Historische Eisenbahnstrecke der Biebermühlstrecke

Die 1875 in Betrieb genommene ehemalige Biebermühlstrecke war eine Verbindung zwischen Pirmasens Hauptbahnhof und der Haltestelle Biebermühle (ab 1938 Pirmasens Nord). Diese Verbindung war eine Zweigbahn der Queichtalbahn zwischen Zweibrücken und Landau. Die Strecke wird bis heute genutzt.

Geschichte

Mit dem Bau der Biebermühlstrecke zwischen Pirmasens und der Station Biebermühle wurde bereits 1872 begonnen. Drei Jahre später konnte die Strecke über eine Länge von 6,9 Kilometer fertig gestellt werden. Dabei mussten 120 Höhenmeter überwunden werden. Auf dieser Strecke lagen das über dreißig Meter hohe Peterstal-Viadukt sowie der 914 Meter lange Fehrbach-Tunnel. Die Bahnstrecke wurde eingleisig befahren und wies vor und innerhalb des Fehrbacher Tunnels eine ungünstige Steigung auf. Deshalb konnte die Biebermühlstrecke nur mit starken Tenderloks befahren werden.

Um den zu überwindenden Höhenunterscheid etwa auf die Hälfte zu reduzieren, wurde 1936 mit dem Bau eines ungefähr parallel verlaufenden zweiten Gleises westlich und oberhalb des bestehenden Gleises begonnen. Auch dieses Gleis erhielt einen Tunnel, den neuen Fehrbacher Tunnel. Diese Trasse führte mit einer gleichmäßigeren Steigung den Hang des Steinbachtals hinauf, wodurch eine extreme Steigung im Tunnel vermieden werden konnte. Die zweite Strecke wurde erst kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) im Sommer 1939 in Betrieb genommen. Die neue Trasse diente dabei zur Bergauffahrt, die alte für bergab fahrende Züge in Richtung Norden.

Im Zuge des neuen Trassenbaus wurde auch eine weitere Überführung errichtet, nämlich das Hexental-Viadukt. Optisch erinnern die Viadukte über das Peters- und das Hexental an die Viadukte im Alpenraum. Beide Viadukte sind über dreißig Meter hoch und zählen zu den eindrucksvollsten der Pfalz.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Gleise der Biebermühlstrecke so stark beschädigt, dass vom Kriegsende bis in die 1950er Jahre hinein wieder die alte Strecke genutzt werden musste. Nach der Wiederherstellung des neuen Tunnels wurde die Strecke durch den alten Tunnel nicht mehr planmäßig befahren. Im Jahr 1996 wurde schließlich der Verkehr auf dieser Route eingestellt. Der alte Tunnel ist heute ein verbliebenes Relikt in der Landschaft. Beide Tunnel führen unter der heutigen B10 sowie der Zweibrücker Straße hindurch.

Die ehemalige Biebermühlstrecke mit den beiden Viadukten und dem neuen Fehrbach-Tunnel wird bis heute befahren.

In der Literatur werden die Biebermühlstrecke und die Moosalbtalbahn häufig synonym verwendet. Aus historischer Sicht ist diese Bezeichnung allerdings zu weitläufig und zu allgemein beschrieben. Die unterschiedlichen Zeitdaten lassen keine Zusammenfassung zu einer Begriffserklärung zu, denn die Moosalbtalbahn wurde erst 1904/1913 in Betrieb genommen. Sie führte von Pirmasens Biebermühle (später Nord) in Richtung Kaiserslautern Hauptbahnhof.

Literaturverzeichnis

  • Sturm, Heinz (1967). Die pfälzischen Eisenbahnen. Speyer.
  • Mühl, Albert (1982). Die Pfalzbahn. Stuttgart.
  • Spielhoff, Lothar (2011). Lokomotiven der pfälzischen Eisenbahnen. Germering.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 14“ 1′ N, 7° 36“ 1′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
seit 1875

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