Ziegelbrunnen bei Trippstadt

Alternative Bezeichnungen: Brunnen am Wilensteiner Hof

Zwischen dem Schloss in Trippstadt und dem Wilensteiner Hof befindet sich der Ziegelbrunnen. Es ist ein Laufbrunnen mit zwei Sandsteintrögen, der 1933 gemauert wurde. An gleicher Stelle befand sich vermutlich schon Mitte des 18. Jahrhunderts ein Brunnen. Das Wasser stammt von den Quellen des „Köpfchens“.

Standort und Beschreibung

Östlich vom Wilensteiner Hof und der Straße Karlstalhaus steht im Tal der Ziegelbrunnen. Er ist ein Laufbrunnen, der aus zwei Sandsteintrögen besteht. Vor den beiden Trögen steht ein turmähnlich gemauerter Aufbau. Dieser Sandsteinblock ist 1,50 Meter hoch. Aus ihm fließt das Wasser durch ein eisernes Rohr in die Sandsteinbecken, von denen das erste 2 mal 1 Meter und das zweite 1,7 x 0,80 Meter groß ist. Der Ablauf erfolgt kaskardenartig über eine Rinne in der Stirnseite vom ersten zum zweiten Sandsteintrog. Durch ein Überlaufrohr am Ende des zweiten Trogs fließt das Wasser ab in den Kaltenbrunner Bach. Gespeist wird der Brunnen von Quellen des „Köpfchens“. Das Wasser läuft durch eine Leitung in den Brunnen.

Der rechts vor dem zweiten Trog befindliche Steinquader ist ein Klopfstein, der zum Schlagen der Wäsche diente. Auf dem Klopfstein wurde damals die Wäsche vorbereitet und unter anderem mit einem Holzbrett geklopft.

Der jetzige, gemauerte Brunnenstock wurde etwa 1933 errichtet. Er ersetzte einen Baumstamm, der als Brunnenstock diente. Im Gegensatz zu heute floss das Wasser aus zwei Auslaufrohren. Das untere Rohr lieferte Wasser in die Sandsteinbrunnentröge und das obere, etwas längere Rohr war zur Straße ausgerichtet und ermöglichte die Befüllung von Fasswagen.

Geschichte – Ehemalige Ziegelei am Brunnen

Es ist nicht sicher, wann der Brunnen errichtet wurde. In alten Urkunden wird eine Ziegelhütte erwähnt. Sie ist noch in alten Karten eingezeichnet. Nach dem Jahr 1800 wurde sie nicht mehr vermerkt, da war nur ein „Schäferhaus an der Ziegelhütte“, das sich hier befand. Der Ziegelbrunnen befindet sich an einem Straßendamm, welcher das Kaltenborner Tal überquert und unterhalb des Wilensteinerhofes liegt. Der Brunnen wird aus einer Quellfassung versorgt, welche unterhalb vom Köpfchen am Eingang zum Kaltenborner Tal liegt. Damals wurden Holzrohre, so genannte Teicheln, verwendet, um das Wasser in die Vorgänger des jetzigen Ziegelbrunnens zu leiten. Das Wasser des Brunnens wurde damals nicht nur für die Bewohner des Wilensteiner Hofs, sondern auch für eine Ziegelbrennerei benötigt. In alten Lageplänen ist zu erkennen, dass die Produktion der Ziegel in drei größeren sowie zwei kleineren Gebäuden stattfand. Der Lehm, welcher für die Ziegelei benötigt wurde, stammte vom Wilensteiner Feld, an welchem er abgebaut wurde. Die Produktion in der Ziegelei wurde vermutlich in der Zeit um 1800 eingestellt. Dies lag dran, dass die Familie von Hacke ihr Eigentum abgeben musste. Der Bau eines kleinen Sportplatzes in den 1950er Jahren, der sich auf der Stelle der ehemaligen Ziegelei befindet, belegte die frühere Produktion. Diese soll gegenüber dem Brunnen am Berghang gestanden haben. Bei Planierarbeiten, für den in der Nähe befindlichen Sportplatz, wurden Ziegelbruch, Asche und Kohlereste gefunden. Der Name Ziegelbrunnen stammt aus dieser Zeit.

Zusätzlich befand sich am Wilensteiner Damm, über den heute die Straße führt, ein Weiher der den Kaltenborner Bach aufstaute. Dieser ist vermutlich schon nach dem dreißigjährigen Krieg (1618-1648) trockengefallen und die Fläche wurde anschließend als Wiese genutzt. Die Wasserversorgung für den kompletten Wilensteiner Hof ging so lange vom Ziegelbrunnen aus, bis in Trippstadt ein neues Wasserwerk am Oberhammer gebaut worden war.

Kulturdenkmal

Der im klassizistischen Stil errichte Laufbrunnen unterhalb des Wilensteinerhofes entstand in seiner ursprünglichen Form gegen Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Hierbei ist der Brunnen als Kulturdenkmal in der Denkmalliste von Rheinland-Pfalz erfasst und erfüllt somit die Kriterien nach § 3 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG RLP).

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Ziegelbrunnen steht östlich vom Wilensteiner Hof im Tal. Vom Schloss in Trippstadt oder auch vom Schwimmbad ist der Brunnen über einen Feldweg gut erreichbar. Es bieten sich sehr schöne Wanderwege zum Beispiel zur Wilensteiner Burg und in die Karlstalschlucht an. Zusätzlich kann der Brunnen vom Mittelhammer sowie der Karlstalschlucht über einen kleinen Waldweg erreicht werden. Dieser führt am Kaltenborner Bach entlang.

Literaturverzeichnis

  • Kurt Knebel (1993). Quellen und Brunnen in und um Trippstadt. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2000). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Wilensteinerhof. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2000). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Flurnamen. Trippstadt.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Lage:
    Koordinaten:

    49° 21“ 16′ N, 7° 45“ 27′ O

    Datierung:
    1933 - Frühere Form Mitte des 18. Jahrhunderts

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