Schillerhain in Kirchheimbolanden

Der Schillerhain ist eine Parkanlage, die zu Ehren Schillers im 19. Jahrhundert in Kirchheimbolanden angelegt wurde. Auch heute noch sind die Strukturen der ehemals als Bürgerpark geplanten Anlage auf einer Anhöhe am westlichen Rand der Stadt zu finden.

Geschichte

Der heutige Schillerhain galt im 19. Jahrhundert noch als triste Anhöhe im Westen der Stadt. Auch der frühere Name der Anhöhe „Geißberg“ deutet darauf hin, dass sich hier einst eine Ziegenweide befunden hat. Außerdem weisen zahlreiche Geländevertiefungen darauf hin, dass der Geißberg ein ehemaliges Steinbruchgebiet war. Daneben spielte die Anhöhe zu dieser Zeit als Standort des Wartturmes, der eine Sicherungsfunktion wahrnahm und als Ergänzung zur Stadtbefestigung diente, eine wichtige Rolle. So bekam der Geißberg seinen neuen Namen „Wartberg“. Mit der Entfestigung der Stadt entfiel auch die Nutzung des Wartturmes, der aus diesem Grund nicht mehr instand gehalten wurde und in den Folgejahren verfiel.

Der Grundstein für den heutigen Schillerhain wurde im 19. Jahrhundert gelegt. Zu dieser Zeit kam der Gedanke auf, einen Bürgerpark mit Schillerdenkmal auf dem Wartberg zu schaffen und den Wartturm zum Aussichtsturm umzubauen. Der Initiator der Idee war der Schillerverein, welcher 1859 aus dem Schillerkomitee hervorgegangen war. Das Komitee hatte zuvor die Feier zum 100. Geburtstag Schillers 1859 organisiert. Mit Unterstützung der Stadt Kirchheimbolanden konnte die Umsetzung des Projektes schnell angegangen werden und bereits ein Jahr später begannen die ersten Bauarbeiten.

Die durchzuführenden Arbeiten erwiesen sich allerdings als umfangreicher und langwieriger als vorerst angenommen, weshalb sich die Arbeiten für das Projekt bis in die 1890er Jahre erstreckten. Als erstes wurde der Wartturm restauriert und zum Aussichtsturm umgebaut. In den Folgejahren wurde der Turm immer wieder ausgebessert.

Von 1874 bis 1876 wurden der Kaiser Wilhelm-Pavillon und der Bismarck-Pavillon errichtet. Ein Jahr später wurde ein Erfrischungs-Salon, die sogenannte „Lindenschänke“, erbaut. Der Salon ging 1893 in den Besitz Heinrich von Bruncks, Direktor der BASF, über. Dieser schenkte die Lindenschänke samt zugehörigen Äckern der Stadt, als eine für die Allgemeinheit zugängliche Einrichtung. Das auch heute noch bestehende Schneckentürmchen wurde 1879 erbaut. Erst einige Jahre später, im Jahr 1896, wurde die Enthüllung des Schillerdenkmals gefeiert. Ein Jahr später wurde zusätzlich eine Büste von Kaiser Wilhelm I. errichtet. Bei beiden Bronzestatuen handelte es sich um „Massenware“, die in Geislingen hergestellt wurde. Beide Denkmäler fielen dem Metallbedarf des Zweiten Weltkrieges zum Opfer.

Bedingt durch die Lage am Rande des Donnersbergs kam die Idee auf, die Stadt zum Luftkurort zu erheben. Aus diesem Grund wurde 1904 das städtische Kurhaus errichtet. Dieses Projekt erforderte den Bau eines Wasserturms, welcher auch heute noch im Schillerhain zu sehen ist. 

Geländebeschreibung

Das dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wegen dem Bedarf an Metall zum Opfer gefallene Schillerdenkmal, wurde 1951 durch ein Neues ersetzt. Das neue Denkmal, erschaffen vom in Kaiserslautern geborenen Bildhauer Richard Menges, ist eine etwa drei Meter hohe, überlebensgroße Ganzkörperfigur des Dichters aus Sandstein. Richard Menges hat sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht. Eine Reihe von Entwürfen wurde angefertigt und wieder verworfen. Sein Ziel war es eine Skulptur zu schaffen, die den Zeitgeist der Nachkriegszeit in der Gestaltung des Schillerdenkmals widerspiegelt. Die Figur zeigt eine kraftvolle Pose, die eine vorwärtsstürmende Grundhaltung aufweist.

Neben dem Schillerdenkmal sind ebenso der Wartturm, der Wasserturm und das Schneckentürmchen erhalten geblieben. Die drei Türme stehen unter Denkmalschutz.

Die Struktur und Wegeführung der Parkanlage sind ebenfalls, trotz Vernachlässigung der Pflege, noch gut erkennbar. Das ehemalige städtische Kurhaus wurde zum „Parkhotel“ umfunktioniert und die Lindenschänke zu Gunsten eines Hotelanbaus und einer Parkplatzvergrößerung abgerissen. Das „Erholungshaus der BASF“ und die „Villa Michel“, die ehemals das Bild des Schillerhains prägten, sind heute Teil des „Fachkrankenhauses Michaelshof“ und des „Heilpädagogiums“. Zudem entstand 1965 das Jakob-Enders-Stadion. Auf Wanderwege weist eine Informationstafel des Pfälzerwald-Vereins am Stadion hin.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Parkanlage Schillerhain liegt westlich von Kirchheimbolanden in Richtung Dannenfels und ist am besten vom Stadtzentrum Kirchheimbolandens zu erreichen. Eine Beschilderung weist den Weg zum Park. Der Schillerhain sowie der Wartturm und das Schneckentürmchen sind das ganze Jahr über kostenlos und frei zugänglich. Parkmöglichkeiten sind in der näheren Umgebung des Schillerhains verfügbar.

Literaturverzeichnis

  • Kremb, Klaus (2001). Der Schillerhain in Kirchheimbolanden. Historische Raumgestaltung und politisch-kulturelle Sinnstiftung. Kirchheimbolandener Hefte 2. Kirchheimbolanden.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 39“ 43′ N, 8° 0“ 7′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
Unbekannt

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