Burg Nanstein auf dem Kahlenberg

Die im 13. Jahrhundert erbaute Burg Nanstein ist eine der am besten erhaltenen Burgen der Westpfalz und befindet sich in der Gemeinde Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern. Die Burg liegt in Spornlage am westlichen Ende des Kahlenbergs oberhalb der Stadt Landstuhl, mit der die Burg über Mauern ehemals verbunden war. Angelegt wurde die Burg zur Überwachung der Straße vom Rheintal über Kaiserslautern nach Lothringen.

Geschichte

Eine genaue Datierung der Errichtung der Burg Nanstein ist nicht gegeben. Mit Sicherheit wurde aber eine Wehranlage 1253 in einer Schenkungsurkunde vermerkt. Die Burg diente zur Überwachung der Straße vom Rheintal über Kaiserslautern nach Lothringen. Spätere Schriftquellen belegen, dass die Burg im späten 13. Jahrhundert eine Reichsburg war, die von den römisch-deutschen Königen als Lehen zunächst an die Herren von Dhaun-Oberstein und nach deren Aussterben 1322 an die Grafen von Zweibrücken kam. Aufgrund dieser Lehnsbindung ging die Burg Nanstein 1340 in den Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein, an Graf Walrams II. von Zweibrücken über. Im 14. und 15. Jahrhundert wechselte die Burg immer wieder den Besitzer, was den Charakter einer Reichsburg endgültig zerstörte. Zu den Inhabern zählten neben den Grafen von Zweibrücken auch die Wildgrafen, Raugrafen, die Grafen von Sponheim, Veldenz, Leiningen und Nassau-Saarbrücken.

1482 gelangte ein Viertel der Burganteile auf dem Erbweg an den kurpfälzischen Hofmeister Schweikhard VIII. von Sickingen. Sein Sohn Franz erbt nach dessen Tod im bayerischen Erbfolgekrieg 1505 seine Anteile an der Burg Nanstein. In den Jahren zwischen 1518 und 1521 konnten alle anderen Besitzanteile der Burg sowie die Herrschaft über die Burg durch seinen Sohn gewonnen werden. Ab 1518 wurden umfangreiche Neu- und Umbauten an der Burg vorgenommen, die vorwiegend dem Zweck einer günstigeren und verstärken Verteidigungsposition einnehmen zu können, dienten. Im Zuge dessen wurde das „Große Rondell“ errichtet, welches zu den größten Geschütztürmen seiner Zeit zählte.

Am 29. April 1523 wurde die Burg Nanstein von Kurfürst Ludwig V von der Pfalz, Erzbischof Richard von Trier und Landgraf Philipp I. von Hessen neun Tage lang belagert und durch Dauerbeschuss mit etwa 600 Schuss am Tag stark beschädigt. Am 7. Mai starb Franz von Sickingen aufgrund einer Verletzung durch einen herabgestürzten Balken der Burg. Mit seinem Tod erlosch der Einfluss des Rittertums in der Pfalz als politische Macht endgültig. Der Fall der Burg Nanstein war ein sichtbares Symbol und der Endpunkt für den Niedergang der Burgen in der Pfalz.

In den folgenden Jahren wurde zunächst der Wiederaufbau der Burg untersagt. In dieser Zeit wurde die Burg von kurpfälzischen Amtsleuten im Auftrag der Pfalzgrafen verwaltet. Erst 1542 wurde den Söhnen Franz von Sickingens die Burg Nanstein als Lehen zurückerstattet. Sie nahmen einen Wiederaufbau der Burg zu einem Renaissanceschloss vor, welcher gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch Reinhard von Sickingen vollendet wurde.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurden Schloss und Stadt eingenommen und 1643 an lothringische Einheiten übergeben. Erst 1668 wurden die Lothringer durch Kurfürst Karl I. Ludwig von der Pfalz vertrieben. Die endgültige Zerstörung der Burg Nanstein fand im Jahr 1689 durch französische Truppen statt.

Baubeschreibung

Die Höhenburg liegt am Ende eines langgestreckten Höhenzugs mit einer Ausdehnung von 120 mal 60 Meter. Der Grundriss ist unregelmäßig geformt und heute nicht mehr vollständig zu erkennen. Heute sind noch Überreste von Palas und Stadtmauer, Batterieturm, Schildmauer, Vorburg mit Kapelle und großer Bastion der ehemaligen Burg zu sehen.

Zur Hauptburg gelangte man durch das innere Burgtor. Neben dem Geschützturm sind einige Räume erhalten, die als Küche mit Ausguss und Nebengebäude dienten. An der Innenseite der Schildmauer ist ein Gewölbekeller angebaut, über dem sich ein saalartiges Gebäude erhob, was als Speisesaal fungierte. Westlich des Oberburgfelsens befindet sich ein kleiner Hof, an dessen Südwestende Überreste eines Treppenturms erhalten sind. Dieser hat ein bemerkenswertes gotisches Portal, an dem das Wappen der Sickinger mit der Jahreszahl 1518 angebracht ist. Daran schließen mehrere Räume an. Einer davon gilt als Sterbekammer Franz von Sickingens.

Die Oberburg ist die ursprüngliche Kernburg auf dem 50 mal 15 Meter hohen Felsklotz. Hier standen die herrschaftlichen Wohngebäude der mittelalterlichen Burg. Heute sind lediglich noch ein zweigeschossiger Mauerstumpf und der Rest eines Turms erkennbar. Zum südwestlichen Vorhof gelangte man durch das Haupttor. Die westlichen Umfassungen des Vorhofs sind in zickzack-Form erbaut, was als Sternwerk bezeichnet wird. Das Sternwerk, sowie die Toranlage wurden erst nach 1542 errichtet. Hier schließt die Stadtmauer an die Burgmauer an. Heute sind von der Vorburg noch Relikte eines an die Außenmauer angebrachten Wachhauses und unmittelbar daneben einer spätgotischen Burgkapelle übrig. Von anderen ehemaligen Gebäuden sind nur noch Fundamentspuren sichtbar.

Der Batterieturm wurde 1518 oberhalb eines Grabens an der Südostecke von Franz von Sickingen errichtet. Er bot die Möglichkeit der Verteidigung durch große rechteckige Schießkammern und wies einen Durchmesser von 26 Metern sowie eine Mauerstärke von sechs Metern auf. Der Turm wurde 1693 gesprengt.

Die 20 Meter lange und sechs Meter starke Schildmauer befindet sich auf der Angriffsseite im Osten und wurde auf das bereits vorhandene Felsmassiv aufgesetzt. In der Schildmauer wurden Mauerreste aus dem 13. und 14. Jahrhundert verbaut. Die 30 Meter lange Südfront ist zwischen 1518 und 1523 gebaut worden. Sie ist mit einem kleinen Rondell von einem Durchmesser von zwölf Metern ähnlich gebaut wie die Schildmauer. Die Südfront ist fünf bis sechs Meter stark und war ursprünglich 16 Meter hoch.

Renovierung und Erhaltung

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird mit Sicherungs- und Freilegungsmaßnahmen dem Verfall der Ruine Nanstein Einhalt geboten. In den 1930er Jahren und in der jüngsten Vergangenheit wurden größere Sanierungsarbeiten durchgeführt. Die Burg Nanstein steht unter Denkmalschutz (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Kreis Kaiserslautern, S.15).

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Zufahrt zur Burg ist ab dem Zentrum Landstuhls ausgeschildert. Der Parkplatz befindet sich an der Südseite der Burg.

Literaturverzeichnis

  • Thon, A. (2015). Die Zeit der letzten Ritter: Franz von Sickingen und die Reformation im Südwesten. Regensburg.
  • Herrmann, W. (2015). Auf rotem Fels: Ein Führer zu den schönsten Burgen der Pfalz und des elsässischen Wasgau. Karlsruhe.
  • Keddigkeit, J. (2007). Pfälzisches Burgenlexikon Kaiserslautern.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 24“ 35′ N, 7° 34“ 24′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1253 bis 1689

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