Landschaftspark Friedrich von Gienanth in Eisenberg

Die etwa 5 Hektar große Parkanlage wurde unter Friedrich von Gienanth in den Jahren 1826 bis 1834 errichtet. Der Park wurde im Stil der englischen Gärten angelegt und noch immer sind Elemente dieser Zeit, wie die teilrestaurierte Orangerie, erkennbar. Die mittlerweile in die Jahre gekommene Parkanlage ist Besuchern nur zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals und dem alle zwei Jahre stattfindenden Bärlauchfest zugänglich.

Geschichte

Die Geschichte der Parkanlage beginnt im Jahr 1734. Zu dieser Zeit ließ Graf August von Nassau-Weilberg einen Großhammer errichten. Um diesen zu betreiben wurde der Eisbach angestaut. Dadurch entstand der sogenannte Hammerweiher, welcher als ältester Teil des Landschaftsgartens bis heute erhalten ist. Nach der französischen Revolution wurde das Gelände beschlagnahmt und im Jahr 1800 von Ludwig von Gienanth erworben. Im Jahr 1826 ließ sein Sohn Friedrich von Gienanth den Park anlegen. Mit der Planung wurde der Heidelberger Gartenbaudirektor Johann Metzger beauftragt. 1834 wurde der Park offiziell eingeweiht und in den Folgejahrzehnten weiter ausgebaut.

Die bereits vorhandenen Arbeiterwohnungen von 1811 und der Weiher wurden von Friedrich von Gienanth in die Gesamtanlage einbezogen. Am Weiher errichtete er in der Nähe der Arbeiterhäuser von 1826 bis 1829 ein Herrenhaus. Der älteste Teil der Parkanlage, der Hammerweiher, wurde vergrößert und auf einer im Weiher liegenden Insel ein Pavillon errichtet. Mit dem Aushub aus der Erweiterung des Weihers wurde ein Park am gegenüberliegenden Hang des Weihers angelegt. Wichtigstes Gestaltungselement waren die den Park durchziehenden Sichtachsen. Eine führte dabei zum höchsten Punkt des Steilhangs und gewährte den Blick auf die im Jahr 1836 vollendete Orangerie. Diese wurde im Winter zum Schutz frostempfindlicher Pflanzen und im Sommer für gesellschaftliche Ereignisse genutzt. Erst im Jahr 1912 kam ein im Stil eines griechischen Tempels errichtetes Mausoleum hinzu, die Grabstätte der Familie Gienanth.

Das Besondere der Parkanlage war das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. So ergaben Produktionsstätten, Wohn- und Verwaltungsgebäude, der Weiher mit der Insel und der Park am Hang mit der Orangerie ein stimmiges Ensemble. Daraus wird auch der sozialgeschichtliche Aspekt der Anlage aufgezeigt. Ludwig von Gienanth, wie auch sein Sohn Friedrich, galten als Männer mit einem hohen sozialen Bewusstsein, die sich für ihre Arbeiterschaft einsetzten. Deshalb wurde das Herrenhaus auch auf dem Fabrikgelände errichtet, die Wohnbebauung der Arbeiter hingegen direkt am Weiher mit dem Park in unmittelbarer Nähe.

Geländebeschreibung

Große Teile des damaligen Ensembles sind stark dem Verfall ausgesetzt. Der auf der Insel im Weiher angelegte Pavillon ist nicht mehr zu erkennen und auch die Arbeiterwohnungen am Weiher sind nicht mehr bewohnbar. Noch erhalten sind das 1833 errichtete und mehrfach umgebaute Gärtnerhaus. Die Orangerie und der zugehörige Brunnen wurden in den 1970er Jahren durch Vandalismus zerstört, konnten aber mit Hilfe des im Jahr 2001 gegründeten Fördervereins für den Landschaftspark Friedrich von Gienanth teilweise restauriert werden. Bislang steht nur das Herrenhaus unter vollem Denkmalschutz.

Der Park ist noch stark verwildert. Der Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, die drei ehemaligen Sichtachsen mit Blick ins Tal wieder freizuschneiden, den mittlerweile verlandeten See zu reaktivieren und das Gewächshaus zu renovieren.

Teile des Areals, darunter das Herrenhaus, die Arbeiterhäuser und der Weiher sind im Besitz der Gienanth GmbH.  Der Landschaftsgarten am Hang hat mehrere Besitzer, welche sich in einem Nutzungsvertrag mit dem Förderverein darauf geeinigt haben, dass der Verein die Pflege des Parks übernimmt und ihn durch Führungen der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Park öffnet jährlich zum Tag des offenen Denkmals und dem im Zweijahres-Rhythmus stattfindenden Bärlauchfest seine Pforten. Ansonsten ist der Park der Öffentlichkeit nicht zugänglich, kann aber nach Anmeldung bei der Leitung des Fördervereins im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Literaturverzeichnis

  • Klang-Ritz, Eva. (2015). Pfälzer Gartenschau. Ludwigshafen.
  • Junker-Mielke, Stella. (o.J.). Verborgende Gärten in Rheinland-Pfalz. Bobingen.

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 32“ 56′ N, 8° 3“ 13′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
Unbekannt

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