Alte Burg bei Rodalben

Alternative Bezeichnungen: Endenstein, Entenstein

Die„Alten Burg“ in Rodalben ist streng genommen keine richtige Burg. Vielmehr handelt es sich bei dem Felsmassiv aus Buntsandstein um eine vorgeschichtliche Fliehburg, welche auf natürliche Weise durch Felsen und durch eine Wallanlage geschützt war. Die Graben-Wall-Anlage besteht dabei aus drei hintereinanderliegenden Abschnittswällen und zwei Gräben, von der sich Wanderer noch heute ein Bild machen können. Die Anlage liegt direkt am Rodalber Felsenwanderweg und von dem Plateau der Alten Burg aus bietet sich ein schöner Blick über Rodalben.

Geschichte und Topographie

Die Burg Endenstein (oft auch fälschlicherweise als Entenstein in den Karten eingetragen) wird im Volksmund auch „Alte Burg“ genannt und ist unter diesem Namen auch in den topografischen Wanderkarten der Pfalz eingetragen. Das bewaldete Buntsandsteinfelsmassiv liegt am westlichen Stadtrand von Rodalben auf einem Ausläufer des Grünbühl und ragt in nördlicher Richtung in das Tal hinein. Im Westen ist das Plateau, auf dem die Burg steht, vom Hettersbachtal, im Nordosten vom Rodalbtal und im Südosten durch das „Tälchen“ von seiner Umgebung abgegrenzt. Ihren Namen verdankt die Burg dem Flurnamen „Entenstein“, der von Geologen und Historikern als „Anti-Stein“ (gegen Angreifer) oder „Enzenstein“ (gewaltiger Stein) gedeutet wird.

Die „Alte Burg“ bei Rodalben ist jedoch streng genommen keine richtige Burg, obwohl der Name „Alte Burg“ dies vermuten ließe. Besucher werden an dieser Stelle vergeblich nach einer Burg oder einer Ruine suchen, denn es liegen keine Hinweise aus früherer Zeit, wie Ziegelstücke oder Mauerreste, vor. Vielmehr handelt es sich bei der Alten Burg um eine im 17. Jahrhundert erstmals erwähnte Wallanlage. Geschichtliche Überlieferungen aus dieser Zeit fehlen jedoch. Vermutet wird, dass es sich um eine frühmittelalterliche Befestigungsanlage zur Sicherung einer Altstraße oder um eine Fliehburg handelt.

Der Geschichtsforscher Dr. Daniel Häberle geht in seinem 1910 erschienen Bericht über die Alte Burg davon aus, dass es sich wohl um eine vorgeschichtliche Fliehburg handelt, auf die sich die keltische Bevölkerung bei Überfällen mit ihrem Hab und Gut zurückziehen konnte.

Baubeschreibung

Die Graben-Wall-Anlage „Alte Burg“ liegt auf einem 334 Meter hohen Plateau am Ortsrand von Rodalben. Das trapezförmige Plateau der Kuppe ist dabei ungefähr 60 Meter breit und 120 Meter lang. Von Norden, Osten und Süden ist das Buntsandsteinfelsenmassiv fast nicht zu besteigen, denn hohe senkrecht abfallende Felsen verhindern den Zutritt auf die Höhe, sodass die Burg leicht zu verteidigen und schon von Natur aus befestigt war. Nur gegen Süden enden die Felswände beidseitig und der Bergkegel ist über einen Bergsattel mit dem Grünbühl verbunden, dort wurde früher ein wirkungsvoller Angriff befürchtet. Deshalb sind die westliche Seite und ein Teil der südlichen Seite des Felsmassivs offenbar künstlich in den Verteidigungszustand gesetzt worden, den dort sind mehrfache Erdarbeiten sichtbar, die den Zugang zum Berggipfel erschweren sollten.

Einerseits ist auf der Südwestseite der Sattel durch Abgrabungen auf beiden Seiten schmäler gemacht worden und andererseits ist der Rest des Sattels, von dem aus man zum Gipfel gelangt, durch hohe Erdwälle geschützt.

Die Wallanlage besteht dabei aus drei hintereinanderliegenden Abschnittswällen, die etwa zwei ½ bis vier Meter hoch und drei bis vier Meter breit waren, und zwei Gräben. Eine 1990 durchgeführte Untersuchung des Landesamtes für archäologische Denkmalpflege kam zu dem Ergebnis, dass der circa drei 1/2 Meter dicke Hauptwall aus einer Sandschüttung ohne erkennbare Schichten gefertigt sein muss. In den Randbereichen sind die Reste einer einfachen, einschaligen Trockenmauer zu erkennen. In der unteren Reihe besteht aus roh behauene Großquadern, die von unterschiedlich großen Steinen in den höheren Reihen ergänzt werden. Obwohl kleinere Holzkohleteilchen in der Wallschüttung gefunden wurden, konnten bislang jedoch keine Pfostenspuren nachgewiesen werden.

Der Aufbau der Wälle sah wohl wie folgt aus: Einem noch heute bis zu zwei Meter tiefen Graben folgte eine vermutlich älterer Wall aus rotem Sand. Hinter dem Erdwall wurde ein weiterer kleinerer Graben ausgehoben und hinter dem letzten Graben befand sich höchstwahrscheinlich eine Palisadenwand. Der innere Wall wurde im Westen fortgeführt, um dort die Lücken des schützenden natürlichen Nord-Ost Felsrings zu schließen. Der innere Hauptwall überragt die anderen beiden Wälle um zwölf Meter, auf Grund des ansteigenden Geländes. In diesem Bereich befindet sich außerdem eine drei Meter breite Toranlage mit einem älteren Zufahrtsweg, an der sich zwei Wallabschnitte überlappen. In den 1950er Jahren wurden außerdem Sandsteinplatten aufgedeckt, die dem Bodenbelag im Torbereich zugerechnet werden können. Im Inneren der Anlage hat man keine Hinweise auf bauliche Aktivitäten gefunden.

Wer also auf die Burg gelangen wollte, musste vom Bergsattel aus, zuerst die Wälle ersteigen. So waren also der Norden und Osten, sowie der Süden der Berghöhe gut gesichert. Im Westen der Höhe ist auf einer Länge von etwa 100 Schritt, bis an die an der nördlichen Seite aufsteigenden Felsen ein sehr breiter Einschnitt in die schiefe Ebene des Bergkegels gemacht worden, um dadurch den Verteidigern ein etwa 20 Fuß breites, ebenes und überschaubares Gelände zu schaffen.

Rodalber Felsenwanderweg

Von den mächtigen Felswänden können sich Wanderer noch heute einen Eindruck verschaffen, wenn sie dem Rodalber Felsenwanderweg folgen, der von der Pfostenmarkierung 91 und 92 fast einen Kreis um die Alte Burg macht und kurz nach dem Pfosten 92 sogar über die oben beschriebene und vorgeschichtliche Wallanlage hinunter ins Hettersbachtal führt.

Der zertifizierte Felsenwanderweg ist circa 45 Kilometer lang und führt an vielen Buntsandsteinformationen um Rodalben vorbei. Der Rundwanderweg ist mit einem „F“ markiert und kann auch in Etappen gelaufen werden. Er bietet Sitzgruppen und Hütten entlang des Weges und von der Alten Burg aus hat man einen schönen Blick auf Rodalben.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Alte Burg liegt am westlichen Ortsrand oberhalb der Stadt Rodalben im Landkreis Südwestpfalz. Sie befindet sich auf einem Plateau 334 Meter über Normalnull und kann über den Felsenwanderweg Rodalben nur zu Fuß erreicht werden. Es befindet sich eine Sitzgruppe auf dem Plateau der Burg.

Literaturverzeichnis

  • Frölich, Klaus (2003). Wenig bekannte Burgen in der Pfalz o.O.
  • Häberle, Daniel (1910). Die „Alte Burg“ bei Rodalben. Eine Fliehburg in der südwestlichen Pfalz Pfälzische Geschichtsblätter.
  • Keddigkeit, Jürgen; Thon, Alexander; Scherer, Karl; Übel, Rolf (2003). Pfälzisches Burgenlexikon Band 1 Kaiserslautern.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 14“ 32′ N, 7° 37“ 24′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
Unbekannt

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