Lauberhof im Hüttental

Alternative Bezeichnungen: Früher "Gut Loyben" oder "Laberhof"

Der Lauberhof liegt nur wenige Zehnermeter südlich des Gutenbrunnerhofes. Die beiden Höfe werden durch die Moosalbe voneinander getrennt. Im Süden befindet sich der historische Lauberwald.
Die Geschichte des Lauberhofs reicht mehr als 800 Jahre zurück. Das älteste Gebäude des Hofes stammt aus dem 18. Jahrhundert. Am Lauberhof befand sich auch ein Woog, der zur Fischerei genutzt wurde. Dieser liegt allerdings bereits seit 200 Jahren trocken.

Geschichte des Lauberhofes

Bereits im Jahr 1174 wurde der Lauberhof erstmals urkundlich erwähnt. Dies bedeutet, dass die Geschichte des Lauberhofs um mehr als 110 Jahre weiter zurückreicht als die der Gemeinde Trippstadt, zu der der Lauberhof heute gehört. Ursprünglich gehörte der Hof dem Kloster Hornbach an und anschließend dem Grafen von Saarwenden. Jedoch wurde er im gleichen Jahr dem Zisterzienserkloster Eußerthal geschenkt. In Folge der Schenkung im Jahre 1174 war das „predum“ laut Schenkungsurkunde begrenzt von den drei Bächen „Hermannesbach, Mosalben und Burhcalben“ sowie dem Berg „Haheberc“. Heutzutage tragen die Bäche und der Berg, welche die damalige Grenze bildeten, die Namen Haselbach, Moosalbe und Schwarzbach sowie Hahnenberg.

Das Zisterzienserkloster Eußerthal legte großen Wert auf Klosterhöfe mit entsprechendem Fuhrpark, weshalb der Lauberhof ausgebaut und von Laienbrüdern bewirtschaftet wurde. Der ursprüngliche Name des Hofs gegen Ende des 12. Jahrhunderts war Gut „Loyben“. Dieser Name kommt später auch immer wieder unterschiedlich und in veränderter Form vor. In einem Flurmarkungsbuch des Gemeindearchivs Trippstadt wird er „Laberhof“ genannt, jedoch ab dem Jahr 1772 bis zum heutigen Zeitpunkt „Lauberhof“.

Bereits im Jahr 1307 wurden erstmals Bewohner des Hofes genannt. Dies war Bruder Johannes, ein Meister auf dem Lauberhof, sowie Bruder Rheinhard. Nachdem das Kloster säkularisiert wurde, ging der Hof im Jahr 1515 in den Besitz eines Försters über. Seitdem diente das Gut als Pachthof, wobei ab 1561 der kurpfälzische-pfalzgräfische Waldförster Niclas und ab 1600 der Forstknecht Motz ihn pachteten. Im Jahr 1615 wird dabei erstmals ein Hofmann unter dem Namen „Mohr“ genannt. Es folgte ein Amtsbesuch des kurpfälzischen Forstmeisters Philipp Velmann im Jahre 1600 auf dem Lauberhof. Velmann zeichnete zu dieser Zeit Beschreibungen des Waldes auf, die als „Beforchungen“ bezeichnet werden, im Hinblick auf die Begehung von Grenzfurchen. Hierbei werden die Grenzen des Waldes aufgezeichnet. Das zu späteren Zeiten gebildete Forstrevier Lauberhof wurde im Jahr 1822 dem Annex Johanniskreuz zugeordnet.

Im dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde der Hof sowie die meisten Ansiedlungen in der gesamten Region zerstört. Dies geschah im Jahr 1634 als der Hof von kaiserlichen Truppen niedergebrannt wurde. Nach Kriegsende dauerte es noch fast 80 Jahre bis der Lauberhof 1713 wieder durch Menschen besiedelt wurde. Dies waren vor allem Köhler, Holzhauer sowie Pottaschbrenner, welche in Waldhütten nur kurzweilig lebten. Jedoch wurde 1713 wieder ein Hofmann erwähnt, was darauf schließen lässt, dass der Lauberhof wieder bewohnt wurde. Zudem kamen einige Einwanderer aus der Schweiz und aus Tirol auf den Hof. Ab dem Jahr 1740 siedelten sich landwirtschaftlich tüchtige und fähige Mennoniten an. Diejenigen pachteten den Hof und die Ländereien um den Lauberhof meist für einen Zeitraum von 12 Jahren. Als Trippstadt im Jahr 1794 von französischen Truppen besetzt wurde und in das Department „Mont Tonerre“ eingegliedert wurde, erklärte man den Lauberhof zum Nationaleigentum.

Im 18. Jahrhundert trat der Lauberhof zusätzlich durch den dazugehörigen Gutenbrunnerhof in Erscheinung. Dies lag an der Familie von Hacke, die Inhaber des Lehens Wilenstein war. Das Ziel war es den Hof wirtschaftlich zu beleben, weshalb an der Quelle zum angrenzenden Gutenbrunnerhof ein Badebetrieb angesiedelt wurde. Jedoch geriet der Badebetrieb nach der Rückgliederung an Bayern in Vergessenheit. Im Jahr 1809 wurde der Lauberhof das erste Mal versteigert und ging so in privates Eigentum über. Hier schlossen sich unter anderem drei Interessenten zu einer Käufergemeinschaft zusammen. Im Verlauf der nächsten Jahrzehnte folgten weitere Besitzerwechsel, bevor im Jahr 1841 die Familie Schwaab einzog, die bis heute dort lebt. In das Tagnerhaus zog 1873 Christian Conrad, der sich eingeheiratet hatte. Anschließend übernahm es der Sohn mit seinen beiden Familien.

Später wurden der Lauber- und Gutenbrunnerhof als Annexen in die Gemeinde Trippstadt eingegliedert. Im zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde, laut Erzählungen und Übermittlungen, zwischen dem Lauberhof und Wolfsdell, neben der Straße, ein Arbeitsdienstlager eingerichtet. Dieses sollte als Unterkunft dienen, um die Straße im Moosalbtal auszubauen, was aber durch die Kriegsereignisse nicht mehr zustande kam. Für Propagandazwecke erfolgte zur Zeit des Nationalsozialismus zudem die Versorgung des Hofes mit Strom, um die kritischen Waldbauern positiv zu stimmen und für sich zu gewinnen.

Gebäude auf dem Lauberhof

Der Lauberhof veränderte sich im Laufe seiner 800-jährigen Geschichte mehrmals. Dies lag vor allem an den Kriegseinwirkungen sowie den Bestrebungen der Bewohner. Das große Hofgebäude ist in seiner Winkelform immer noch vorhanden, welches bereits auf einer Karte aus dem Jahr 1778 in dieser Form erkenntlich war. Teilweise wurden Gebäudeteile des Lauberhofs nach dem zweiten Weltkrieg, wie viele andere Bauernanwesen, modernisiert. Diese wurden mit Kunststoffplatten verkleidet. Demnach veränderte sich auch das Erscheinungsbild des Lauberhofs im Laufe der Zeit enorm, weshalb nur wenige Elemente der letzten Jahrhunderte erhalten geblieben sind. Hierzu zählen unter anderem ältere Stalltüren am Hofgebäude. Bei Haus Nummer 3 befindet sich zudem ein Kulturdenkmal, welches in die Denkmalliste Rheinland-Pfalz eingetragen ist. Dieses besteht aus einem freistehenden Backofen, der im Jahr 1886 errichtet wurde.

Lauberwald

Der tief im Pfälzerwald liegende Lauberwald misst eine Größe von 905 ha und liegt bei Johanniskreuz, wobei die Moosalbe, Meiserbach, Dahnenberg, Schwarzbach, Pferdsbach und die Staße nach Johanniskreuz (heutige Landstraße 500) die Grenzen bilden. Es handelt sich um einen historischen Wald, der im Laufe der Zeit verschiedene Eigentümer hatte und wie bereits der Lauberhof im Jahre 1174 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Lauberwald liegt südlich des Annex Lauberhof sowie am Ende des ehemaligen südlichen Lauterer Reichswaldes. Zusätzlich ist der Lauberwald von einigen historischen Waldgebieten umgeben (obere Frankenweide, Gräfensteinerwald, Hornbacher Klosterwald, Meiserwald, Wilensteinerwald). Früher war er zudem Teil des Wasgenwaldes, was damals die Bezeichnung für das gesamte pfälzische Waldgebiet war. Der Name des Waldes, der auch „Loybenwald“ genannt wurde, kommt laut dem Sprach- und Heimatforscher Ernst Christmann von dem mittelhochdeutschen Vorwort loup, das Laub bedeutet. Diese Bezeichnung „Laub“ kam wahrscheinlich daher, dass hier ein laubbaumreicher Ort in Form eines Laubwaldes bestand. Dementsprechend war der „Loybenhof“ (heutiger Lauberhof) ein Bauernhof im Lauberwald.

Die Historie der organisierten Waldwirtschaft geht bereits in spätrömische Zeit zurück. Dies bezeugen Funde auf der circa elf Kilometer südwestlich vom Lauberhof gelegenen Heidelsburg bei Waldfischbach. Diese ist eine Bergbefestigung aus konstantinischer Zeit (293-363), an welcher auch Funde der jüngeren Eisenzeit entdeckt wurden. Im hohen Mittelalter gehörte der Lauberwald zum Einzugsbereich des Klosters Hornbach und war Bannforst, in dem alleinig dem König oder Kaiser das Jagdrecht zustand. Anschließend kam der Wald im Zuge einer Schenkung an das Zisterzienserkloster Eußerthal. Dementsprechend vermachte Graf Ludwig der Jüngere von Saarwerden in Gegenwart des Kaisers Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) in Weißenburg das gesamte Waldgebiet zusammen mit dem „Gut Loyben“ an das Kloster. Die Schenkung wurde 1180 durch Graf Ludwig den Älteren bestätigt, nachdem der jüngere Bruder verstarb. Anschließend wurde der Lauberwald, der zuvor als Saarwerdener Lehen in den Händen des Ministerialen Landolf von Wilenstein gewesen war, mit dessen Einverständnis, dem Abt Ortlieb und dem Konvent von Eußerthal vermacht.

Jedoch war für das Kloster der Lauberwald mit dem dazugehörigen Lauberhof forstwirtschaftlich uninteressant, da die Waldwege dorthin kaum befahrbar waren. Zusätzlich entstanden Probleme durch Übergriffe der Herrschaften Wilenstein und Hohenecken, die abgewehrt werden mussten. In den nächsten hundert Jahren wuchs der Lauberwald um die Gebiete Hohwalt und Simsenberg. Hierdurch können auch die heutigen politischen Grenzen der Gemeinde Trippstadt, die ihren Ursprung schon weit in der Vergangenheit hatten, begründet werden. Da das Kloster Eußenthal im Jahr 1561 aufgelöst wurde, unterstellte man den etwa 900 Hektar großen Waldkomplex der geistlichen Güteradministration in Heidelberg.

Ab dem Jahr 1782 erfolgte zusätzlich eine Waldkuppenbeschreibung des Lauberwaldes. Dies geschah indem zuerst geeinte Steine markiert wurden und Gewässer die Grenzen bildeten. Schon im Jahre 1600 wurde der Wald als Eichen- und Buchenwald mit einem hohen Anteil an Birken, Aspen, Hainbuchen und Haseln beschrieben. Die Erzeugung von Brennholz für den Lauberhof war die grundsätzliche Bewirtschaftungsform des Waldes. Der Lauberwald wurde ab dem Jahr 1816 Staatswald beziehungsweise königlicher Wald des Königreichs Bayern. Anschließend erfolgte in den Jahren 1843 bis 1846 der Bau einer Straße durch den Lauberwald. Diese diente 120 Jahre lang der Forstverwaltung zur Holzabfuhr und war für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Nur die Anlieger der Annexen Lauberhof und Gutenbrunnerhof durften die Straße befahren. Erst gegen Ende der 1960er Jahre, nachdem die Straße von der Straßenbauverwaltung übernommen und asphaltiert wurde, konnte sie vom öffentlichen Verkehr befahren werden.

Lauberwoog

Zu früheren Zeiten gab es am Lauberhof einen alten Woog, der in damaligen Grenzkarten verzeichnet war. Dieser liegt jedoch seit mehr als 200 Jahren trocken. Bereits im Jahr 1293 wurde von Emich III. von Daun über diesen Woog berichtet. Damals entstanden Schäden auf den Wiesen und Anlagen unterhalb des früheren Wooges, da der Lauberwoog früher übergelaufen und sein Damm gebrochen war. Durch den Dammbruch ging die Fischerei verloren. Jedoch wurde der Damm wieder errichtet und es konnte erneut Wasser aufgestaut werden. Heutzutage besteht das Areal des ehemaligen Lauberwoogs aus Wiesengrundstücken, die sich in Privatbesitz befinden.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der Lauberhof befindet sich circa vier Kilometer südlich des Ortskernes der Gemeinde Trippstadt entfernt und befindet sich im oberen Moosalbtal. Im Norden grenzt der Gutenbrunnerhof an den Lauberhof, der am Fuße des 461 Meter hohen Großen Rothenberges liegt. Zwischen dem Lauber- und dem Gutenbrunnerhof fließt die Moosalbe. Mit dem Auto ist der Hof über die L500 zu erreichen, die durch das gesamte Karlstal bis nach Johanniskreuz verläuft.

Literaturverzeichnis

  • Dieter Faas (o.J.). Die Bewohner der Höfe und Hütten im hinteren Moosalbtal vom Mittelalter bis um das Jahr 1900. Trippstadt.
  • Walter Frenzel (1992). Angaben zur Geschichte des Lauberhofes. Kaiserslautern.
  • Walter Frenzel (o.J.). Der Amtsbesuch des kurpfälzischen Forstmeisters Philipp Velmann auf dem Lauberhof im Jahre 1600. Kaiserslautern.
  • Walter Zumbach / Dieter Faas (1993). Erzählung von Walter Zumbach zum Lauberhof im 2. Weltkrieg ; Aufgeschrieben und dokumentiert von Dieter Faas. Trippstadt.
  • Pfarrer Bilfinger in Medenheim (1904). Der Gumerzenberg im Lauberwald - Zeitschrift Pfälzisches Museum. Medenheim.
  • Hubert Zintl (o.J.). Lauberwald, Lauberhof- Geographische und historische Begriffe im Hochmittelalter und in früher Neuzeit. Trippstadt.
  • Dr. Dolch (20. Jahrhundert). Lauberwald, Lauberhof – Herkunft des Namens von Dr. Dolch. o.O.
  • Roland Boiselle (1996). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 8. Trippstadt.
  • Dieter Faas (1998). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 12. Trippstadt.
  • Dieter Faas (2005). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 38. Trippstadt.
  • Roland Boiselle (1996). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 6. Trippstadt.
  • Hubert Zintl (1995). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 5. Trippstadt.
  • Martin Dolch (2008). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 45. Trippstadt.
  • Rudolph Heinz (2001). Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt - Ausgabe 15 Trippstadt.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 20“ 8′ N, 7° 47“ 31′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1174

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