Protestantische Kirche in Hinzweiler

Die erste protestantische Kirche in Hinzweiler wurde vermutlich schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Die heutige protestantische Kirche in Hinzweiler wurde im Jahr 1727 erbaut. Lediglich der Turm stammt bereits aus dem 17. Jahrhundert.

Geschichte

Die Anfänge des Kirchturms in Hinzweiler liegen vermutlich schon im Jahr 1225. Bis zur Reformation gehörte Hinzweiler zum Kirchspiel der Hirsauer Kapelle in Hundheim. Bereits 1451 genehmigte jedoch der Probst des Klosters Offenbach die Anstellung eines eigenen Priesters für die Gemeinden Hinzweiler, Oberweiler im Tal und Eßweiler. Als Sitz einer selbständigen lutherischen Pfarrei ist der Ort seit 1544 belegt. Beim Übergang des Eßweiler Tals an Pfalz-Zweibrücken 1595 wechselte man zum reformierten Bekenntnis. Die Genehmigung zur Anstellung eines eigenen Priesters von 1451 überliefert auch die Existenz einer Kapelle in Hinzweiler, die dem heiligen Antonius geweiht war. Im Jahr 1591/92 wurde die Kirche um einen eigenen Friedhof erweitert. Von dieser wohl nur wenig früheren errichteten Kirche ist lediglich der Chorraum erhalten geblieben, über dem um 1600 ein Glockenturm errichtet wurde. Auf seiner Nordwand befindet sich eine Weltgeschichtsdarstellung der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (1965 freigelegt und 1974 stark übermalend restauriert), von der sich Maria und Johannes der Täufer vor dem thronenden Christus sowie der Zug der Seligen und die Verdammten erhalten haben. Über eine heute geschlossene Tür auf der Südseite des Turms befindet sich das Fragment eines römischen Weihesteins mit der Darstellung des Herkules.

Der heute dreigeschossige Turm entstand zwischen 1591 und 1609, nachdem 1591 die herzogliche Genehmigung zur Anlage eines Kirchhofs und zum Bau eines Glockenturms erteilt worden war. Die Fertigstellung der beiden Obergeschosse und eines spitzen Turmhelms überliefert die in die östliche Schallarkade eingetragenen Datierung 1609. Im Jahr 1726 stürzte das Gebäude ein und mit einem Neubau der Kirche wurde 1727 an den alten Turm begonnen.

1886/87 wurden grundlegende Renovierungen des Kirchenschiffs mit der Erneuerung von Dachstuhl, Decke, Fenster, Kanzel, Altar, Gestühl und Orgel für 14000 Mark vorgenommen. Der Kirche wurde 1932 vom protestantischen Frauenbund ein Fenster mit der Christus-Figur gestiftet. Die letzte umfassender Renovierung wurde dann 1973/74 vorgenommen, unter anderem wurde das Christus-Fresko restauriert, die Holzdecke gereinigt, die Fenster komplett erneuert und eine Warmluftheizung eingebaut.

Objektbeschreibung

Im 18. Jahrhundert wurde das baufällige, alte Langhaus auf der Westseite des Turms abgerissen und über dem alten Friedhof im Norden ein dreiseitig geschlossener Saalbau errichtet. Das auf den Langseiten mit Rundbogenfenstern versehene, am Ostportal 1727 datierte Langhaus steht über einem hohen, den steilen Hang ausgleichenden Sockel. Der Dachstuhl und die vollständig erhaltene Ausstattung mit Empore, Orgel, Kanzel, Pfarr- und Presbyter Stuhl stammen von einer umfassenden Erneuerung im Jahre 1886/87. Das Deckengemälde wurde 1974 von Günther Humbert aus Landau, ausgeführt. Zwischen Pfarrstuhl und Kanzel ist die Grabplatte des ehemaligen Pfarrers Johannes Kuchius (1688-1741) angebracht. Der in zeittypischer Tracht als kleines Hochrelief Dargestellte war seit 1781 reformierter Pfarrer des Eßweiler Tals. Unter der Treppe zur Empore befindet sich die schlichte Grabplatte des ehemaligen Oberschultheiß zu Hinzweiler Simon Peter Gervinus.

Die protestantische Kirche in Hinzweiler ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Protestantische Kirche liegt im Westen des Ortes Hinzweiler, an der Ecke zwischen Hauptstraße und Am Wingertsberg. Parkmöglichkeiten ergeben sich im direkten Umkreis der Kirche.

Weitere Informationen sind in der Häuserchronik der Ortsgemeinde Hinzweiler zu finden.

Literaturverzeichnis

  • Ortsgemeinde Hinzweiler (2016). Hinzweiler Häuserchronik Hinzweiler.
  • Schüler-Beigang, Christian (2009). Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 16. Kreis Kusel. Worms.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Lage:
    Koordinaten:

    49° 35“ 27′ N, 7° 32“ 47′ O

    Datierung:
    1727

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