Protestantische Kirche in Miesau

Die protestantische Kirche in Miesau wurde im Jahr 1738 eingeweiht. Sie wurde im barocken Stil errichtet. Das markanteste Merkmal dafür ist die Zwiebelhaube auf dem Dachreiter. Der schlichte Saalbau verfügt über keinen eigenen Kirchturm.

Geschichte

Das heutige Gotteshaus steht an der Stelle, an der 1737 eine kleinere Kirche, die ehemalige Laurentius-Kapelle, abgerissen wurde. Nach einigen Anträgen der protestantischen Pfarrgemeinde an die geistliche Administration der Kurpfalz genehmigte der Kirchenrat in Heidelberg damals eine Sammlung, und die geistliche Güterverwaltung in Mannheim gewährte einen Bauzuschuss von 113 Gulden. Den unbekannten Rest der Baukosten musste das Dorf selbst aufbringen. Vollendet war die Kirche 1738, wie die Inschrift über dem Hauptportal bezeugt.

Baubeschreibung

Man sieht es der Kirche im Stil des Bauernbarock an, dass die Gemeinde nur über geringe Mittel verfügte. Ein bedeutender Baumeister war seinerzeit bei der Planung wohl nicht beteiligt, dafür aber bei der Ausführung einige tüchtige Handwerker. Das Gotteshaus wurde als einfacher Saalbau im sachlichen Rundbogenstil erstellt, ohne angefügten Chorraum und eigenen Turm. Dafür sitzt an der Nordwestseite ein verschiefertes Zwiebeltürmchen als Dachreiter. Die Ausstattung der Kirche ist einfach und zweckmäßig, wie es dem reformierten Verständnis entspricht.

Nach mehreren Renovierungen folgte 1986/87 eine umfangreiche Erneuerung, zu der die Bevölkerung eine größere Spende beitrug. Dabei wurde der Innenraum fast völlig entleert, nur die Empore auf starken Eichenstämmen blieb stehen. Gemäß dem Muster der alten Kirchenbänke schaffte man neues Gestühl an, dessen Holz naturbelassen blieb. Auch laugte man die Farbe der Empore ab, so dass mit den tragenden Säulen ein geschlossener Gesamteindruck entstand.

Die bisherigen Lampen wurden durch Wand- und Deckenleuchten im Stil des Barock ersetzt. Zu einem Schmuckstück des Gotteshauses geriet die Kanzel, deren Eichenholz man mit Goldauflagen verzierte. Für den Altar, der in einem Gärtchen steht, schuf der zeitgenössische Künstler Keller aus Höhr-Grenzhausen ein modern empfundenes Kreuz.

Die Kirche, die mehr als 250 Jahre räumlicher und geistlicher Mittelpunkt der protestantischen Gemeinde in Miesau ist, präsentiert sich heute in einem schlichten, aber gerade dadurch sehr ansprechenden Baustil. Die Bevölkerung beging 1988 das Jubiläum des Gotteshauses mit einem feierlichen Gottesdienst. Der bekannte Schriftsteller Heinrich Kraus, der seit Jahrzehnten in dem Ort lebt, schrieb dazu ein Gedicht, das mit der Zeile endet: „Es Kärchelche steht noch, noh grusliche Zeite.“

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die protestantische Kirche liegt inmitten des Ortes Miesau an der St. Wendeler Straße. Parkplätze sind unmittelbar vor Ort von der Schulstraße aus zu erreichen. Miesau ist der nördliche Ortsteil der Ortsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau im Landkreis Kaiserslautern.

(Karlheinz Schauder, 2006-2010)

Literaturverzeichnis

  • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie "Dorf- und Stadtkirchen im Landkreis Kaiserslautern". Erschienen in der "Rheinpfalz". o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Lage:

    St. Wendeler Str. 18-24
    66892 Bruchmühlbach-Miesau

    Koordinaten:

    49° 24“ 21′ N, 7° 26“ 6′ O

    Datierung:
    1738

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