Wilensteinerhof bei Trippstadt

Der Wilensteinerhof wurde erstmals im Jahr 1550 erwähnt und diente der Versorgung der Burg Wilenstein, die sich nur wenige Zehnermeter südwestlich des Hofes befindet. Er wurde im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört und im 18. Jahrhundert durch zugewanderte Mennoniten wieder erbaut. Heute befinden sich Wohnhäuser und einige landwirtschaftliche Betriebe am Wilensteinerhof.

Historie

In Wilenstein gab es zwei Burgherrschaften, die des Grafen von Falkenstein und die der Herren von Flörsheim, die bei der Burg Wilenstein auch einen Hof zur Versorgung besaßen. Dabei handelte es sich um den Wilensteinerhof, der früher auch als „Baw-Hoff“(Landbauernhof) bezeichnet wurde. Er wurde auch als Wirtschaftshof der Wilensteiner Ober- und Unterburg genutzt. Dementsprechend lag der Hof oberhalb des Halsgrabens der Burg am westlichen Bergrücken, welcher zwischen dem Kaltenborner- und dem Winzertal liegt. Erstmals erwähnt wurde der Hof 1550 in einem Text eines flörsheimer Lagerbuchs. Etwa 100 Jahre später wurden Eintragungen in Miet- und Handelsbücher für die Dorfbewohner getätigt. Bevor der Wilensteinerhof im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, wurde er vor allem für die Viehzucht und den Ackerbau genutzt.

Im Jahr 1716 waren das Burgamt und die Hofstellen im Besitz des Freiherrn von Hacke, der den ehemaligen Hof zum Wiederaufbau an mennonitische Ackersleute verpachtete.

Während der Besetzung durch französische Revolutionstruppen im Jahr 1794 wurde versucht, die wirtschaftliche Tüchtigkeit des Hofs aufrecht zu erhalten. Die Franzosen übernahmen die Verwaltung, wodurch auch das französische Recht eingeführt wurde. Schließlich floh die Familie Hacke nach Mannheim, nachdem die französischen Truppen einmarschierten. Der Hof ging als Teil des Trippstadter Dominalgutes mit Wald, Schloss und Land an die Familie Nebel und Neunreuther, welche in Straßburg ansässig waren, über. Die Erbbestände wurden dabei ebenfalls übernommen. Am Pachtstatus des Hofes änderte sich nichts. Später siedelten sich am Wilensteinerhof auch Menschen an, die keine Bauern waren.

Die Pfalz wurde im Jahr 1816 dem Königreich Bayern unterstellt. Im Jahr 1833 erwarb Ludwig von Gienanth (1767-1848) Teile des Areals rund um den Wilensteinerhof. Die Erbbestandablösung der Pächter fand im Jahr 1843 durch den Notar Jacobi in Kaiserslautern statt. Familie Göngrich mit Ehefrau Eilsabeth Imhoff und Johan Imhoff mit Ehefrau Katharina Brennemann erwarben einige Anteile des Wilensteiner Felds. Später sind sie die Eigentümer geworden. Die Familie Gienanth kaufte die den Bauern gehörenden Ackerflächen auf dem Nabenberg. So wurde der Ablösepreis für die ehemaligen Bestände erleichtert, wodurch letzten Endes die landwirtschaftlichen Flächen des Nabenberges aufgeforstet wurden.

Die Mennoniten bewohnten den Wilensteinerhof mehrheitlich bis in das 20. Jahrhundert hinein. Zum Wilensteinerhof gehörte auch die Ziegelhütte und der Ziegelbrunnen, der die Wasserversorgung des Hofes sicherte. Heute existieren am Wilensteinerhof landwirtschaftliche Vollbetriebe und Wohnhäuser mit Ställen und weiteren Nebengebäuden. Auch ein Karitas Förderzentrum, zu welchem auch ein Bauernhof hinzugehört, ist am Hof vorhanden. Nördlich des Wilensteinerhofs befindet sich ein Mennonitenfriedhof aus dem 18. Jahrhundert. 

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Wilensteinerhof befindet sich circa einen Kilometer westlich der Gemeinde Trippstadt. Über Wege im Kaltenborner Tal und Karlstal kann der Hof fußläufig erreicht werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit von der K53, über den Wilensteiner Weg, an den Hof zu gelangen. Direkt angrenzend befindet sich die Burg Wilenstein. Zudem kann hier nach einem Abstieg von der Anhöhe des Hofs die Karlstalschlucht erreicht werden. Hier verläuft auch die L500, die eine Anbindung an die B270 ermöglicht.

Literaturverzeichnis

  • Dieter Faas (2016). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 65. Trippstadt.
  • Helmut und Rosemarie Celim (2003). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 29. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2009). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Wilensteiner Hof. Trippstadt.
  • Kurt Knebel (2000). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Sonderheft Flurnamen. Trippstadt.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 21“ 18′ N, 7° 45“ 17′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1550

    Schlagworte:

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