Bremerhof in Kaiserslautern

Durch seine Lage im Herzen der Pfalz ist der Bremerhof bei Kaiserslautern ein beliebtes Ausflugsziel. Er befindet sich südlich der Stadt Kaiserslautern im Stiftswald und ist zu Fuß oder per Auto erreichbar. Er ist eine der ältesten Siedlungen der Stadt und besteht aus zwei Gaststätten, die viele Wochenendbesucher anlocken. Zahlreiche schöne Wanderungen sind ab hier möglich.
Schon im Jahr 1215 wurde der Bremerhof erstmals urkundlich erwähnt. Seitdem wurde er über viele Generationen hinweg geführt.

Geschichte

Der Bremerhof war in seiner Geschichte immer eng mit der Stadt verbunden. Um 1160 ließ Kaiser Barbarossa (1122-1190) das Marienhospital bauen, dass sich in der Nähe zwischen dem großen Humberg und dem großen Letzberg befand. Später wurde dieses in ein Prämonstratenserkloster umgewandelt. Dort lebten keine Mönche, sondern Pfaffherren (Pfaffen). Der sich in der Nähe befindende Pfaffenberg, der Pfaffenbrunnen und der Pfaffenfels erinnern daran. Zwischen 1176 und 1215 wurde der wahrscheinlich bereits einige Jahre zuvor angelegte Bremerhof dem Kloster in Form einer Schenkung überlassen. Dies wurde im Jahr 1215 erstmals urkundlich in einem Schutzbrief bestätigt. Der Hof war verpachtet und diente der Versorgung des Klosters mit Lebensmitteln. Seinen Namen hat er nicht von der Stadt Bremen, sondern von „Bremmen“ dem pfälzischen Wort für Ginster, denn der Hof war am Rand der Rodungsinsel mit Ginster bewachsen.

Im Jahr 1510 wurde das Prämonstratenserkloster in ein weltliches Chorherrenstift (ohne Ordensgemeinschaft) umgewandelt. Als im Jahr 1565 das Stift aufgehoben wurde, gingen der Hof und der dazugehörende „Bremer Stiftswald“ durch die Auswirkungen der Reformation (1517-1648) an die kurpfälzische „geistliche Güterverwaltung“ über. Bereits 1576 trennte der Pfalzgraf Johann Casimir (1543-1592) Hof und Wald. Der Hof wurde an den Lehrer und Handelsmann Conrad Schiller verkauft, der damit erstmals in Privatbesitz gelangte. Schiller bezahlte 400 Gulden und hatte das Recht, Stock-, Brenn- und Bauholz für seinen Bedarf aus dem Stiftswald zu entnehmen. Conrad Schiller, der im Jahr 1604 starb, vererbte seinen Besitz seinem Sohn Christian Schiller. Dieser geriet in Schulden und musste den Hof verkaufen.

Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) sind die Eigentumsverhältnisse des Bremerhofs nicht lückenlos überliefert, sodass keine sichern Aussagen darüber getroffen werden können. Im Jahr 1700 brachte schließlich eine Frau Fischer (wahrscheinlich eine Nachfahrin eines vorherigen Besitzers) das Anliegen vor, dass sie mit Heinrich Wetz den Bremerhof gemeinsam besitze und bat den Rat eine Teilung vorzunehmen. Trotz Widerspruch ging die Teilung vonstatten.

Ein Erbe der Familie Wetz war Henrich Weber. Er erbaute das kleine Haus links am „Alten Bremerhof“. Über dem zweiten Fenstersturz von links erinnert daran die Inschrift „H 1760 W.“ mit dem Erbauungsjahr und den Initialen. Die Tochter Catharina Weber heiratete Conrad Werle aus Dansenberg. Dadurch war die Familie Werle Besitzer eines Hofteiles laut Teilungsprotokoll aus dem Jahr 1700. Im Jahr 1867 errichtete Jacob Werle das „Kurhaus Werle“ (Bremerhof 1), in dem sich heute das „Hotel Restaurant Bremerhof“ befindet. Über der Eingangstür ist die Bezeichnung „J. 1867 W.“ für Jacob Werle und das Erbauungsjahr eingemeißelt. Der Hof blieb bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Eigentum der Familie Werle. Danach wechselten die Besitzer.

Der zweite Hofteil (Bremerhof 2) war seit 1742 im Besitz von Josef Peter Dellmuth, Familie Dellmuth errichtete in Konkurrenz zum Kurhaus Werle im Jahr 1870 das „Kurhaus J. J. Dellmuth“. Heute wird der Hofteil „Waldhaus“ benannt.

Im Jahre 1900 überließen beide Hofbesitzer der Stadt Gelände zum Bau einer Straße vom Albrechtsbrunnen zum Bremerhof. Das Befahren von Fahrzeugen war nur den Hofbesitzern und Zulieferern gestattet. Erst im Jahr 1939 wurde das Verbot aufgehoben und auch für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen freigegeben.

Großbrand 1926

Mitte des 18. Jahrhunderts war bekannt und in Plänen erwähnt, dass ein Ziehbrunnen auf dem Bremerhof war. In den Sommermonaten jedoch brachte dieser Brunnen kaum Wasser hervor. Mit Fuhrwerken musste es deshalb herbeigefahren werden. Auch später als der Brunnen versiegte, wurde eine Leitung vom Pfaffenbrunnen zum Hof gelegt. Doch auch dieser spendete nicht regelmäßig Wasser. Dieser Zustand hatte jahrelang auf dem Bremerhof Bestand und wäre auch weiter so geblieben, wenn nicht am 20. August 1926 ein Großbrand auf dem Dellmuth’schen Hofteil (Bremerhof 2) ausgebrochen wäre. Wegen Wassermangel wurde das Gebäude fast vernichtet. Das benachbarte Anwesen Werle konnte allerdings geschützt werden. Nach diesem Großbrand erfolgte sehr bald der Anschluss an das städtische Wasserwerk.

Ein Jahr nach dem Brand wurde ein Neubau errichtet, nämlich das „Kurhaus Groß“. Dieses ist heute das Restaurant Waldhaus. Die Nachkommen der Familie Dellmuth sind bis heute im Besitz des Bremerhof 2. 

Bremerhof Heute

Nachdem 2001 der Bremerhof 1 in den Besitz einer engagierten Eigentümergemeinschaft war, konnte man Alf Schulz als Pächter des Bremerhofs gewinnen. Er ließ den gesamten Gastbetrieb sanieren und Restaurant und Biergarten wurden neu gestaltet. Im Jahr 2004 wurden außerdem zehn neue Gästezimmer geschaffen. Seit 2014 wird der Bremerhof 2, das Restaurant Waldhaus, ebenfalls von Alf Schulz gepachtet.

Neben der Gastronomie gibt es am Bremerhof auch einen Waldspielplatz mit Rutsche, Schaukeln und einem Klettergerüst sowie eine Weide mit verschiedenen Tieren.

Lage und Erreichbarkeit

Der Bremerhof befindet sich zwischen dem großen Letzberg und dem großen Humberg wie eine Insel zwischen dem Wald im Tal. Erreichbar ist er durch mehrere Wanderwege und die Bremerstraße die südlich aus der Stadt heraus an dem Albrechtsbrunnen vorbeiführt. Auch von der Pfaffenbergstraße ist es möglich die Gaststätten zu erreichen.

Literaturverzeichnis

  • Verschiedene Autoren (ab 1940). Zeitungsartikel. Stadtarchiv Kaiserslautern.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 25“ 0′ N, 7° 45“ 48′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1760

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