Potzbergturm auf dem Potzberg

Der Potzbergturm steht auf dem 562 Meter hohen Potzberg, einen Kilometer westlich der Gemeinde Föckelberg im Kreis Kusel. Er wurde im Jahr 1951 errichtet. Seit jeher ist der Gipfel des Potzbergs ein beliebtes Ausflugsziel für Natur- und Wanderfreunde aus nah und fern. Von dem 35 Meter hohen Turm hat man an klaren Tagen eine weit reichende Aussicht bis zum Hunsrück im Norden, den Vogesen im Süden und über den gesamten Pfälzerwald. Richtung Westen ist der Blick durch die Turmaufbauten etwas eingeschränkt.

Geschichte

Bereits 1730 soll an der Stelle des heutigen Potzbergturms ein meteorologischer Beobachtungsturm aus Holz gestanden haben. Während der französischen Besatzungszeit (1801-1815) stand an dieser Stelle ein kleiner Holzturm, der möglicherweise als optischer Telegraph oder Signalbau französischer Vermesser diente. Sein Nachfolger war wahrscheinlich eine weitere hölzerne Konstruktion, die zusammen mit einer Schutzhütte errichtet wurde. Nach dem Verfall des hölzernen altersschwachen Turms, der bei einem Sturm schwer beschädigt worden war, wurde 1893 ein etwa 14 Meter hoher steinerner Aussichtsturm erbaut, der sogenannte Moserturm. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gründete sich der „Glanthal-Verschönerungsverein“. Er setzte sich zum Ziel, die Schönheit des Potzberggipfels der Bevölkerung näherzubringen und zu einer Erlebnis- und Begegnungsstätte auszubauen.

Moserturm

An den Kosten für den Turmbau beteiligten sich, neben dem Glanthal-Verschönerungsverein, die Gemeinden rund um den Berg und wohlhabende Privatleute. Außerdem fand in Kusel im September 1892 im Dick’schen Saal ein Konzert statt, dessen Erlös dem Turmbau zu Gute kam. Neben dem Liederkranz Kusel traten Solisten auf, die einen hohen Kunstgenuss erwarten ließen, war seinerzeit in einer Zeitung zu lesen. Weiter hieß es: …„Bei Herr D. Kunz genügt schon der Hinweis aus seine Thätigkeit bei den diesjährigen Aufführungen des Wagner Theaters zu Bayreuth und auch die beiden anderen, kaum dem Knabenalter entwachsenen Künstler verstehen es, selbst die hochgespanntesten Erwartungen zu übertreffen“. (Zit. aus: www.potzberg.de: Der Moserturm)

Der Moserturm hatte einen achteckigen Grundriss und eine Höhe von etwa 14 Metern. Rund um den Turm war neben einfachen Holzbänken und Tischen noch eine Blockhütte vorhanden, die bei schlechtem Wetter Schutz gewährte. Benannt wurde der Aussichtsturm nach dem Forstamtassessor Moser, der sich besonders verdient gemacht hatte.

Jeden Sommer veranstaltete der Verschönerungsverein Glanthal ein Waldfest auf dem Potzberg, zu dem Scharen von Jung und Alt strömten. Auf die Bekanntheit des Berges spekulierend, wollte um das Jahr 1900 der damalige Föckelberger Lehrer Thiel aus dem Dorf einen Luftkurort machen. Nach einem Zeitungsbericht hatten sich bereits Kurgäste angesagt.

Der Moserturm hatte fast 60 Jahre Bestand auf dem Potzberg und überstand beide Weltkriege. Als die Bäume neben ihm in die Höhe wuchsen und ein 1947 aufgesetzter drei Meter hoher hölzerner Aufsatz keine Sicht mehr bot, musste der Moserturm 1951 dem heutigen Potzbergturm weichen.

Potzbergturm

An gleicher Stelle wie der Moserturm wurde im Jahr 1951 in nur 40 Arbeitstagen der heutige Potzbergturm als Aussichts- und Sendeturm erbaut.

Bauphase

Die Grundsteinlegung fand am 13. Oktober statt. Der letzte Stein konnte bereits am 02. Dezember eingefügt werden. Drei Tage nach dem Abschluss der Mauerarbeiten wurde der Richtstrauß aufgesteckt und folgender Richtspruch verkündet:

„Zwei Monate sind wir an Dir emporgestiegen bis zu Deines Scheitels schwindelnder Höh, bei klatschendem Regen, bei der Stürme Fliegen, von Berggeistern umgeben und im treibendem Schnee… Unser Hände Werk woll’n Frieden erhalten vor Naturgewalten, Aufruhr und Krieg.“

(Zit. aus: Die RHEINPFALZ (Westricher Rundschau), Oktober 2001)

Nach dem Abschluss des Rohbaus wurde das Turminnere mit Holzstufen und einigen Podesten durch den Zimmermanns-Meister Alfred Cattarius aus Bedesbach und seinen Gesellen ausgestattet. Auf der Turmspitze wurde eine 18,50 Meter hohe Rundfunkantenne angebracht, die bis 1993 die Hörfunkprogramme des damaligen Südwestfunks ausstrahlte. Inklusive Antenne war der Potzbergturm 53,50 Meter hoch. Heute steht die Sendeantenne auf dem nahegelegenen Bornberg (Schneeweiderhof).

Die Einweihung des Turms wurde am 13. Juli 1952 mit circa 3000 Gästen gefeiert. Seither haben zahlreiche Besucher den Turm besichtigt und bestiegen.

Baubeschreibung

Der Bau erfolgte durch die Firma Hanz aus Glan-Münchweiler, wie eine Tafel mit folgender Inschrift zu seiner Entstehung belegt:

„In 40 stürmischen Tagen Okt.-Dez. 1951 erbaut durch Gebr. Hanz o HG Glan-Münchweiler“

(Lehmann, 2005)

Neben dieser Inschrift wurde eine weitere Urkunde mit allen Namen der am Bau beteiligten Personen eingemauert sowie eine Hinweistafel mit dem Schriftzug: „Südwestfunk UKW-Sender Potzberg“.

Der Zugang zum insgesamt 35 Meter hohen Turm befindet sich an seiner Südostseite. Seine rechteckige Grundfläche beträgt vier mal sieben Meter. Eine breite, hölzerne Treppe führt über 10 Beton-Podeste im relativ dunklen Turminneren hoch zur Aussichtsplattform. Einige Meter unterhalb dieser ist an der Außenfassade ein L-förmiges Metallgitter mit verschiedenen Antennen angebracht. An die Holztreppe im Turminneren schließen 13 Betonstufen einer Wendeltreppe an. Eine Glastür führt auf den 32 Meter über dem Boden gelegenen Aussichtsbalkon an der Nordostseite des Turms, der etwa die Hälfte der Grundfläche einnimmt und dabei leicht über die Außenmauern des Turms hinausragt. Von dort bietet sich eine atemberaubende Aussicht auf die Weiten des Pfälzer Berglandes, hauptsächlich von Nordwesten über Nordosten nach Südosten. Zur Orientierung sind metallene Hinweistafeln angebracht. Gesichert wird die Plattform lediglich durch ein luftiges Balkongitter, weshalb der Turm nur bei Schwindelfreiheit bestiegen werden sollte. Über dem Treppenhaus zur Aussichtsplattform befindet sich an der Südwestseite ein drei Meter hoher und geschlossener Überbau. Er dient als Plattform für den Antennenträger.

Pflege und Erhaltung

Im Mai 2017 wurde der Turm bis auf Weiteres wegen möglicher Einsturzgefahr geschlossen. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten und der Wiedereröffnung des Turms wird im Frühjahr 2020 gerechnet.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Turm wurde zwischen 1964 und 1965 durch den Bau der Potzbergstraße auch für den Automobilverkehr erschlossen. Dies schuf die Voraussetzung für einen regelmäßigen Besucherstrom hinauf zum Potzbergturm.

Der Turm liegt westlich von Föckelberg und ist über die Potzbergstraße, die sowohl vom Altenglaner Ortsteil Mühlbach als auch von Neunkirchen am Potzberg aus angefahren werden kann, erreichbar. Parkplätze stehen auf dem Gipfel des Potzbergs in der Nähe des Wildparks zur Verfügung. Etwa 100 Meter Fußweg führen zum Turm.

Literaturverzeichnis

  • Lademann, W. (2011). Beste Aussichten Kaiserslautern.
  • Lehmann, G. (2005). Aussichtstürme im Pfälzer Wald. Lambrechter Heimathefte. Heft 3. Lambrecht.
  • Lang, W. (2002). Der Optische Telegraph im Pfälzerwald – Ein kollektiver Irrtum? In: Nachrichtenblatt der Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz. Koblenz: Landesvermessungsamt Rheinland-Pfalz Jg. 45, H. 3, S. 137-151. Koblenz.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:
Koordinaten:

49° 31“ 15′ N, 7° 28“ 48′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1951 - Heute

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