfour, Gundula; Theobald, Gerhard; Wasem, Peter (2009). Donnersberg-Jahrbuch 2010 Heimatbuch für das Land um den Donnersberg. kirchheimbolanden.

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 32“ 47′ N, 8° 4“ 31′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
seit 2008

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