Gutenbrunnerhof im Hüttental

Alternative Bezeichnungen: Gutenbrunnen

Der Gutenbrunnerhof entstand als ehemalige Waldhüttensiedlung und befindet sich unmittelbar nördlich des Lauberhofes sowie südwestlich von Trippstadt. Im 18. Jahrhundert wurde hier ein Bad- und Kurhaus aufgrund einer naheliegenden Quelle errichtet. Der Badebetrieb an diesem Standort war jedoch nur von kurzer Dauer.

Die Geschichte des Gutenbrunnerhofs

Der Gutenbrunnerhof, ein heutiger Annex der Gemeinde Trippstadt, befindet sich ein gutes Stück vor dem Moosalbsprung beim Lauberhof. Der Lauberhof trat bereits im Jahre 1174 durch urkundliche Erwähnungen erst als Hornbacher und anschließend als Eußerthaler Klosterbesitz in Erscheinung. Der Gutenbrunnerhof hingegen liegt auf der anderen Moosalbseite des Tals. Hütten jenseits des Baches wurden erstmals im 18. Jahrhundert erwähnt. Überwiegend lebten dort Holzfäller und Kohlebrenner mit ihren vielköpfigen Familien. Dies belegen Karten, die vom Freiherrn Franz Carl Josef von Hacke (1727-1780) in den Jahren zwischen 1762 und 1773 erstellt wurden, denn darauf waren am Waldrand Hütten eingezeichnet.

Hackesche „Cur und Bad Hauß“

In historischen Karten ist ersichtlich, dass sich dies in den drauffolgenden Jahren schnell änderte. Auf einer Karte der kurfürstlichen geistlichen Güteradministration waren die Hütten bereits im Jahre 1778 wieder verschwunden. Dafür wurde das Hackesche „Cur und Bad Hauß“ eingezeichnet, welches sich aus dem Badhaus, Nebengebäude und dem Brunnen am Hof zusammensetzte. Der in den Jahren 1752 bis 1780 residierende Freiherr Franz Carl Josef von Hacke, der unter anderem auch das Trippstadter Schloss und den Brunnenstollen errichten ließ, wollte, wie viele weitere Territorialherren der Pfalz, seine kleine Herrschaft sowohl wirtschaftlich als auch kulturell aufwerten. Aus diesem Grund ließ er neben einem Eisenwerk, von denen es zu dieser Zeit rund um Trippstadt mehrere gab, auch ein Heilbad am Gutenbrunnnerhof errichten. Jener Standort wurde gewählt, da ein Heidelberger Medizinprofessor ein empfehlendes Gutachten in Bezug auf die öffnende Wirkung des Wassers im Gutenbrunnen erstellte. Dieser Brunnen wurde wohl zwischen 1773 und 1778 erbaut, weshalb einer Eröffnung des Heilbads nichts mehr im Wege stand.

Bis heute besteht der Quellbrunnen aus einem drei Meter tiefen und aus runden behauenen Sandsteinen grob gemauerten Schacht von circa einem Meter Durchmesser. Der Wasserstand schwankt jedoch stetig. Am Grund des Brunnens soll sich ein Mauerstein mit der Jahreszahl 1742 befinden. Das Wasser wurde sowohl für Trinkkuren als auch für die Bäder am Gutenbrunnen genutzt. Damals gab es eine circa 40 Meter lange Zuleitung des Brunnens zum Badhaus. Das „Curbad“ umfasste neben dem erwähnten Badhaus (22 Meter lang, 10 Meter breit, schräges Dachgeschoss mit abgeflachten Giebeln) zusätzlich noch ein bis heute vorhandenes Vorratsgebäude, welches ein schönes Sandsteingewölbe besitzt. Zudem gab es eine Art Quellhütte und Auslaufanlage in den Wiesen am Hof. Durch den Heimatforscher Prof. Dr. Häberle (1864-1934) konnte 1909 mithilfe des vorhandenen Dachgeschosses noch etwas über die innere Einrichtung recherchiert werden. Demgemäß befanden sich im Dachgeschoss vierzehn Zimmer, in denen die Gäste des Badhauses beherbergt wurden. Die damaligen Zimmer waren jedoch relativ klein. Diese waren nur als Schlafräume gedacht, wohingegen das Untergeschoss größer war und für die Badezwecke genutzt wurde.

Nach der Schließung des Badehauses

Jedoch bestand der Badebetrieb am Gutenbrunnerhof nicht lange. Durch die Flucht der Familie von Hacke im Jahr 1793 über den Rhein war das Ende des Badehauses besiegelt. In Folge der Schließung des Bades zog vermutlich schon im Jahr 1785, der für den Lauber- und Aschbacherwald zuständige Hackesche Jäger und danach „Förster zu Pferd“ Stephan Weishauer mit Familie, Magd, Stallknecht und Forstknecht ein. Dieser blieb bis zu seinem Tode im Jahr 1824 dort, auch in seiner Funktion als königlicher bayerischer Revierförster. Anschließend wurde es an zwei Familien verkauft, die eine Scheidewand für Wohnungen einrichten ließen.

Gutenbrunnerhof seit dem 20. Jahrhundert

Die Grundmauern des früheren Badehauses sind teilweise heute noch zu sehen, da es erst relativ spät abgerissen wurde. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden immer mehr Häuser rund um das alte Badehaus errichtet und meist von Ackerleuten bewohnt. In Folge dessen entwickelte sich das ehemalige „Curbad“ zur Waldbauernsiedlung. Der Quellbrunnen wurde weiterhin als Trinkwasserquelle genutzt. Hierbei ist jedoch erwähnenswert, dass Fremde und Wanderer nach dem Genuss des Wassers meist unter Bauchschmerzen litten. Spätere Wasseranalysen, die ab 1900 immer wieder veranlasst wurden, zeigten, dass das Wasser einen außergewöhnlich hohen Anteil an Eisen, Aluminium und Mangan besitzt. Dies fällt beispielsweise heute noch auf, wenn man ein Glas mit Wasser stehen lässt. Innerhalb kürzester Zeit treten Flockungen und Niederschlag auf. Durch den regelmäßigen Konsum besaßen die einheimischen Bürger eine gewisse Resistenz gegen die Inhaltsstoffe des Wassers. Letztendlich wurde 1904 festgestellt, dass das Wasser keine Trinkwasserqualität besitzt. Die Wasserwerte sind seitdem weiterhin schlecht, da aktuell außerdem Tagwasser eindringen kann und bislang keine Veränderungen an dem Brunnen vorgenommen wurden. Erst im Jahr 1912 wurden der Lauberhof sowie der Gutenbrunnerhof mit Leitungswasser versorgt, weswegen der Brunnen immer mehr in Vergessenheit geriet.

Pläne zur Wiederherstellung des historischen Brunnens

Seit einigen Jahren bestehen Pläne zur Wiederherrichtung des historischen Brunnens, die aber bislang noch nicht umgesetzt wurden. Sie beinhalten einen Bericht über die möglichen Restaurierungsmaßnahmen des Brunnens. Demgemäß sollte beispielsweise bei der Renovierung die derzeitig oberste Steinlage abgetragen werden, da sie nicht zur alten Bausubstanz gehört und beschädigt ist. Von der Heimatkunde AG wurden schon mehrere Maßnahmen vorgeschlagen. Diese beinhalten die Errichtung eines niederen Brunnenkranzes aus Sandstein und die Anbringung eines Gitterrostes über der Brunnenöffnung. Des Weiteren sollen ein Schutzdach sowie eine kleine Tafel mit Hinweisen zur Geschichte angebracht werden.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Gutenbrunnerhof liegt nahe der L500, die am Oberhammer vorbei in Richtung Johanniskreuz verläuft. Der Hof befindet sich im oberen Wiesenthal der Moosalbe, welcher auch Hüttental genannt wird. Bevor man den Gutenbrunnerhof erreicht, muss der Lauberhof und die Moosalbe, welche südlich des Hofs verläuft, durch- beziehungsweise überquert werden. Der Trippstadter Annex befindet sich somit circa 4 Kilometer südlich des Ortskernes von Trippstadt. Fußläufig ist der Hof über Wanderwege zu erreichen, die am Großen Rothenberg im Norden verlaufen.

 

Literaturverzeichnis

  • Klaus Carl (2003). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 28. Trippstadt.
  • Rudolf Heinz (1997). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 11. Trippstadt.
  • Helmut Celim / Dieter Faas (2001). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 23. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2000). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Flurnamen. Trippstadt.
  • Dieter Faas (1995). Renovierung des Gutenbrunnens vom ehemaligen „Churbad“ auf dem jetzigen Gutenbrunnerhof. Trippstadt.
  • Dr. nat. Daniel Häberle (1912). Die Mineralquellen der Rheinpfalz - Verkürzte Fassung. o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 20“ 13′ N, 7° 47“ 28′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    Mitte des 18. Jahrhunderts

    Schlagworte:

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