Bergbaumuseum in Niedermoschel

Alternative Bezeichnungen: Museum des Nord- und Westpfälzer Quecksilberbergbaus, Bergwerkmuseum

Im Jahr 1995 richtete Ernst Spangenberger das Bergwerkmuseum des Nord- und Westpfälzer Bergbaus im Obergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses ein. Die Ortsgemeinde Niedermoschel stellte die Räumlichkeiten dafür zur Verfügung. Es zeigt den ehemaligen Bergbau in der Region und dokumentiert das Dorfleben in Niedermoschel von 1900 bis heute. Rund um Niedermoschel befand sich einst das bedeutendste Abbaugebiet von Erzen in ganz Europa.

Geschichte

Im November 1995 wurde es eingeweiht: Das Museum des Nord- und Westpfälzer Bergbaues im Obergeschoß des Dorfgemeinschaftshauses (ehemalige alte Schule). Über 5oo Jahre lang haben Bergleute mit Hammer und Meißel im Moschellandsberg Quecksilber zu Tage gefördert. Heute sind nur noch von der Natur überlassene Abraumhalden und verschlossene Stollen Relikte dieser Zeit. Die meisten der Bergarbeiter der letzten Abbauperiode von 1934 bis 1943 leben nicht mehr. Ihnen allen hat die Gemeinde mit der Eröffnung des Museums ein Denkmal gesetzt. Der Initiator der Idee war der aus Niedermoschel stammende Lehrer Ernst Spangenberger, der sich mit dem Bergbau schon seit seiner frühesten Jugendzeit beschäftigt hat. Die Gemeinde Niedermoschel hat für die Realisierung des Museums rund 25.000 Euro zur Verfügung gestellt und 1.700 freiwillige Arbeitsstunden geleistet.

Ausstellung

Im Laufe der Jahre hat Ernst Spangenberger vieles zum Thema Bergbau in der Nordpfalz gesammelt. Im Museum sind unter anderem eine Fülle von Mineralien, Zinnobererze (Quecksilber in Verbindung mit Schwefel), Fotos von Stollen des Moschellandsberges und allerlei Werkzeuge neben einem „Steiger“ zu sehen. Außerdem ist ein Spielbergwerk für Kinder aufgebaut. Viele Info-Tafeln mit Bildern geben Hinweise, unter welchen schwierigen Bedingungen die Menschen damals unter Tage arbeiten mussten.

Eine Besonderheit ist ein ausgestellter kolorierter Gipsabdruck einer Ritzzeichnung aus dem Versuchsbergwerk Elkersberg. Die Zeichnung stammt etwa aus dem Jahr 1781 aus der zweiten Abbauperiode des Bergwerkes. Dargestellt ist eine Haspel in Seitenansicht. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung mit der Gesteinsbrocken aus dem senkrecht in den Berg getriebenen Schacht in den Stollen darüber transportiert wurde. Dafür werden über eine Kurbelachse zwei Behälter befördert, sodass immer einer oben ausgeleert und der andere unten im Schacht neu befüllt werden konnte. Die Zeichnung wurde in der Nähe des ehemaligen Schachtes im Felsen entdeckt. Wahrscheinlich hat ein Bergmann während einer Pause sein Arbeitsgerät im Stein verewigt

Das Bergbaumuseum zeigt die Geschichte des Quecksilber-, Silber- und Kohlebergbaus der Region, vor allem im nahegelegenen Bergwerk Landsberg. An Hand von Schautafeln und dreidimensionalen Modellen werden die technische Entwicklung und das Hüttenwesen dargestellt. Ausstellungsgegenstände sind unter anderem, originale Werkzeuge aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Des Weiteren wird eine Videodokumentation über die Bergung und Präparierung von Fossilien gezeigt.

Hintergrund: Bergbau bei Niedermoschel

Die Geschichte des Quecksilberbergbaues auf dem Moschellandsberg und somit auch die erste Abbauperiode begann um 1400 und endete 1574. Vermutlich waren es Zisterziensermönche, die über geologisches und mineralogisches Wissen verfügten und die die Quecksilbervorkommen entdeckten. Im Jahr 1429 wurde mit dem Abbau silberhaltiger Erze am Selberg begonnen, der vermutlich mit der Quecksilbergewinnung einherging. Bis zur Einführung einer Bergordnung verlief der Abbau völlig planlos und in vielen kleinen Einzelbetrieben. Die Blütezeit dieser Abbauperiode lag zwischen 1544 und 1569, als Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (1526-1569) regierte. Die Jahre nach seinem Tod waren von Streitigkeiten, Diebstahl und Raubbau geprägt.

Ab 1728 begann die zweite Abbauperiode, in der einige Jahre später der Quecksilberbergbau seine Blütezeit erreichte. Knapp 1000 Bergleute wurden eingesetzt, um über 60 Tonnen Quecksilbererz jährlich zu fördern. Die zweite Abbauperiode endete 1790 durch die Folgen der französischen Revolution (1789).

In der dritten Abbauperiode fuhren zwischen 1938 und 1942 Bergleute zum letzten Mal in die einstmals bedeutenden drei pfälzischen Quecksilberbergwerke Lemberg, Stahlberg und Landsberg ein. Im Jahr 1935 wurde in Obermoschel eine zentrale Verhüttungsanlage für die Erträge der drei Bergwerke eingerichtet. Der Untertagebau in den Bergwerken war nicht mehr ergiebig genug, weshalb auch Rohstoffe aus dem Tagebau verhüttet wurden. Nur noch durch hohe Zuschüsse des Deutschen Reiches konnte der Betrieb aufrechterhalten werden. Schließlich wurde der Bergbau am Landsberg und Stahlberg 1942 eingestellt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Das Bergbaumuseum befindet sich in der Ortsmitte von Niedermoschel bei der Kreuzung der Amtsgasse und der Bahnstraße. Es ist nach Vereinbarung mit Ernst Spangenberger oder der Tourist-Info Alsenz-Obermoschel sowie anlässlich von Veranstaltungen wie zum Beispiel der Kerwe geöffnet.

Literaturverzeichnis

  • Spangenberger, Ernst (1995). Museum des Nord- und Westpfälzer Quecksilberberbaus. Niedermoschel.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 44“ 2′ N, 7° 47“ 40′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1995

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