Westwallmuseum in Pirmasens

Alternative Bezeichnungen: Festungswerk Gerstfeldhöhe

Das Westwallmuseum in Pirmasens befindet sich in dem Festungswerk Gerstfeldhöhe, auf der noch erhalten gebliebenen Versorgungsebene der Anlage. Diese Festungsanlage wurde während des Westwallbaus realisiert und ist heute die größte noch erhaltene Anlage des Westwalls. Heute betreibt der Westwall-Museums-Verein HGS Gerstfeldhöhe e.V in der Anlage das Westwallmuseum unter dem Motto: „Einst Werkzeug des Kriegs, heute Mahnmal zum Frieden“. Es werden Modelle, Militärfahrzeugen und Waffen gezeigt, um die Geschichte des Westwalls zu verdeutlichen.

Geschichte

Der Westwall erstreckt sich von seinen rund 600 Kilometer circa 220 Kilometer lang durch die Pfalz. Er diente im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) als Verteidigungs- und Beobachtungsanlage gegen die Alliierten aus dem Westen. Er bestand aus annähernd 20.000 verschiedenen Wehranlagen, die nach dem Kriegsende 1945 größtenteils gesprengt und übererdet wurden oder in Wäldern und Gebüschen verborgen sind. Einige Relikte sind jedoch sehr gut erhalten geblieben, wie das Festungswerk Gerstfeldhöhe. Diese war wahrscheinlich während des Krieges jedoch nicht in Gebrauch. Sie ist die größte noch erhaltene Anlage des Westwalls.

Während des Westwallbaues, ab dem Jahr 1937, sollten zwischen der Weißenburger Senke und der Eifel, elf Festungswerke der Ausbaustärke A entstehen. Das größte Festungswerk dieser Planung sollte südlich von Pirmasens auf der „Gerstfeldhöhe“ entstehen, mit dem Bau wurde im Jahr 1938 in einer Nacht- und Nebelaktion begonnen. Dem Festungswerk, bestehend aus in den Berg gebauten Kampf- und Versorgungshohlgängen, sollte eine tragende Rolle in dem Verteidigungskonzept des Westwallabschnittes Fischbachstellung-Pirmasens-Zweibrücken zukommen.

Abgeschirmt von den Blicken der Bewohner von Niedersimten sollten auf zwei Ebenen 14 Kilometer lange Tunnelgänge sowie eine Kasernenanlage in den Felsen gebaut werden. Das unterirdische Projekt sollte neben den Kampf- und Verteidigungsständen auch Maschinenhallen, ein Lazarett, eine Kaserne, ein Schmalspurbahnhof sowie Munitionsdepots beherbergen. An dieses Stollensystem des Festungswerks sollten insgesamt 14 Kampf- und Beobachtungsstände angeschlossen werden. Insgesamt waren fünf Eingänge in die Stollen und Ebenen geplant. Darüber hinaus war geplant, dass LKWs ihre Güter in dem Werk abladen können und das Werk dann über einen anderen Ausgang verlassen könnten. Mit den Gütern sollten die umliegenden Kampfstände über eine eigene Schmalspurbahn mit unterirdischen Bahnhöfen versorgt werden. Außerdem sollte der, nicht an das Tunnelsystem angeschlossenen, Kampfbunker auf dem Höhenrücken versorgt werden. Das Stollensystem erstreckt sich oberhalb des Gersbachtals zwischen Obersimten, Trulben und Vinningen.

Im Sommer 1941, mit dem Ende des Westfeldzuges, wurden die Arbeiten an dem Festungswerk eingestellt und das Personal und Material dazu verwendet am Atlantikwall weiter zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt waren die oberirdischen Kampfanlagen zwar einsatzbereit, aber erst 4,5 Kilometer des Tunnelsystems fertig gestellt. Nach dem alliierten Angriff wurde teilweise an dem Bauwerk weiter gebaut, es diente jedoch vorrangig als Gefechtsstand der stationierten Gruppen. Außerdem wurde ein Teil der unteren Ebene der Zivilbevölkerung zum Schutz vor den Luftangriffen im Jahr 1944 zur Verfügung gestellt.

Nach dem Ende des Kriegs wurden alle Kampfbunker sowie das Tunnelsystem der oberen Ebene gesprengt, nur die untere Ebene diente den Amerikanern an den 1950er Jahren als Materiallager. Bis ins Jahr 1991 wurden dort Fahrzeugteile gelagert, mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Pirmasens wurde jedoch auch das Depot aufgelöst. In der Südwestpfalz verfügte die US Army über mehr als 20 solcher unterirdischen Einrichtungen.

Westwallmuseum Pirmasens

Nach der Aufgabe des Depots gründete sich der Westwall-Museums-Verein HGS Gerstfeldhöhe e.V., der heute in der ehemaligen Festungsanlage unter dem Motto: „Einst Werkzeug des Kriegs, heute Mahnmal zum Frieden“ ein Museum betreibt.

Das Westwallmuseum befindet sich in der ehemaligen und noch erhalten gebliebenen Versorgungsebene des Festungswerks. Auf einem etwa einen Kilometer langen Rundweg durch den Stollen wird die Geschichte des Westwalls im Allgemeinen sowie die Nutzung durch die Amerikaner im Kalten Krieg dargestellt. Die Geschichte wird verdeutlicht durch Schautafeln, Modelle, Militärfahrzeugen und Waffen, die auch aus privaten Sammlungen kommen. So kann man die mit allen möglichen Geschossen, Gasmasken und Maschinengewehren bestückte Waffenkammer besichtigen, die auch größere Exponate wie eine Flugabwehrkanone bietet. Bei den Militärfahrzeugen sind große LKW und schwere Motorräder sowie ein VW Kübelwagen ausgestellt. Weiterhin wurde ein Mannschaftsquartier rekonstruiert und Puppen in Wehrmacht- und NSDAP-Uniform dienen als Schausteller. Außerdem sind noch Kommentare und Nachrichten, die die Amerikaner an die Stollenwände geschrieben haben, zu lesen. Neben der Sammlung und Restaurierung von historischem Material, ist das Ziel des Vereins die Erforschung und Erhaltung der einzelnen Westwallabschnitte.

Im gesamten Festungswerk herrscht eine gleichbleibende Temperatur von 8 °C und geführte Touren sind in deutscher und englischer Sprache ganzjährig buchbar.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das Westwallmuseum liegt im unterirdischen ehemaligen Festungswerk Gerstfeldhöhe im Pirmasenser Ortsteil Niedersimten, der zwei Kilometer südlich der Stadt liegt. Zwei ausgediente Panzer kennzeichnen den Eingang zur Festung und zum Museum.

Literaturverzeichnis

keine Literaturangaben

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:
Koordinaten:

49° 10“ 28′ N, 7° 35“ 44′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1938

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