Ehemaliges Kloster St. Maria und Georg in Ramsen

Alternative Bezeichnungen: Ramosa ad Ramseum, Claustrum in Ramesa, Sanctae Mariae in Ramosa

Das Kloster in Ramsen war einst ein Frauen- und später ein Männerkloster des Benediktinerordens, danach des Zisterzienserordens. Von den Klostergebäuden sind nur noch wenige bauliche Reste erhalten. Das Kloster lag auf dem Areal des heutigen Klosterhofes.

Geschichte

Die Geschichte des Klosters begann im 12. Jahrhundert. Als erster urkundlicher Beleg wird eine Stiftung des Berthold von Winzingen vom 23. März 1146 erwähnt. Er stiftete ein Frauenkloster claustrum in ramesa. Zugleich wurde das Kloster mit zahlreichen Gütern ausgestattet. Auf ausdrücklichen Willen des Berthold von Winzingen wurde es dem Benediktinerkloster St. Georgen im Schwarzwald unterstellt.

Mehrere Angehörige des Stifters vermachten dem neuen Kloster Äcker, Weinberge, Wiesen, Weiden und sogar Mühlen in der Gemarkung Eisenberg sowie in Ramsen, Grünstadt und Bad Dürkheim. Einige Jahre nachdem das Kloster an Bedeutung gewonnen hatte, beschwerten sich die Nonnen beim Wormser Bischof Konrad von Sternberg (1171 bis 1192 Bischof von Worms) über Belästigungen und angemaßte Machtausübung. Daraufhin löste Bischof Sternberg die Rechte von St. Georgen durch eine Zahlung ab. Im Jahre 1174 wurde das Kloster (coenobitas in Ramosa) zu einem bischöflichen Wormser Eigenkloster. Die rechtliche Trennung vom Kloster St. Georg wurde im Jahre 1227 vom damaligen Papst Honorius III. bestätigt. Auf Bitte des Papstes Clemens IV. wechselte das Nonnenkloster im Jahre 1267 zum Zisterzienserorden. Im Jahre 1317 erregte die Güterverwaltung des Klosters Aufsehen. Ihr wurde die unsachgemäße Abgabe zahlreicher Klostergüter unterstellt. Papst Johannes XII. sah sich veranlasst, eine Visitation des Klosters durchführen zu lassen. Der damalige Schirmherr des Klosters, Heinrich von Erbach, sollte versuchen, Güter auf dem Rechtsweg zurückzugewinnen. Es gelang zwar, die wirtschaftliche Situation etwas zu verbessern, doch die wirtschaftlichen Probleme des Klosters konnten insgesamt nicht gelöst werden.Trotz des Verkaufs von klostereigenen Einrichtungen mehrerer Äbtissinnen im Jahr 1395, konnte der Niedergang des Klosters zu Beginn des 15. Jahrhunderts nicht aufgehalten werden. Im Jahr 1458 wurde schließlich der Beschluss gefasst die Kommunität Ramsen aufzulösen. Dazu trug auch bei, dass im Jahre 1470 das Kloster nur noch von wenigen Nonnen bewohnt wurde.

Mit dem Tod des damaligen Schirmherren, Graf Johann von Nassau-Saarbrücken, im Jahre 1472 kam es zu einer Neuausrichtung der Klosterorganisation. Im Jahr 1477 wurde ein Männerpriorat der Zisterzienser eingerichtet.

Jedoch konnten auch die Ordensbrüder der Zisterzienser das Kloster nicht wirtschaftlich erfolgreich führen. Bereits im Jahr 1494 verließen die letzten Mönche das Kloster. Im Bauernkrieg (1524-1526) wurden die Klostergebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch wurden die Kellerei und der Gutshof offenbar weiterbetrieben, denn bis 1792/93 verwalteten bischöflich wormsische Beamte die Abgaben des Klosters Ramsen.

Ehemalige Klosteranlage

Im Zuge der Nationalgüterversteigerung im Jahre 1807 wurden der Klosterhof und mehrere Liegenschaften angeboten. Es folgte in den Jahren 1820 bis 1830 der weitgehende Abtrag der Gebäude, lediglich das ehemalige Priorat blieb erhalten. Es wurde baulich verändert und dann als Forstamt genutzt (Klosterhof Nr.6).

Im Hof befindet sich noch heute eine Scheune aus roten Sandsteinquadern mit Fachwerkgiebeln aus dem 19. Jahrhundert. Dies ist der wichtigste Überrest der ehemaligen Klosteranlage. Weitere bauliche Reste bestehen auf privaten Grundstücken. Dazu zählen Reste einer Holzdeichelleitung und eines mittelalterlichen Fußbodens. Vier gotische, aus rotem Sandstein gefertigte Grabplatten aus dem Kloster sind in den Außenwänden des Mausoleums der Familie Gienanth in Eisenberg eingelassen. Nach den Einträgen auf den Platten wurden diese für die Gräber von Johanna von Flörchingen (Frankreich), Hildegard von Windeck sowie von Dietrich und Friedrich genannt Kranich von Kirchheim angefertigt. Bruchstücke einer mittelalterlichen Grabplatte sind zweckentfremdet als Abdeckung der Quelleneinfassung „Lauber Dell“ im Rehbachtal verwendet worden.

Im Jahre 1907 wurden eine protestantische und im Jahre 1911 eine katholische Kirche auf dem früheren Klostergelände errichtet.

Der ehemalige Klosterbezirk ist heute als eine Denkmalzone ausgewiesen (Klosterhof 1-10, Klosterstraße 19, 20).

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Von der einstigen Klosteranlage können nur Restbestände besichtigt werden. Das Gelände ist mit dem PKW erreichbar, Parkplätze sind vor Ort vorhanden. Außerdem kann Ramsen mit dem Zug angefahren werden.

Literaturverzeichnis

  • Krienke, Dieter (1998). Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 15: Donnersbergkreis. Worms.
  • Wachowski, Jürgen (2003). Ramsen – Kloster „Ramosa ad Ramesum“ oder „Claustrum in Ramesa“. Unveröffentlichtes Manuskript. o.O.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2017). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Donnersbergkreis (Stand 15. August 2017). Rheinland-Pfalz. Koblenz.
  • Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2014). Pfälzisches Klosterlexikon: Handbuch der Pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden. Band 3. Kaiserslautern.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 32“ 7′ N, 8° 0“ 55′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1146-1494

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