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Protestantische Peterskirche in Kirchheimbolanden

Alternative Bezeichnungen: Remigiuskirche

Die Peterskirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist das älteste Kirchengebäude in Kirchheimbolanden. Zu Beginn trug sie noch den Namen Remigiuskirche. Erst im 17. Jahrhundert erhielt sie ihren heutigen Namen „Peterskirche“. Zwischenzeitlich fungierte der Kirchenbau als Simultankirche, da es bis Anfang des 19. Jahrhunderts keine katholische Kirche in der Stadt gab.

Geschichte

Erstmals im Jahre 1135 wird die heutige evangelische Peterskirche als Remigiuskirche erwähnt. Ein Jahrhundert später schenkte Kaiser Friedrich II. dem Heiliggrabkloster in Speyer das Patronatsrecht über die Pfarrei in Kirchheim. In den 1480er Jahren wurde die Kirche umfassend umgebaut. Sie besaß nun drei Altäre, die der Mutter Anna, St. Nikolaus und der Maria Magdalena geweiht waren. Zudem ist in Unterlagen eine Annakapelle überliefert, die aber heute nicht mehr nachgewiesen werden kann.

Im Zuge der Reformation (1517-1648) nahmen die Bewohner von Kirchheimbolanden im Jahre 1555 den lutherischen Glauben an. Da sich die Klöster ringsherum auflösten – so auch das Kloster in Speyer, welches das Patronatsrecht über die Remigiuskirche hatte – kaufte Graf Albrecht von Nassau Saarbrücken im Jahr 1584 dieses Patronat und wurde Oberhaupt der neuen Kirche. Kirchheim wurde zum Zentrum der lutherischen Lehre in der Region. Jedes Jahr trafen sich hier die evangelischen Geistlichen des Raums der linksrheinischen Weilburger Landesteile.

Erst im Dreißigjährigen-Krieg (1618-1648) kamen wieder verstärkt Katholiken in die Stadt, sodass 1680 sogar ein katholischer Pfarrer predigen durfte. Kurze Zeit später wurde die Pfalz im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688-1697) von den Franzosen besetzt. So wurden wieder katholische Gottesdienste eingeführt, weshalb die ehemalige Remigiuskirche ab 1684 als Simultankirche diente. Sowohl Katholiken als auch Protestanten nutzen die ehemals rein protestantische Kirche für ihre Gottesdienste. Seitdem besitzt die ehemals genannte Remigiuskirche ihren heutigen Namen „Peterskirche“. Zwei Jahre später wurde bereits eine katholische Pfarrei eingerichtet. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Ryswijker Frieden, der seit 1697 die simultane Nutzung von einst rein protestantischen Kirchen vorsah, aufgehoben. Die Peterskirche durfte von nun an nicht mehr von Katholiken genutzt werden. Prozessionen sowie katholische Taufen wurden untersagt. Ab 1705 konnten die Katholiken Gottesdienste in der Liebfrauenkirche, der Friedhofskirche, abhalten. Der Chorraum stand allein den katholischen Gläubigen zu – das Langhaus hingegen musste sich mit den Protestanten geteilt werden. 1842 wurde der Grundstein für eine eigene katholische Kirche gelegt, die St. Peterskirche in der Neumayerstraße.

1738 wurde im Zuge des Schlossbaus in Kirchheimbolanden durch den Nassau-Weilburgischen Fürsten, der den lutherischen Glauben besaß, eine Schlosskirche errichtet, die heutige protestantische St. Paulskirche. Seitdem wurde die Peterskirche die Stadtkirche der Reformierten. Hierzu machte der Fürst der reformierten Gemeinde der Peterskirche ein Angebot. Gegen eine Zahlung von 3.000 Reichstalern sprach er der reformierten Gemeinde die Peterskirche zu. Zudem war es genehmigt, ein Langhaus anzubauen. Die Zahlung im Jahr 1848 diente teilweise zur Finanzierung der lutherischen Schlosskirche.

Baubeschreibung

Die protestantische Peterskirche ist das älteste Bauwerk in Kirchheimbolanden. Der romanische Kirchturm, welcher bereits seit dem Mittelalter besteht, dominiert bis heute die Stadtkrone. An der Südseite dieses Turms ist eine der ältesten Sonnenuhren der Region angebracht. Das Langhaus wurde vermutlich erst im 18. Jahrhundert angebaut und erhielt eine spätromanische Ausstattung.

Das Innere der Kirche ist geprägt durch die Flachdecke und die Empore, die sich über drei Seiten erschließt. Obwohl der Fürst eine eigene Schlosskirche errichten ließ, gab es dennoch Familienangehörige, die sich nicht zum lutherischen, sondern zum reformierten Glauben bekannten. Deshalb waren auch in der Peterskirche für die Fürstenfamilie an der Nordseite des Innenraums die Fürstenloge mit Schiebefenstern und Wandvertäfelung eingebaut. Unterhalb der Osthälfte des Langhauses ist die Gruft für reformierte Angehörige des Fürstenhauses eingelassen. Schon früher diente die Kirche als Begräbnis für die Grafen von Sponheim. Die Gruft befindet sich vermutlich unterhalb des Altarraumes.

Das Objekt „Prot. Pfarrkirche (Peterskirche) Mozartstraße 8“ in Kirchheimbolanden ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Peterskirche befindet sich auf der ehemals höchsten Erhebung der Stadt, dem sogenannten Ölberg. Das Gotteshaus liegt somit im Herzen Kirchheimbolandens. Die Stadt ist westlich der Autobahn 63, welche Kaiserslautern mit Mainz verbindet, verortet und ist somit ideal mit dem PKW erreichbar. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Der Bahnhof liegt ebenfalls in fußläufiger Erreichbarkeit.

Literaturverzeichnis

  • Krienke, Dieter (1998). Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz – Donnersbergkreis. Band 15. Hrsg. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen vom Landesamt für Denkmalpflege. Worms.
  • Reitzig, Martin (1989). Die prot. Kirchen in Kirchheimbolanden. Kunstführer Nr. 1767. 1. Aufl. München.
  • Starck-Welsch, Edith; Heim, Michael; Juppe, Michael (1996). Pfarrei und Kirche St. Peter Kirchheimbolanden. Schrift zum 150. Jubiläum der Kirchweihe 1847-1996. o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 39“ 57′ N, 8° 0“ 34′ O

    Datierung:
    1135

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