Römische Ausgrabungen und Funde bei Erfenbach

An der B270 zwischen Kaiserslautern-Erfenbach, Sambach und Otterbach wurden bei Baumaßnahmen im Jahr 2002 römische Ziegel und Keramikscherben sowie Keramikbrennöfen und Abfallgruben aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert n. Chr. entdeckt. Bereits Mitte der 1960er Jahre wurde eine römische Spardose mit Münzen im Raum Erfenbach gefunden.

Geschichte

Es gibt Nachweise, dass die Römer, zumindest vorübergehend, das heutigen Gemeindegebiet von Erfenbach und die nahe Umgebung als Siedlungsraum genutzt hatten. Einen Beleg dafür liefert der Münzfund von 1965, bei dem ein Mädchen am Kohlenberg (früher auch Kollenberg) ein Tongefäß, das in seiner Machart wohl eine Art Sparkasse/Spartopf war, mit 403 Münzen aus spätrömischer Zeit fand.  Vermutlich aus Angst vor einfallenden Alemannen hat der Besitzer der Münzen den Topf vergraben und konnte ihn, aus uns unbekannten Gründen, nicht mehr bergen. Der Fundort wurde von Dr. Kaiser vom Amt für Vor- und Frühgeschichte gesichtet und die Münzen wurden dann in das Amt nach Speyer zur wissenschaftlichen Beurteilung verbracht. Nach eingehender Prüfung wurde der Fund auf einen Zeitraum zwischen 253 und 305 n. Chr. datiert.

2002 kamen beim Bau der Umgehung Erfenbach, in der Nähe der B270 zwischen Otterbach und Sambach, römische Ziegel und Keramikscherben zum Vorschein und lieferten weitere Hinweise auf eine römische Besiedlung. Da die Straßenbaumaßnahmen nicht längerfristig eingestellt werden konnten, musste das Landesamt für Denkmalpflege in Speyer eine Notgrabung durchführen. Die Grabungen in der Baustelle verliefen unter großem zeitlichen Duck, da das vorgegebene Zeitfenster nur circa drei Wochen betrug. An der Grabungsstelle konnte eine römische Siedlung mit einer Keramikwerkstatt nachgewiesen werden. Ein rechteckiger und zwei runde Keramikbrennöfen sowie acht Abfallgruben, die mit den Scherben aus fehlerhafter Produktion verfüllt waren, konnten kartiert und Fundstücke geborgen werden. Entdeckt wurde auch ein Brunnen, mit Teilen des Brunnenkastens und ein vollständig erhaltener Holzeimer. Die Funde stammen vermutlich aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert n.Chr. und stehen höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit den weiteren Funden in diesem Gebiet.

Weitere Hinweise auf Römer in dieser Gegend sind die Funde von Ziegelbruchstücken auf Feldern zwischen Otterbach und Sambach, wobei man hier eine römische Ziegelei vermutet und der Nachweis einer ehemaligen Römerstraße, die von Osten her die Lauter an der „Dudimannsbrücke“ am heutigen Lampertshof überquerte, um sich dann nach Westen in Richtung Siegelbach fortzusetzen.

Literaturverzeichnis

  • Werner Seeling (1967). Erfenbacher Münzfund Gemeindeanzeiger Arbogast. Otterbach.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 29“ 15′ N, 7° 43“ 17′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
3. Jahrhundert n. Chr.

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