Ehemaliger Hirschpark der Familie Gienanth bei Winnweiler-Hochstein

Im Jahr 1742 legte die Familie Gienanth in Winnweiler den Grundstein der pfälzischen Industriellendynastie. Um das Werksgelände entstanden mehrere Park- und Gartenanlagen, eine dieser Anlagen war der Hirschpark. Der Hirschpark der Familie Gienanth lag direkt am Ufer der Alsenz und in ihm wurde Damwild gehalten. Im Jahr 1870/71 wurde das Gelände des Hirschparks durch den Bau der Alsenzbahn verkleinert und um das Jahr 1900 wurde der Park ganz aufgegeben.

Geschichte Gienanthsche Werke bei Winnweiler-Hochstein

Im Jahr 1742 legte die Familie Gienanth in Winnweiler den Grundstein der pfälzischen Industriellendynastie. Auf Grund von regionalen Erzfunden und dem Erzabbau im nahe gelegenen Imsbach, gründete Nicolaus Guinand (später Gienanth) 1742 das Eisenhüttenwerk Hochstein als Stammhaus.

Die Eisenschmelz wird 1742 von Nicolaus Guinand erbaut, das Areal umfasste einen Hochofen, einen Großhammer, eine Gießerei, Arbeiterwohnungen sowie das im Mittelpunkt stehende dreiflügelige Herrenhaus mit Park. In diesem Werk waren im Jahr 1777 rund 200 Arbeiter beschäftigt und im Jahr 1847 bereits doppelt so viele. Die Firma produzierte zuerst Schmiedeeisen und später vor allem Gusswaren wie Öfen, Maschinenteile, Eisenbahnschienen, Röhren und Räder aber auch Werkzeuge und Haushaltsgegenstände wie Bügeleisen und Backformen). Die Familie widmete sich aber auch dem Ausbau der Infrastruktur für den Betrieb. So bauten sie Werkskanäle mit Wehren, Straßen und förderten den Eisenbahnbau. Zudem versorgten sie die Arbeiter mit Werkswohnungen und unterhielten einen landwirtschaftlichen Betrieb. Ab dem Jahr 1889 entsteht neben dem bestehenden Werk ein neuer Werksteil, das „Schweisweiler Werk“. Im Jahr 1938 wird das Werk in die circa zwei Kilometer entfernte Kupferschmelz verlagert. Von 1941 bis zum Ende des Jahrhunderts nutzten die Seitz-Werken Bad Kreuznach einen Teil des Werkes zur Automatenherstellung. Im Jahr 1948 wird die ehemalige Gießerei abgerissen, die weiteren Gebäude stehen als geschlossene Anlage unter Denkmalschutz.

Hirschpark der Familie Ginanth bei der Eisenschmelz

Nordöstlich und südwestlich um das Gelände der Eisenschmelz gab es mehrere Park- und Gartenanlagen. Zeichnungen und Fotos aus dem späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert zeigen aufwendig gestaltete Anlagen rund um das Werksgelände. Zum einen gab es die Herrenhausgärten am Herrenhaus sowie den nördlichen Felsengarten und zum anderen den Hirschpark.

Der Hirschpark der Familie Gienanth lag nahe bei der Eisenschmelz, direkt am Ufer der Alsenz. Der Park umfasste einen Felsenhügel, ein Stück Wald sowie ein Stück Wiese und in diesem wurde Damwild gehalten. Wann der Hirschpark angelegt worden ist, ist jedoch nicht bekannt. Jedoch ist er auf der Skizze der Eisenschmelz mit Umgebung von Carl von Gienanth aus dem Jahr 1833 schon verzeichnet. An der Stelle des Hirschparks sind auf mehreren Skizzen Fütterungsanlage eingezeichnet und man erkennt die Einzäunung des Geländes. Für die Pflege der Tiere war ein eigener Pfleger/Wächter angestellt. Im Jahr 1870/71 wurde das Gelände des Hirschparks durch den Bau der Alsenzbahn verringert. Gleichzeitig wurde angrenzend an das Gelände der Werksanschluss der Bahnlinie angelegt. Der vorbeifahrende Bahnverkehr und das Treiben des Werksanschlusses ist den Tieren vermutlich nicht bekommen. Die Herde wurde nach und nach verkleinert, bis der Park wohl um das Jahr 1900 ganz aufgegeben wurde.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der ehemalige Hirschpark der Familie Gienanth lag westlich der ehemaligen Eisenschmelz, etwa einen Kilometer nördlich von Winnweiler-Hochstein. Der Park befand sich am Ufer der Alsenz und war vom Gebäudeensemble über einen Verbindungsweg zu erreichen. Von dem Park ist heute nichts mehr erhalten.

Literaturverzeichnis

  • W.R. (2012). Parks, Wildparks, Gartenanlagen der Familie (von) Gienanth o.O.
  • Koppelmann, Andreas (2013). Gartenhistorische Untersuchung Parkanlage Eisenschmelz Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 35“ 6′ N, 7° 50“ 25′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
vor 1833

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