Katholische Pfarrkirche St. Andreas in Landstuhl

Alternative Bezeichnungen: Marienkapelle Landstuhl

Die katholische Pfarrkirche St. Andreas in Landstuhl wurde im barocken Stil zwischen 1752 und 1753 errichtet. An gleicher Stelle stand zuvor die Marienkapelle, die erstmals 1496 erwähnt wurde. Der bedeutende Ritter Franz von Sickingen (1481-1523) wurde in der Gruft unter dem Hochaltar beigesetzt.

Geschichte

Im Jahre 1753 wurde die katholische Pfarrkirche St. Andreas in den letzten Jahren unter dem regierenden Adelsgeschlecht von Sickingen geweiht. Die Kirche entstand an der Stelle der ehemaligen Marienkapelle, die erstmals im Jahre 1496 erwähnt wurde und aufgrund von Baufälligkeit 1751 abgerissen werden musste. Bereits im 14. Jahrhundert existierte außerhalb der Stadtgrenze eine St. Andreaskirche, die über die Jahrhunderte stark beschädigt und zurückgebaut wurde. Dabei handelt es sich um die heutige Heilig-Kreuzkapelle. Man entschied sich also dazu eine größere Pfarrkirche innerhalb der Stadtgrenzen zu errichten, die den Namen der ehemaligen St. Andreaskirche übernahm.

Der Sakralbau St. Andreas entstand unmittelbar am alten Wartturm der Verbindungsmauer zwischen Schloss und Stadt. Dieser mittelalterliche Turm wurde in den Bau der Kirche integriert und diente von nun an als Glockenturm. Dies ist der Grund, weshalb er sich stilistisch stark vom Rest des Kirchengebäudes unterscheidet.

In der Kirche ist das Grabdenkmal des Ritters Franz von Sickingen untergebracht. Der Ritter posiert in Rüstung auf einem Löwen stehend und symbolisiert Macht und Stärke. Vermutlich wurde die Skulptur von seinen Söhnen im 16. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Unter dem Hochaltar befindet sich die Gruft der Sickinger Herren. Bereits vor dem Bau der Kirche hatte diese ihren Platz in der vorherigen Marienkapelle. Auf der Suche nach den originalen Gebeinen des Franz von Sickingen, wurde die Gruft in den letzten Jahrhunderten immer wieder geöffnet. 1939 nahm man an, die Gebeine gefunden zu haben und überbrachte sie dem Anthropologischen Institut in München. Nachdem die Kirche im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Gruft abbrannte, verschwanden die letzten sterblichen Überreste des Sickinger Adelsgeschlechtes und somit auch die Hoffnung, Franz von Sickingens Gebeine tatsächlich noch zu finden.

Baubeschreibung

Die St. Andreaskirche wurde 1753 als barocke Stadtkirche geweiht. Ein ehemaliger Wehrturm in der Verbindungsmauer zwischen Schloss und Stadt dient als Glockenturm. Er unterscheidet sich stilistisch zum Rest der Kirche, da er bereits im Mittelalter errichtet wurde. Aufgrund von Baufälligkeit wurde 1869 der ursprüngliche Spitzturm gegen ein geschiefertes, tetraedisches Dach ersetzt und zudem eine Galerie eingebaut.

Die barocke und lichtdurchflutete Saalbaukirche ist eine imposante und eine der bedeutendsten Kirchen der Region aus dem 18. Jahrhundert. Sie besitzt vier Fensterachsen, einen fünfseitigen Schluss und zwei Säulenportale. Die Innenausstattung ist durch eine reiche Rokoko-Verzierung geprägt. Der Hochaltar ist auf vier freistehenden Säulen gebaut, die ein halbkreisförmiges Balkenwerk mit einer reich verzierten Krone tragen. Der Taufstein, die Empore, das Weihwasserbecken im Rokokostil, das Chorgestühl mit Schnitzereien und dem Wappen der Sickinger, die Beichtstühle und die Kommunionsbank stammen aus der Erbauungszeit der Kirche. Von den original italienischen Malereien an den Wänden und der Decke ist nichts mehr vorhanden. Die Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert bilden den Kreuzweg Jesu Christi ab. Die klassizistischen Seitenaltäre sind der Mutter Gottes und dem St. Judokus geweiht. Dies wurde aus der früheren St. Andreaskirche übernommen, in welcher ebenfalls die zwei Seitenaltäre diesen beiden Personen geweiht waren.

Zwischen Turm und Portal steht das Grabdenkmal des Franz von Sickingen, der stehend auf einem Löwen seine Macht demonstriert. Unter dem Hochaltar im Chorraum liegtdie Gruft des Sickinger Adelsgeschlechts, welche im Zweiten Weltkrieg abbrannte und somit auch die letzten Überreste des Franz von Sickingen den Flammen zum Opfer fielen.

Das Objekt „Katholische Pfarrkirche St. Andreas“ in Landstuhl ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die katholische Stadtkirche St. Andreas wurde Mitte des 18. Jahrhunderts hinter den Stadtmauern errichtet. So wie damals liegt die Kirche auch heute noch sehr zentral inmitten von Landstuhl – westlich unterhalb der Burgruine Nanstein. Über die Autobahn 6 ist Landstuhl mit dem PKW ideal erreichbar. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Der Bahnhof befindet sich in zehn bis fünfzehn Minuten fußläufig entfernt.

Über den Hintereingang kann man das Kirchengebäude barrierefrei betreten.

Literaturverzeichnis

  • Schauder, Karlheinz (1994). Kirchen in Landstuhl. In: Heimatjahrbuch des Landkreises Kaiserslautern 1994. Hrsg. von der Kreisverwaltung Kaiserslautern. Verlag Franz Argobast. Kaiserslautern.
  • Matt, Georgia (1991). Kulturdenkmäler im Landkreis Kaiserslautern. Hrsg. von der Kreisverwaltung Kaiserslautern. Kaiserslautern.
  • Dekanat Landstuhl (1946). Von Landstuhls Pfarrgeschichte, Katholisches Kirchenblatt des Dekanates Landstuhl. 2.1946/47, Nr. 12-13, 15-20. Landstuhl.
  • Dahl, Ludwig (1908). Landstuhl. Seine Vergangenheit und Gegenwart. Josef Stützel Verlag. Landstuhl.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2017). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Koblenz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:
Koordinaten:

49° 24“ 35′ N, 7° 34“ 12′ O

Datierung:
1753

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