Protestantische Kirche in Katzweiler

Die protestantische Kirche in Katzweiler wurde 1826 eingeweiht. Sie wurde nach Plänen des königlichen Communal-Bauinspektors Johann Friedrich Schwarze errichtet. Die Kirche ist eine der seltenen Saalanlagen des Spätklassizismus. Besonderheit ist, dass es keinen Chor aufweist.

Geschichte

In dem Ort bestand schon seit dem 13. Jahrhundert eine Pfarrei, die unter dem Patronat des Stiftes in Lautern stand. Mit der Einführung der Reformation (1517-1648) wurde Katzweiler 1565 eine evangelische Gemeinde. Nachdem im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) das Dorf völlig zerstört war, konnte erst 1698 wieder ein Pfarrer eingesetzt werden. Die ehemalige Frühmesser-Kapelle, die man in den folgenden Jahren simultan nutzte, fiel 1707 an die Reformierten. Nach der Union von 1818 wurde das alte baufällige Kirchlein abgerissen und an seiner Stelle, dem höchsten Punkt des Dorfes, durch ein neues Gotteshaus ersetzt.

Die Pläne dazu fertigte der Königliche Communal-Bauinspektor Johann Friedrich Schwarze an, der aus Stendal in Pommern stammte. Die Erbauungszeit zog sich über mehrere Jahre hin, weil die Bauern mit ihren Gespannen die Baumaterialien nicht so schnell herbei schaffen konnten. 1826 konnte der erste Gottesdienst in der neuen Kirche gehalten werden.

Baubeschreibung

Das Gotteshaus zählt zu den seltenen Saalanlagen des Spätklassizismus, einer Kunstrichtung, die antike Formen nachzubilden suchte. Der rechteckige und chorlose Bau ist nach Westen gerichtet und hat fünf Fensterachsen. Die Fenster sind als herausragendes Gliederungselement zweigeschossig angelegt, haben große breite Flächen und ein gestuftes Gewände.

Die unteren Fenster sind rechteckig und dreigeteilt, die Pfeiler haben gekehlte Stützen. Die oberen Fenster sind halbkreisförmig und stehen auf einem kräftigen Gesims. In einem breiten durchlaufenden Fries werden die Öffnungen durch einen waagrechten Sturz in zwei Zonen geteilt. Diese besondere Art der Fenstergestaltung hatte Baumeister Schwarze aus Preußen übernommen.

Die Portale an den Längsseiten werden durch einen leichten Vorsprung hervorgehoben und von schweren Pfeilern flankiert. An der Ostseite befindet sich der Frontturm mit drei Geschoßen und einem geschieferten Spitzhelm. Im Untergeschoß führt der Eingang zu einer Vorhalle, im zweiten Geschoß ist das Zifferblatt der Uhr angebracht, das dritte enthält die Klangarkaden mit je drei rundbogigen Öffnungen.

Die Innenausstattung stammt zum Teil aus der Erbauungszeit der Kirche. Die Kanzel ist an der Westwand angebracht: der vieleckige Körper wird von einem Steinpfeiler getragen, sein Schalldeckel ist mit schneckenförmigen Verzierungen geschmückt. Die erste Orgel der Kirche war eine dreitürmige Anlage mit reichem Rokokosprospekt. Die heutige Orgel, wie ihre Vorgängerin auf der Ostempore aufgestellt, wurde 1911 von der Firma G.F. Steinmeyer in Oettingen angefertigt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die protestantische Kirche steht inmitten des Ortes Katzweiler im Landkreis Kaiserslautern. Katzweiler ist an das regionale Schienennetz angebunden.

(Karlheinz Schauder, 2006-2010)

Literaturverzeichnis

  • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie "Dorf- und Stadtkirchen im Landkreis Kaiserslautern". Erschienen in der "Rheinpfalz". o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 30“ 12′ N, 7° 41“ 47′ O

    Datierung:
    1826

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