Mühlrad der Unterschernauer Mühle in Ramstein

Alternative Bezeichnungen: Unnerscht Mühl

Die Unterschernauer Mühle war eine Säge-, Öl- und Mahlmühle mit fünf Mühlrädern und Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Sie wurde 1685 erbaut und 1884 endgültig abgerissen. Heute findet sich an der Stelle ein Gedenk-Mühlstein, der 1999 gefunden wurde.

Geschichte

Die Unterschernauer Mühle, im Volksmund auch „unnerscht Mühl“ genannt, wurde 1685 von Amtsschultheiss Salinger wiederaufgebaut. Schon Jahrhunderte davor muss an der gleichen Stelle eine Mühle gestanden haben, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1414 zeigt. Danach ist aber eine lange Zeit nichts mehr von einer Mühle an diesem Ort bekannt. Salinger verkaufte schließlich Ende des 17. Jahrhunderts das Anwesen an den Landschreiber Heyler.

Im Jahr 1722 gelangte der Hof Unterschernau und die dazugehörige Sägemühle, durch abermaligen Verkauf, in den Besitz des kurfürstlichen Konferenzialministers und Oberamtmannes zu Lautern – Heinrich Wilhelm Freiherr von Sickingen. Heinrich Wilhelm war mit dem damaligen Kurfürsten Karl Theodor (1724-1799) befreundet und erhielt von diesem weiteres Bruchland bei der Unterschernau als Geschenk. Der Freiherr von Sickingen erweiterte darauf hin den Hof durch eine Mahl- und Ölmühle sowie durch weitere Gebäude. Er verpachtete die Säge-, Öl- und Mahlmühle mit allen Gebäuden dann an Temporalbeständer. Im Jahr 1750 kam es zu einem vernichtenden Brand und die Mühle brannte bis auf die Grundmauern nieder. Im Folgejahr, 1751, wurde sie direkt vom Freiherr von Sickingen wieder neu aufgebaut. Der erste Pächter nach dem Wiederaufbau war der Ramsteiner Schultheiß Daniel Everling. Wegen der Erbstreitigkeiten der Sickinger kam es immer wieder zu einem Wechsel der Besitzer.

Der Freiherr Heinrich Wilhelm von Sickingen starb im Jahr 1757 und danach ging das Land und die Mühle in Ramstein an dessen Neffen Josef Karl Ferdinand Franz, Freiherr von Sickingen und dessen sechs Brüder. Die letzten Sickinger Besitzer der Mühle führten einen erbitterten Erbschaftsstreit, der erst durch den Einmarsch der französischen Revolutionstruppen beendet wurde.

Im Jahr 1784 erwarb der Bauer Bardens, als die Besitztümer der Sickinger versteigert wurden, den gesamten Hof mit Mühle. Da die Wasserverhältnisse der Mühle für die fünf Mühlräder nicht ausreichten, ließ Bardens im Jahr 1791 den gestauten Mühlweiher auslaufen. Seine Tochter heiratete Jakob Stuppy (Stupe) aus Hütschenhausen. Dieser übernahm 1794 nach dem Tod des Schwiegervaters den Hof und machte ihn durch viele Maßnahmen zu einem angesehenen pfälzischen Großhöfe. Seine Söhne führten die Mühle bis ins Jahr 1870 weiter, aber die Mühle war nicht mehr rentabel, sodass ein Teil 1874 und der Rest 1878 an den Forstärar verkauft werden musste.

Bis 1880 waren einige Gebäude noch bewohnt aber im Jahr 1884 wurde die Gebäude mit Weiher von Reichswaldgenossenschaft angekauft und auf Abriss versteigert. Mit der Ablassung der Weiher im Jahre 1879, der Entfernung aller Dämme und Stauvorrichtungen, der Auffüllung des alten Mühlbachbettes und dem Moorbachgradstich durch die beiden früheren Weiher hindurch, vollzog sich ein wesentlicher Wandel im Landschaftsbild. Der letzte Rest der alten Mühlteichwirtschaft verschwand, um der modernen Moorkultur Platz zu machen.

Übrig blieb nur ein Lindenbaum und der Milchkelller, welcher von den Ramsteiner „em Hannes sei Loch“ genannt wird, da angeblich ein Frauenmörder namens Hans im Keller eingesperrt gewesen sein sollte, andere behaupten „der Schinderhannes“ hätte sich dort versteckt.

Im Jahr 1999 fand man eines der fünf Mühlräder, welches heute, am ehemaligen Standort der Mühle, an die Unterschernauer Mühle erinnert.

Objektbeschreibung

Die Unterschernauer Mühle war eine Säge-, Öl- und Mahlmühle mit fünf Mühlrädern und Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Zu der Unterschernau gehörten ebenso noch einige Mühlweiher.

Heute findet sich an der Stelle ein Gedenk-Mühlstein, der 1999 gefunden wurde. Unmittelbar neben dem Gedenk-Mühlstein für die alte Unterschernauer Mühle befindet sich der alte Milchlkeller. Er ist einseh-, aber nicht betretbar.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Unterschernauer Mühle befand sich östlich von Ramstein, wo sich heute das Freizeitbad Azur und Teile der Ramsteiner Air Base befinden. Die Straße entlang des Azurs heißt auch heute noch Schernauer Straße. Das Gedenk-Mühlrad erreicht man über die Abzweigung der Landstraße  L 356 in Richtung Waldparkplatz des Freizeitbades. Auf dem Parkplatz des Schwimmbades bestehen Parkmöglichkeiten und es befindet sich eine Bank an dem Mühlrad mit einer Informationstafel.

Literaturverzeichnis

  • Brehmer, Kurt (1987). Ramstein im Wandel der Zeit Ramstein .

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 26“ 41′ N, 7° 34“ 18′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1685

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