Weiße Kaserne in Zweibrücken

Die Weiße Kaserne ist eine ehemalige militärische Liegenschaft inmitten der Stadt Zweibrücken, die im Jahr 1892/93 erbaut wurde. Bis ins Jahr 1994 erlebte die Kaserne immer wieder prägende Nutzungswechsel: französische Besatzungstruppen, die Bayrische Bereitschaftspolizei, Einheiten der Wehrmacht und zuletzt die US Air Force belegten die Weiße Kaserne. Im Jahr 1996 wurde das Gebiet verkauft und soll seitdem revitalisiert werden. Das rund fünf Hektar große Areal mit seinen prägenden Backsteingebäuden ist zudem als Denkmalzone ausgewiesen.

Geschichte

Die Stadt Zweibrücken kann auf eine lange Tradition als Garnisonsstadt zurückblicken und verfügt deswegen auch über einige Kasernen innerhalb des Stadtgebietes. Die Weißere Kaserne ist dabei die älteste militärische Anlage und hat wegen ihrer bewegten Historie eine besondere Bedeutung. Die Weißere Kaserne wurde in den Jahren 1892/93 errichtet und erhielt ihren Namen durch die Farbe der verwendeten Backsteine. Sie umfasst eine Fläche von 4,5 Hektar und umfasste zudem das frühere Militärlazarett, das Bezirkskommando und die Rote Kaserne. Bis ins Jahr 1918 belegten das 22. Bayrischen Infanterieregiment „Fürst Wilhelm zu Hohenzollern“ die Kaserne, danach zogen französische Besatzungstruppen ein und die Kaserne wurde zudem als Caserne Joffre“ und „Caserne Petain“ genutzt. Nach dem Abzug der Franzosen im Jahr 1930 wurde die Kaserne bis ins Jahr 1936 durch eine Hundertschaft der Bayrischen Bereitschaftspolizei genutzt. Zwischen dem Jahr 1936 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) waren verschiedene Einheiten der Wehrmacht, zuerst Infanterie und ab 1938 Artillerie, in der Kaserne ansässig. Durch die Explosion eines Munitionszuges und dem Luftangriff vom 14. März 1945 wurde die Kaserne stark beschädigt und anschließend die Rote Kaserne abgebrochen. Die zerstörten Teile der Weißen Kaserne wurden jedoch im Jahr 1950 wiederaufgebaut. Nach dem Kriegsende zogen zunächst wieder französische Besatzungstruppen die Weiße Kaserne. Bis ins Jahr 1951 nutzen die französischen Besatzungstruppen und die Stadt Zweibrücken gemeinsam die Kaserne. Danach wurde sie von den französischen Truppen bis in Jahr 1977 noch als „Caserne Berthézène“ genutzt. Nach dem Abzug französischen Streitkräfte übernahm die US Air Force die Gebäude und nutze die Kaserne bis ins Jahr 1994. Anschließend standen die Gebäude erstmal leer.

Im Oktober 1994 wurden die Kaserne schließlich an die Bundesregierung zurückgegeben, die sie dann an die Stadt Zweibrücken verkaufte. Zwei Jahre später wurde das gesamte Areal an den Bernd Hummel verkauft, der bereits die ehemaligen Schuhfabrik Neuffer am Park in Pirmasens revitalisiert hatte. Die Weiße Kaserne wurde zudem als Denkmalzone unter Schutz gestellt.

Konversion

Bernd Hummel erwarb das 45.000 Quadratmeter große Gelände im Jahr 1996 von der Stadt Zweibrücken für umgerechnet 477 000 Euro. Sein Ziel war es die Weiße Kaserne innerhalb von zehn Jahren zu einem „Quartier écologique“ (ökologisches Stadtviertel) zu entwickeln, welches experimentelles Wohnen, Öko-Firmen, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie und ein Kulturzentrum enthalten sollte. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen, Baurecht konnte schließlich im Jahr 2005 geschaffen werden. Nach einer Planungsphase, unter den Aspekten der Denkmalpflege, wurde im Jahr 2007 die Baugenehmigung für die Revitalisierung des Gebäudes der ‚Alten Kommandatur’ erteilt. Im Jahr 2008 wurde mit Städtebaufördermitteln mit der Sanierung der alten Kommandantur begonnen, seit 2011 ist diese mit Büros und Praxen belegt. Die Familie Hummel legte dann noch weitere Pläne vor, um auch andere Teile des Geländes zu vermarkten, diese scheiterten jedoch am Denkmalschutz. Seitdem ist auf dem Areal nichts mehr passiert und im Jahr 2020, 17 Jahre nach dem Kauf, wurden die städtebauliche Sanierung sowie die damit einhergehenden Fördermittel eingestellt.

Im Jahr 2020 hat die ZukunftsRegion Westpfalz (ZRW) die Initiative ergriffen und einen Investoren- und Städtebauwettbewerb für die Weiße Kaserne in Zweibrücken organisiert. Dieser wurde sowohl von den Eigentümern und auch von der Stadt Zweibrücken befürwortet. Betreut wird das Verfahren durch das Stadtplanungsbüro FIRU GmbH in Kaiserslautern. Ziel des Wettbewerbs ist, „ein stimmiges städtebaulich-architektonisches Bebauungs- und Nutzungskonzept“ zu finden, sodass am Ende ein „eigenständiges, nachhaltiges Stadtviertel“ entsteht. In der Auslobung steht zudem als Vorgabe: „Ziel ist die Schaffung eines hochwertigen gemischt genutzten Quartiers mit Wohnen, Arbeiten (Büros, kleines nicht störendes Gewerbe, gegebenenfalls kleinflächiger Einzelhandel), Kunst und Kultur sowie Einrichtungen für die Freizeitgestaltung.“ Wichtig ist zudem die denkmalgeschützten Gebäude zu erhalten und die vorhandenen Gebäude denkmalgerecht zu entwickeln. Nach einem Interessensbekundungsverfahren und der Durchführung von Besichtigungen vor Ort mit Interessenten kam es schließlich zu Verhandlungen zwischen den Eigentümern (Bernd Hummel Immobilienprojekte GmbH) und den Investoren. Der neue Investor möchte zusammen mit Bernd Hummel dessen Pläne für ein ökologisches Quartier wieder aufgreifen.

Geländebeschreibung

Das Areal der Weißen Kaserne umfasst rund fünf Hektar und mehrere Gebäude inmitten der Stadt Zweibrücken. Das Gebiet steht als Denkmalzone unter Schutz.

Der Kasernenkomplex wurde 1892/93 erbaut und besteht aus drei- oder viergeschossigen Walmdachbauten mit Seitenrisaliten. Die Gebäude bestehen alle aus Backstein, die der Kaserne auch ihren Namen gaben. In der 22er Straße findet sich zudem der Kommandantenbau, ein zweiflügeliger neubarocker Walmdachbau.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Weiße Kaserne liegt im Stadtgebiet von Zweibrücken, inmitten der Stadt. Parkplätze stehen in den umliegenden Straßen zur Verfügung.

Literaturverzeichnis

  • Fröhlich, Lutz (2016). Denkmalschutz verhindert Abriss-Pläne "Pfälzischer Merkur".
  • Fröhlich, Lutz (2021). Investoren-Wettbewerb für Weiße Kaserne "Pfälzischer Merkur".
  • Sebald, Sigrid (2020). Projekt Weiße Kaserne gescheitert „Die Rheinpfalz“.
  • Schneck, Mathias (2021). ): Investor greift alte Pläne für Weiße Kaserne neu auf "Pfälzischer Merkur".
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2018). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Stadt Zweibrücken Mainz.

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 14“ 30′ N, 7° 22“ 8′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1892/93

Schlagworte:

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