Moorbad und Wasserheilanstalt Sickingen in Landstuhl

Alternative Bezeichnungen: Kur- und Wasserheilanstalt, Kurbad/haus Sickingen, Sanatorium Sickingen

Bei dem Moorbad Sickingen handelt es sich um ein weitläufiges Gebäudeensemble, welches in Vorderbau, Mittelbau und Kurvilla gegliedert ist. Die Kuranstalt wurde 1896 erbaut und war vor allem für ihre Fangobäder bekannt. Durch ihre gute Lage am Pfälzer Wald und dem nahen gewonnenen Moor hatte die Heilanstalt vor allem einen guten Ruf bei der Behandlung von Gelenkkrankheiten und Frauenleiden. Das Ensemble steht heute unter Denkmalschutz.

Geschichte

Das Moorbad wurde 1896 als Kur- und Wasserheilanstalt von dem Hotel- und Brauereibesitzer Philipp Finger und dem Arzt Dr. Weiner in Landstuhl gegründet. 1902 wurde sie in Sanatorium Moorbad und Wasserheilanstalt Sickingen umbenannt und in den Jahren 1912, 1930 und 1935 wesentlich erweitert und modernisiert. Es war das einzige Moorbad in Rheinland-Pfalz und im Saarland und das erste und einzige Fangomoorbad in Deutschland. Durch seine günstige Lage am nordwestlichen Rand des Pfälzer Waldes und die heilende Wirkung aus dem Moorschlamm, welcher im Landstuhler Bruch selbst gewonnen wurde, hatte das Kurhaus einen sehr guten Ruf.

Wie der Name der Heilanstalt schon andeutet wurde zur Behandlung Torferde (Moorschlamm) als wichtigstes Kurmittel eingesetzt. Bei der Anwendung wurde vor allem auf das Moorbad gesetzt. Die Moorerde wurde direkt in der Westricher Moorniederung gewonnen, zu welcher auch die Stadt Landstuhl gehört und dem Sickinger Bademoor wurde sogar im Jahr 1903 das Deutsche Reichspatent verliehen. Das Bad sollte vor allem bei chronischem Rheuma, Gicht und Neuralgien helfen. Fango, bestehend aus Moor und vulkanischer Schlammerde, wurde überwiegend auch zur Heilung von Frauenleiden und Gelenkerkrankungen angewendet.

Weiterhin bot die Heilanstalt hydriatische Einrichtungen und die Möglichkeit des hydriatischen Bades an, obwohl ihr keine natürlichen Heilquellen für die Bäder zur Verfügung standen. Es gab z.B. ein Solbad, ein Fichtenextraktbad aber auch Dampfbäder und Saunen. Das Angebot wurde erweitert durch Massagen, Heilgymnastik und Diäten. Dabei sprach die Kuranstalt Menschen mit nervösen Leiden, wie Schlaflosigkeit, Hautkrankheiten, Herzleiden oder Asthmapatienten an.

Ein durchschnittlicher Kuraufenthalt dauerte in der Regel vier bis sechs Wochen. Der Gesamtpreis einer gebuchten Pauschalkur für vier Wochen betrug zwischen 225 und 340 Reichsmark, je nach Unterkunft und Verpflegung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde das Kurhaus von 1946 bis 1947 als französisches Kindererholungsheim, mit dem Namen La Rochelle, genutzt. Im Jahre 1968 wurde das Moorbad geschlossen.

Durch eine Privatinitiative wurde das ungenutzte Gebäudeensemble renoviert, wobei das ursprüngliche Äußere weitgehend erhalten blieb. Das Kurvilla Sickingen war bis 2015 ein Hotel, steht seitdem aber leer. Den weiteren Gebäudekomplex teilen sich heute ein Gastronomiebetrieb, Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien und mehrere Dienstleistungsbetriebe.

Objektbeschreibung

Die Kurvilla liegt direkt am Waldrand des Schlossberges in Landstuhl, unterhalb der Burgruine Nanstein. Die gesamte Heilanstalt hat eine Fläche von 3200 Quadratmetern und besteht aus drei Hauptgebäude mit Parkanlagen, welche terrassenförmig von den Gebäuden umschlossen werden. Die gründerzeitliche Heilanstalt ist in Vorbau, Mittelbau und Kurvilla gegliedert. Dabei liegt die Kurvilla auf der obersten Terrasse, direkt am Waldrand und war ausschließlich zum Wohnen für die Kurgäste vorgesehen. Der Mittelbau hat eine Länge von 68 Metern und enthielt Einzel- und Doppelzimmer, Speisesäle, Gesellschaftsräume und die ärztlichen Sprechzimmer. Im Erdgeschoss dieses Gebäude waren die Baderäume untergebracht, sowie die Moorkabinen. Der Vorderbau lag direkt am Eingang des Kurbades und enthielt weitere Badezimmer und Fremdenzimmer. Das Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die ehemalige Kurklinik in der Sickingen Stadt Landstuhl liegt unterhalb der Burgruine Nanstein in der Hauptstraße. Parkplätze sind für Kunden der Dienstleister auf dem ehemaligen Gelände der Kurklinik vorhanden. Ein weiterer großer öffentlicher Parkplatz findet sich in fußläufiger Entfernung. Das ehemalige Moorbad liegt direkt gegenüber der St. Andreas Kirche Landstuhl.

Literaturverzeichnis

  • Finger, Philipp (1905). Moorbad- und Wasserheilanstalt Sickingen Landstuhl (Pfalz) Kaiserslautern.
  • Moorbad Sickingen (1913). Moorbad Sickingen zu Landstuhl Landstuhl .
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2019). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Kaiserslautern Mainz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:
Koordinaten:

49° 24“ 33′ N, 7° 34“ 14′ O

Datierung:
1896

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