Geschichte
Vor der Reformation war Gimsbach dem Pfarrsprengel der Propsteikirche auf dem Remigiusberg angehörig, seit 1538 zählte der Ort zur evangelischen Pfarrei Theisberg. Die Protestanten der Gemeinde waren bis zum Jahr 1818 aufgeteilt: Die Lutheraner des Ortes waren zu Theisberg gepfarrt, während die Reformierten zu Neunkirchen am Potzberg gehörten. Nach der Union wurde Neunkirchen Pfarrort für alle Protestanten in Gimsbach.
1746 gehörten die Reformierten zu der neu gegründeten reformierten Pfarrei in Neunkirchen und bauten sich 1747 nach einer überregionalen Sammlung eine eigene Kirche im Ort.
Objektbeschreibung
Die Saalkirche des Ortsteils Gimsbach ist mit dem Chor nach Norden ausgerichtet. Der Putzbau steht auf einem niedrigen Sandsteinsockel und besteht aus einem zwei Fensterachsen tiefen Versammlungsraum, der übergeht in einen fünfseitig geschlossenen Altarbereich. Das Gebäude besitzt ein hohes verschiefertes Dach, das über dem Chor abgewalmt ist. Auf der Südseite stößt es gegen eine breite Giebelwand, die gekrönt ist durch einen Dachreiter mit geschweifter Haube und Spitzhelm.
Jede Ecke des Gebäudes ist durch ein Pilaster hervorgehoben, das am oberen Abschluss Triglyphen zeigt. Die Fenster sind rundbogig geschlossen und haben einfache Schluss- und Kämpfersteine.
Das Hauptportal der Kirche auf der Südseite ist hingegen aufwendiger gestaltet. Zwei Säulen mit seitlichen schneckenförmigen Ornamenten tragen einen architravierten Korbbogen. In den Schlusssteinen dieses Bogens sind Wolken und das Auge Gottes dargestellt. Darüber ist eine durch Gesimse eingerahmte Tafel zu sehen mit folgendem Text:
„Reformierte Kirche aus Kollekten erbaut im Jahr 1747“.
Die innere Ausstattung hat sich aus der Erbauungszeit erhalten. Der Saal ist mit einer flachen Holzdecke geschlossen und wird durch zwei Reihen hoher, mehrfach geschwellter Rundstützen in drei gleich breite Schiffe unterteilt. Der Altar steht in der Mitte des Chores und er ist umgeben von einer achteckigen Schrankenanlage mit flachen, durchbrochenen Holzsäulen aus geschnitztem Laubwerk. Dahinter befindet sich eine fensterlose Scheitelwand, vor der sich ein dreiteiliger Pfarrstuhl befindet, der verziert ist mit Kartuschen mit Trauben und einem Relief mit der Darstellung von Jakob und der Himmelsleiter. Über dem Pfarrstuhl erhebt sich die polygonale Kanzel, deren Seiten mit Laubwerk und Rosetten verziert sind. Über dem Schalldeckel befindet sich eine aus schneckenförmigen Ornamenten gebildete Krone. Sowohl das Gestühl im Schiff als auch an den Wänden des Chores ist an den Brüstungen und Wangen mit geschnitzten Früchten und Blumen dekoriert.
Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Gimsbach ist ein Ortsteil von Matzenbach und liegt nördlich der Kerngemeinde. Das Kirchengebäude befindet sich am nordöstlichen Bebauungsrand des Ortsteils auf einer Anhöhe umgeben von seinem ehemaligen Friedhof, dessen Umfassungsmauern noch erhalten sind. Unmittelbar angrenzend auf der nördlichen Seite der Kirche befindet sich ein Parkplatz.





