Protestantische Kirche in Trippstadt

Im Jahr 1337 wurde erstmals eine Heilig-Kreuz-Kapelle in Trippstadt erwähnt. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert dort errichtet. Über 400 Jahre später erbaute man im Jahr 1744/45 die barocke Hallenkirche auf den Grundmauern der alten Kapelle. Sie wurde durch den lutherischen Pfarrer Johann Heinrich Hahn eingeweiht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bau erweitert und im Altarraum die Glasfenster eingesetzt.

Geschichte

Ältester Teil und wohl wertvollster Besitz der Kirche ist der Taufstein mit der Inschrift „Anno Domini 1609“. Er enthält als Relief ein Bild des Gekreuzigten, eine Sonne und einige Pflanzenmotive. Die schlichte Steinmetzarbeit stammt aus der ehemaligen Kapelle, die früher an der Stelle des heutigen Gotteshauses stand. Ende des 17. Jahrhunderts war an der Kirche das Simultaneum, der Gebrauch durch beide Konfessionen, eingeführt.

Weil das alte Kirchlein baufällig schien, wurde 1744/45 ein Neubau errichtet. Davon kündet die Sandsteinplatte links neben dem Eingang. Sie trägt die schon stark verwitterte Inschrift: EVKL ANO MDCCXLIV (Evangelisch-Lutherische Kirche im Jahr 1744). Pfarrer war zu dieser Zeit Johann Heinrich Hahn, der Vater von Ludwig Philipp Hahn, eines pfälzischen Schriftstellers, der zu den Dichtern des Sturm und Drang zählt.

Der Bau auf den Fundamenten der alten Kirche war „infolge der Zunahme des kirchlichen Sinnes“ schon bald zu klein. Ende des 19. Jahrhunderts musste man daher das Gebäude erweitern, wobei man zwei große Öffnungen in die Nord- und Südwand brach. Auf diese Weise entstand eine kreuzförmige Anlage, bei der die frühere Kirche als Querschiff diente, das durch ein neues Längsschiff geschnitten wurde.

Nach der Erweiterung führte der Eingang durch den Turm. Im Inneren fällt der Blick zunächst auf das dreiteilige Fenster des Chorraumes. Es zeigt im Zentrum ein Bild des auferstandenen Christus, in den Seitenfeldern die Porträts Luthers und Zwinglis. Ein mächtiger Kronleuchter lenkt die Aufmerksamkeit zur Mitte, wo der Altar steht. Rechts davon befindet sich die Kanzel, ein Kunstwerk aus rotem Sandstein, das von dem in Trippstadt geborenen Otto Kallenbach (1911-1992) geschaffen wurde, der einige Jahrzehnte als Professor an der Akademie in München unterrichtete.

Die Arbeit des international renommierten Bildhauers stellt die biblische Geschichte der Berufung des Mose dar. Der Künstler hat die Überwältigung Moses durch den ungeheuren Auftrag dadurch zum Ausdruck gebracht, dass er die Gestalt vor dem brennenden Dornbusch hintenüber fallen und die Hände vor die Ohren halten lässt: ein Sinnbild für die Begegnung des Menschen mit der göttlichen Botschaft damals wie heute.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die protestantische Kirche befindet sich inmitten der Ortsgemeinde Trippstadt an der Gabelung zwischen Hauptstraße und Steiggasse. Das Gotteshaus liegt unmittelbar neben dem Rathausgebäude. Parkplätze sind vor Ort vorhanden. Der Eingang befindet sich an der Hauptstraße.

(Karlheinz Schauder, 2006-2010)

Literaturverzeichnis

  • Pfarrer Alfred Kuby (1998). Zur Geschichte der lutherischen Pfarrei Trippstadt vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt, Nr. 12, S. 13-19 Trippstadt.
  • Pfarrer Gerhard Vogel (2003). Im Herzen des Pfälzerwaldes o.O.
  • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie "Dorf- und Stadtkirchen im Landkreis Kaiserslautern". Erschienen in der "Rheinpfalz". o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 21“ 18′ N, 7° 46“ 11′ O

    Datierung:
    1745

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    • Familiengeeignet

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