Eulenkopfturm in Eulenbis

Alternative Bezeichnungen: Eulenkopfwarte

Der zwölf Meter hohe Eulenkopfturm steht westlich des Ortes Eulenbis im Landkreis Kaiserslautern. Der Turm erhebt sich über dem gleichnamigen Eulenkopf, der eine Höhe von 422 Metern erreicht. Die ehemalige Bergwarte bietet eine weite Aussicht nach Kaiserslautern, über den Pfälzerwald, zur Sickinger Höhe, zum Potzberg sowie zum Donnersberg.

Die Gemeinde Eulenbis liegt am Südaufstieg des Nordpfälzer Berglandes. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1380 unter dem Namen „Ulengebiß“, was so viel bedeutet wie Eulengebüsch.

Initiative und Planung

Bereits im August 1898 wurde der Bau einer Aussichtswarte auf dem, durch weite Rundsicht ausgezeichneten Eulenkopf, durch die Gemeinde geplant. Außerdem sollte später alljährlich auf der schönen Höhe ein kleines Fest abgehalten werden. Wegen Geldmangel konnte das Vorhaben allerdings lange Zeit nicht verwirklicht werden. Auf dem Waldfest der Gründungsversammlung in Eulenbis konnten dann jedoch finanzielle Mittel in Höhe von 2.000 Mark gesammelt werden. Privatleute und umliegende Gemeinden unterstützte außerdem das Projekt und auch der Pfälzerwald-Verein leistete einen Zuschuss..

Im August 1913 wurde der Bau eines Turms endgültig beschlossen und am 22. Oktober 1913 wurde der Grundstein gelegt. Gebaut wurde nach den Plänen des Kaiserslauterer Architekten Peter Geiger (weitere Bauten Geigers stehen in Kaiserslautern, Kanalstraße 1 und Marktstraße 12-14). Das errichtete Bauwerk, das auf einer Steinplatte den Namen „Eulenkopfwarte“ trägt und sich über 4 Stockwerke erstreckt, steht auf einem Bergplateau 410 Meter über dem Meeresspiegel. Über 57 Stufen kann die Turmspitze erreicht werden. Mit den Bauarbeiten wurde Karl Ventulett aus Rodenbach beauftragt. Die Baukosten betrugen 4.000 Mark. Am 5. Juli 1914 wurde der Turm feierlich eröffnet. Eine Sansteintafel am Turm weist auf dieses Ereignis hin.

Für die Unterhaltung und Bewirtschaftung der Bergwarte war seither der Eulenkopfverein zuständig, der seine Arbeiten auch während des Zweiten Weltkriegs fortsetzen konnte. Am 24. Mai 1949 wurde der Verein dennoch neu gegründet und setzte sich den Ausbau der Turmwarte zu einem größeren Aussichtsturm zum Ziel. Der erweiterte Turm wurde an Pfingsten 1952 eingeweiht und steht seitdem als Aussichtsturm zur Verfügung. Die Umbaukosten überstiegen die ursprüngliche Kalkulation erheblich (18.000 Mark statt 10.000 Mark).

Baubeschreibung

Der über hundert Jahre alte Turm hat vier Stockwerke und ist zwölf Meter hoch. Der Bau hat einen mehreckigen Grundriss und besteht aus drei Abschnitten. Auf einem das umliegende Gelände überragenden Sockel steht das etwa 10 Meter hohe zweigeschoßige Sandsteinmauerwerk. Im unteren Teil bilden behauene Sandsteinquader das Mauerwerk, das auf jeder der Seiten von Fenstern und Nischen unterbrochen wird, insgesamt 33 Öffnungen sind zu sehen. Die Wände der beiden Stockwerke darüber sind hell verputzt und weisen im unteren Geschoß Arkaden, auf Bogen ruhende Säulenreihen, auf.  Abgeschlossen wird der Turm durch einen viereckigen ebenfalls zurückversetzten Aufbau mit einem Pyramidendach, das in Schiefer eingedeckt ist. Der Aufsatz, auf etwa 12,50 Metern Höhe ist mit Kupferblech verkleidet. Auf der Spitze erhebt sich Windrichtungsanzeiger auf einer Weltkugel.
Im unteren Stockwerk befindet sich ein geschlossener Raum, die sogenannte Turmstube. Jede der Ebenen dient mit unterschiedlich großen Mauerwerksöffnungen als Aussichtsplattform. Bis zur Brüstung des dritten Stockwerks ist der achteckige Turm aus heimischem Sandstein als Sichtmauerwerk gebaut, das dritte Stockwerk ist hell verputzt.
In die Außenwand wurde zur Ersterbauungszeit ein Stein eingelassen. Er trägt eine Inschrift mit dem Erbauungsdatum und ist mit einer Eule verziert.

Der Turm gilt als das Wahrzeichen des Höhendorfes. Die Eulenkopfwarte, die vom Dorfplatz in Eulenbis in zehn Minuten zu Fuß zu erreichen ist, bietet dem Wanderer und Durchreisenden malerische Eindrücke. Von der Aussichtsplattform hat man bei klarem Wetter einen herrlichen Ausblick auf das Lautrer Land und den Pfälzer Wald, hin zum Donnersberg und an die Haardt, über den Westrich und bis in das Saarland. Das Gebäude ist von einer prächtigen Waldanlage umgeben, auf der alljährlich am Pfingstsonntag das traditionelle „Bergfest“ stattfindet, das Besucher aus nah und fern anlockt.

Renovierung und Erhaltung

Im Jahr 1952 wurde die Plattform der Aussichtswarte erweitert und in den Jahren 1991 und 1992, rund 40 Jahre nach den ersten Umbaumaßnahmen, wurde der Eulenkopfturm generalsaniert. Der Ausbau der Turmstube verlieh dem Eulenkopfturm seinen heutigen Glanz. In der Eulenkopfwarte ist im Innern ein Trauzimmer eingerichtet in dem, seit August 2007, Heiratswilligen den schönsten Tag ihres Lebens erleben können. Das Traumzimmer ist das höchstgelegene Trauzimmer der Pfalz (etwa 430 Meter über NN).

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Wegen der exponierten Höhenlage ist das Dorf Eulenbis idealer Ausgangspunkt für Wanderungen um den Eulenkopf.
In der Ortslage Eulenbis ist die Anfahrt zum Eulenkopfturm ausgeschildert. Parkmöglichkeiten gibt es in unmittelbarer Nähe am Ostrand des Turms. Der Aussichtsturm ist verschlossen. In der Gaststätte des Eulenkopfvereins ist der Schlüssel erhältlich.

    Literaturverzeichnis

    • Lademann, W. (2011). Beste Aussichten. o.O.
    • Lehmann, G. (2005). Aussichtstürme im Pfälzer Wald. Lambrechter Heimathefte. Heft 3. o.O.
    • Schauder, Karlheinz (2006-2010). Serie " Türme im Landkreis ". Erschienen in der "Rheinpfalz" o.O.

    Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 30“ 20′ N, 7° 37“ 51′ O

    Baustil:

    Unbekannt

    Datierung:
    1914

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    Kommentare

    1 Kommentar zu „Eulenkopfturm in Eulenbis

    1. Interessant an dem Turm ist meiner Meinung nach auch, dass man dort heiraten kann, denn es gibt dort ein offizielles Trauzimmer (mit Amtswappen) an der Außenfasade. Der Turm ist familiengeeignet und ist mit Pkw erreichbar (mit ausgeschildertem Parkplatz in unmittelbarer Nähe).
      Außerdem liegt er in unmittelbarer Nähe zum Premiumwanderweg „Teufelstour“ (https://www.wanderinstitut.de/premiumwege/rheinland-pfalz/teufelstour/). Lohnenswertes Ziel für einen kleinen Abstecher/Umweg oder gar Abkürzung (wenn einem die Teufelsschlucht zu gefährlich ist, kann man diese dadurch umgehen).

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