Elendsklamm bei Bruchmühlbach

Die Elendsklamm ist eine circa drei Kilometer lange Waldschlucht südlich von Bruchmühlbach. Eine besondere Flora und Fauna charakterisieren die Schlucht, die im Laufe der Jahre immer wieder eine wichtige politische oder religiöse Grenzfunktion besaß. Besonderheiten der Schlucht sind die stufenförmigen Kaskaden und kleineren Wasserfälle, die ein wichtiges Biotop für viele Arten darstellen, sowie Blockmeere und überhängende Buntsandsteinschichten.

Geschichte

Die Elendsklamm befindet sich geografisch auf der markanten und überwiegend bewaldeten Sickinger Stufe. Sie ist eine circa drei Kilometer lange Waldschlucht, durch die der Frohnbach fließt. Dieser formte im Laufe der Zeit die enge Schlucht in den sich hier befindlichen Sandstein der Karlstal-Felszone.

Ihren Namen verdankt die Schlucht dem mittelhochdeutschen Begriff „alilendi“ (vom lateinischen alienus-fremd), er bedeutet so viel wie „im Grenzland“ oder im Fremden“, da die Schlucht im Laufe der Geschichte immer wieder wichtige politische und religiöse Grenzfunktionen innehatte. Der Frohnbach hat seinen Namen wohl von „fron“, was so viel wie „Herrschaft“ bedeutet. Nach dem Tod Karls des Großen (748-814 n.Chr.) verlief am Frohnbach entlang die Grenze vom Ost-West-Reich und während des dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) sollen dann die Bewohner aus den umliegenden Dörfern Zuflucht in der Klamm gesucht haben. An der Klamm stießen früher aber auch die fränkischen Gaugrenzen des Worms-, Nahe- und Bliesgaus zusammen, sowie die Diözesen Mainz, Metz und Worms. Zur Feudalzeit verliefen die Territorialgrenzen der Freigrafenschaft Sickingen, der Pfalz Zweibrücken und der Kurpfalz durch die Elendsklamm und entlang des Frohnbachs. Diese Grenze wurde durch den letzten Raubritter Franz von Sickingen (1481-1523) hart umkämpft. Im Laufe der Zeit wandelte dich der Begriff „alilendi“ zu „Elend“ um und veränderte so auch die eigentliche Bedeutung der Schlucht.

Heute ist die Schlucht ein eingetragenes Naturdenkmal und wird charakterisiert durch eine vielfältige Flora und Fauna sowie durch Wasserfälle und überhängende Buntsandsteinschichten.

Naturdenkmal Elendsklamm

Die drei Kilometer lange Elendsklamm ist ein Waldschlucht und verläuft südlich der Tausendmühle in Bruchmühlbach in Richtung Martinshöhe. Die Schlucht wurde von dem Frohnbach geformt, der sich über Tausende von Jahren in den Buntsandstein der Karlstal-Felszone eingegraben hat. Dabei bildeten sich stufenförmige Kaskaden von dünnbankigen Schichten und kleinere, sprudelnde Wasserfälle in dem Gestein. Diese Wasserkaskaden und Wasserfälle zeigen deutlich einen zyklischen Sedimentationswechsel zwischen den massigen kieselig gebundenen Grobsandsteinbänken und den dazwischen gelagerten eher dünngeschichteten Mittel- bis Grobsandsteinen. Die Klamm wird beidseitig von kantigen Felsbrocken, auch „Blockmeere“ genannt, flankiert. Die Hänge sind mit Schluchtwald-Gesellschaften bewachsen, die zum Teil aus einem über 160 Jahre alten Baumbestand bestehen. Eine weitere landschaftliche Attraktion der Schlucht sind die bizarren Verwitterungsformen in dem harten Quarzsandstein sowie die überhängenden Bundsandsteinschichten.

Eine besondere Flora und Fauna charakterisieren die Schlucht aber ebenso wie die geologischen Erscheinungsformen. Die kleinen Wasserfälle und Sandsteinbänke bieten ein ideales Biotop für den Feuersalamander, welcher sauberes Quellwasser in seinem Lebensraum benötigt. Viele Moose und Flechten, die Pestwurz und tellergroße Baumpilze an Totholzstämmen finden einen idealen Nährboden in der Elendsklamm.

Im Jahr 2009 wurde die Elendklamm zum Naturschutzgebiet erklärt. Sie stellt ein wertvolles Biotop mit seltenen Biotoptypen und einer hohen Funktion für Flora und Fauna dar. Das Biotop hat das Schutzziel „Freie Entwicklung“, sodass eine hohe Artenvielfalt in der Schlucht anzutreffen ist und sie vegetationskundlich wertvoll ist.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Elendsklamm befindet sich 1,5 Kilometer südlich von Bruchmühlbach. Sie lässt sich zu Fuß beispielsweise von dem Parkplatz am Ortsausgang von Bruchmühlbach, oberhalb der Tausendmühle, gut erreichen. Von dort führt ein ausgeschilderter Weg zu dem Naturdenkmal Elendsklamm. Man kann die Schlucht aber auch als Teil eines längeren Wanderweges besichtigen, z.B. führt ein Teil des Jakobsweg durch die Schlucht oder der „Sagenhafte Waldpfad“.

Literaturverzeichnis

  • Kreisverwaltung Kaiserslautern (1998). Naturdenkmale im Landkreis Kaiserslautern Ramstein.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 22“ 23′ N, 7° 27“ 34′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
Unbekannt

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