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Bettelsmannfelsen bei Donsieder

Das kleine Felsmassiv hinter dem Umspannwerk der Pfalzwerke auf der Biebermühle ist seit jeher als „Bettelsmannhöhle“ bekannt. In dieser Höhle fanden früher Umherziehende Unterschlupf, so auch Johann Jacob Kiesling mit seiner Familie im März 1743. Vermutlich auf Grund eines Feuers kam es zu einem Felssturz und von den elf Bewohner der Höhle in dieser Nacht überlebten nur zwei. In der Geschichte ging das Ereignis als „der Felssturz von der Biebermühle“ ein. Noch heute findet man den abgestürzten Felsen, der mittlerweile jedoch überwuchert ist.

Geschichte

Das kleine Felsmassiv hinter dem Umspannwerk der Pfalzwerke auf der Biebermühle ist seit jeher als „Bettelsmannhöhle“ bekannt. In dieser Höhle fanden früher Umherziehende Unterschlupf, die in den Dörfern der Umgebung bettelten oder als Tagelöhner Arbeit suchten.

Am 02. März 1743 hielten sich dort ein kaiserlicher Deserteur, Ciriau Horn mit seiner Familie und Johann Jacob Kiesling mit seiner Familie auf. Dieser war mit seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern zu Fuß unterwegs zu Verwandten nach Landau. Von Zweibrücken kommend, traf er, nahe bei der Landstraße von Burgalben nach Rodalben, auf eine Frau, die ihnen mitteilte, dass sie im Dorf keinen Schlafplatz mehr bekommen würden. Sie schlägt der Familie stattdessen vor mit ihr zu einem nahen gelegenen Felsen zu kommen, in dem auch ihre Familie Unterschlupf gefunden hat. Kiesling entscheidet sich, auf Drängen seiner Frau, das Angebot anzunehmen. Am nächsten Tag möchte Kiesling gleich weiter nach Landau ziehen, doch seine Frau will im nahen Rodalben noch zu Kirche gehen, sodass sie auch den Sonntagabend noch unter dem Felsen verbringen. Die Familie Horn sitzen in der Höhle um ein Feuer, als sich Kiesling mit seiner Familie schon etwas abseits zum Schlafen legt. In der Nacht hört er, wie er später erzählt, „etwas blotschen und fallen“ und er habe „geglaubt, man werfe Holz ins Feuer“, bis er „endlich mit größter Bestürzung erfahren“ hat, dass ein Felsrutsch ihn und seine Familie unter mehreren Felsen begraben hat. Johann Jacob Kiesling überlebte den Felssturz und arbeitet sich unter den Schutt hervor und sieht, dass seine Frau und seine Kinder von den Felsbrocken erschlagen wurden. Auch die anderen Bewohner haben das Unglück nicht überlebt, nur „Horns kleinstes Kind“ blieb in seinem Korb unverletzt. Kiesling läuft verletzt mit dem Kind zur nächsten Unterkunft, dem Müller der Apostelmühle, und als er mit diesem zum Unglücksort zurückkommt, trifft er dort bereits auf zwei Jäger. Mehrere Bauernburschen aus Donsieders und Fröschen sowie die Schultheißen aus Rodalben und Pirmasens sind schnell vor Ort. Gemeinsam beginnen sie das Geröll wegzuräumen, jedoch finden sie keine Überlebenden mehr. Insgesamt sind neun Menschen in der Höhle durch die herabstürzenden Felsbrocken gestorben. Als Ursache für den Felssturz wird vermutet, dass das Feuer in der Höhle, das Eis, welches sich in den Rissen im Stein gebildet hat, geschmolzen ist und so den Felsen ins Rutschen gebracht hat. Die Verunglückten werden zuerst in einem gemeinsamen Grab in Maria Rosenberg beerdigt, später auf den Friedhof nach Rodalben verlegt.

Im Jubiläumsbuch „700 Jahre Donsieders“ beschreibt Lorenz Kampfmann, was mit den beiden Überlebenden passiert ist. Johann Jacob Kiesling meldet sich auf dem Amt in Pirmasens und wurde mit drei Gulden für das Unglück „abgespeist“ und verschwand dann ohne jede Wiederkehr. Die Großmutter des überlebenden Kindes erfuhr in der Vorderpfalz von dem Unglück und reiste Anfang April 1743 nach Pirmasens und verlangte „hie die Aushändigung ihres Enkelkindes, des Johannes Georg Horn“. Noch Jahrzehnte später sprach man über das Unglück und die Verunglückten auf den Märkten und in den Schenken. In der Geschichte ging das Ereignis als „der Felssturz von der Biebermühle“ ein.

Heute findet man oberhalb des Umspannwerkes, abseits des Weges, den Felsen, der mittlerweile von Bäumen zugewachsen und an vielen Stellen von Moos überwuchert ist.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Biebermühle ist ein Weiler im Landkreis Südwestpfalz, der überwiegend zur Ortsgemeinde Donsieders gehört. Der Bettelsmannfelsen befindet sich am Berg in Richtung Donsieders, hinter dem heutigen Umspannwerk der Pfalzwerke im Norden des Weilers Biebermühle. Das kleine Felsmassiv liegt abseits des Weges und ist nur zu Fuß zu erreichen.

Literaturverzeichnis

  • Majer, Franz-Josef (2021). Neun tote „Kinder der Landstraße“ "Pirmasenser Zeitung".

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 15“ 59′ N, 7° 36“ 52′ O

    Epoche:

    Unbekannt

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1743

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