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Katholische Kirche St. Peter in Kirchheimbolanden

Über viele Jahrhunderte gab es in Kirchheimbolanden nur eine Kirche, die heutige Protestantische Peterskirche im Ortskern. Erst im Jahr 1738 wurde im Zuge des Schlossbaus in Kirchheimbolanden eine weitere protestantische Kirche errichtet, die St. Paul Kirche. Die katholische Kirche St. Peter entstand erst 1842, nachdem die Katholiken keine Möglichkeit mehr hatten, Gottesdienste zu feiern.

Geschichte

Grund für ein eigenes katholisches Kirchengebäude war die Reformation (1517-1648). Es teilten sich die Glaubensrichtungen in den lutherischen, reformierten und den katholischen Glauben. Die Bewohner Kirchheimbolandens nahmen 1555 überwiegend die lutherische Konfession an. Lange Zeit gab es für die wenigen Katholiken keine Möglichkeit, ihren Glauben frei auszuüben. Erst durch die französische Besetzung im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) waren katholische Gottesdienste für einige Zeit wieder erlaubt. Die protestantische Peterskirche wurde also ab 1684 simultan genutzt, das heißt Protestanten und Katholiken nutzen das Kirchengebäude gemeinsam. Zwei Jahre später wurde bereits eine katholische Pfarrei eingerichtet.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Ryswijker Frieden, der die simultane Nutzung von einst rein protestantischen Kirchen vorsah, aufgehoben. Die Peterskirche durfte erneut nicht mehr von Katholiken genutzt werden; Prozessionen sowie katholische Taufen wurden untersagt. Dennoch konnten die Katholiken ab 1705 Gottesdienste in der Liebfrauenkirche, der Friedhofskirche, abhalten. Der Chorraum dieser Kirche stand allein den katholischen Gläubigen zu – das Langhaus hingegen musste sich mit den Protestanten geteilt werden. Dass dies keine Lösung sein konnte, war schon früh klar. 1811 hatte die katholische Gemeinde bereits Geld für eine eigene Kirche gespart. Auch nachdem die Liebfrauenkirche kurze Zeit später alleinig den Katholiken überlassen wurde, war man sich einig, dass diese für die steigenden Gemeindezahlen zu klein geworden war.

Als Architekt war der Zivilbauinspektor August von Voit angeheuert worden. Dieser stand vor dem Ende seiner Kirchenbautätigkeit und wollte somit in Kirchheimbolanden seinen krönenden Abschluss erschaffen. Sein Plan zeigte ein stattliches Gebäude, welches sich mit den klassizistischen Baumerkmalen zur protestantischen, barocken Schlosskirche stark unterscheiden sollte. In seinem Kopf schwebte ihm ein Dom vor, der in Kirchheimbolanden als eine der zwölf Landkommissariatsstädte adäquat erschien. Die Planungsphase zog sich allerdings stark in die Länge. Die obere Baubehörde in München verwies auf die zu hohen Baukosten und die Dringlichkeit eines neuen Kirchenbaus. Sie legte der Pfarrgemeinde einen Bauentwurf aus Würzburg für eine Kirche vor. Dieser wurde von der Gemeinde akzeptiert und es kam schließlich im Jahre 1842 zur Grundsteinlegung der katholischen Kirche St. Peter. Vier Jahre später konnte sie eingeweiht werden.

1881 wurde der Kirchturm durch einen Blitzschlag getroffen und zerstört. Der Turm wurde in leicht veränderter Gestalt wieder aufgebaut. Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) verschonte das katholische Gotteshaus nicht. Durch einen Bombenabwurf wurden die bunten Glasfenster zerstört, welche nach dem Krieg durch einfaches Glas ersetzt wurden.

Baubeschreibung

Die Kirche ist ein beachtlicher neuromanischer Hallenbau und entstand nach einem fertigen Planentwurf der oberen Baubehörde in München. Eine weitere Kirche, die nach diesem Plan errichtet wurde, ist die Kirche St. Bonifatius in Weyhers in der Röhn. Beide Kirchen weisen verblüffende Übereinstimmungen auf. Seit der Neuerrichtung des Kirchturms von St. Peter unterscheiden sich lediglich die Kirchtürme.

Die Außenfassaden der Kirche wird durch sogenannte Lisenen (leicht hervorgehobene, vertikale Verstärkungen in der Wand), vertikal gegliedert. Die Südfassade, an der sich auch das Eingangsportal befindet, besitzt zudem unterhalb des Daches Rundbogenfriese, das heißt halbkreisförmige Verzierungen, die mit ihren Schenkeln an das Dach anschließen.

Das Kircheninnere ist geprägt durch die kassettierte Flachdecke und den Chor mit der tonnengewölbten Apsis. Um 1900 wurde die Kirche neu bemalt und ausgestattet. Aus dieser Zeit stammt unter anderem das Bildmedaillon im Chorraum, welches die Bergpredigt wiedergibt.

An der Wand zwischen Langhaus und Chor sind zwei Gemälde des berühmten Kirchenmalers Schraudolph angebracht. Diese stammen aus dem Dom zu Speyer. Seit Ende des 19. Jahrhunderts verloren sie dort an Anerkennung und wurden nach dem Zweiten Weltkrieg herausgelöst. Schraudolph bildete die Apostelbrüder heiliger Petrus (links) und heiliger Andreas (rechts) ab. Darunter befindet sich jeweils ein Altar. Rechterhand eine Statue des Heiligen Josef und linkerhand eine Madonnenstatue mit Kind.

Das Objekt „Katholische Pfarrkirche St. Peter Neumayerstraße 3“ in Kirchheimbolanden ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die katholische Kirche St. Peter liegt in der Neumayerstraße nördlich des Altstadtkerns von Kirchheimbolanden. Die Stadt ist westlich der Autobahn 63, welche Kaiserslautern mit Mainz verbindet, verortet und ist somit ideal mit dem Auto erreichbar. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Der Bahnhof liegt ebenfalls in fußläufiger Erreichbarkeit.

Literaturverzeichnis

  • Krienke, Dieter (1998). Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz – Donnersbergkreis. Band 15. Hrsg. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen vom Landesamt für Denkmalpflege. Worms.
  • Starck-Welsch, Edith; Heim, Michael; Juppe, Michael (1996). Pfarrei und Kirche St. Peter Kirchheimbolanden. Schrift zum 150. Jubiläum der Kirchweihe 1847-1996. o.O.

Quellenangaben

    Artikel-Historie

    Koordinaten:

    49° 40“ 4′ N, 8° 0“ 27′ O

    Datierung:
    1842 bis Heute

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