Technische Universität Kaiserslautern

Alternative Bezeichnungen: TUKL, TUK

Die technische Universität Kaiserslautern war einst Teil der Universität Kaiserslautern-Trier. Heute bietet sie auf über 36 Hektar Campusfläche Raum für über 14.000 Studierende. Das Studienangebot beträgt hierbei über 110 Studiengänge. Für einige Fachbereiche erhielt die Universität vielzählige Auszeichnungen und erlangt im deutschlandweiten Vergleich stetig Top-10 Platzierungen.

Geschichte

Entwicklung des Wissenschaftsangebots

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz äußerte 1969 in einem Memorandum den Wunsch, neben der Universität in Mainz eine zweite Universität in Trier und Kaiserslautern zu gründen, um weitere Studienplätze für den steigenden Bedarf der studierwilligen Abiturienten zu bieten, die in den 60er und 70er Jahren einen massiven Zuwachs erhielten. Im folgenden Jahr wurde das Landesgesetz über die Errichtung der Universität Trier-Kaiserslautern verabschiedet. Der Lehrbetrieb an der Universität begann bereits im selben Jahr mit den Fachbereichen Mathematik, Physik und Technologie. Hierfür immatrikulierten sich 191 Studenten im Wintersemester 1970/71. Der erste Präsident der Universität wurde Experimentalphysiker Helmut Erhardt (1927 – 2011), der bis 1981 im Amt blieb. Im Folgejahr wurde die Universität um weitere Fachbereiche erweitert. Die Fachebereiche Biologie und Chemie sowie Maschinenwesen/Elektrotechnik und Architektur, Raum- und Umweltplanung/Erziehungswissenschaften.

1975 kam es zur Spaltung der Universität Trier-Kaiserslautern in zwei unabhängige Universitäten: die Universität Trier und die Universität Kaiserslautern. In Kaiserslautern kamen im selben Jahr die Fachbereiche Maschinenwesen, Elektrotechnik und Informatik hinzu. Wenig später, in den Jahren 1978 und 1979 kam es zu einer Umstrukturierung der 1972 gegründeten Fachbereiche. Es entstanden die unabhängigen Fachbereiche Architektur, Raum- und Umweltplanung und Bauingenieurwesen (A/RU/BI) sowie Sozialwissenschaften. Letzterer wurde 1985 umbenannt in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (SoWi). Zu dieser Zeit gab es an der Universität rund 3.500 Studierende und 700 Bedienstete. Bereits im Wintersemester 1991/92 wurde die 10.000 Marke überstiegen. In den 90ern kam es zu weiteren Umbenennungen der Fachbereiche. Maschinenwesen wurde 1995 zu Maschinenbau und Verfahrenstechnik (MV) und 1999 wurde der Fachbereich Elektrotechnik umbenannt in Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT).

In den späten 80ern und in den 90ern wurden vielzählige Institute an der Universität errichtet. Hierunter das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das 1988 gegründet wurde. Weitere Institute, die zu dieser Zeit gegründet wurden, sind unter anderem das Institut für Technologie und Arbeit (ITA, 1995), das Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF, 1998) und viele weitere.

Die Nachfolger von Helmut Erhardt waren Dieter Maaß (*1930) von 1981 bis 1986, Klaus Landfried (1941 – 2014) von 1987 bis 1997 und Günter Warnecke (*1937) von 1998 bis 2002. Unter der Präsidentschaft von Helmut J. Schmidt (*1953), der 2002 zum Leiter der Universität gewählt wurde, kam es im Jahr 2003 zum Wechsel des Namens der universitären Einrichtung. Fortan studierte man an der Technischen Universität Kaiserslautern. Helmut Schmidt wurde in den Jahren 2008 und 2013 erneut zum Präsidenten gewählt und erhielt im Jahr 2015 eine Auszeichnung als „Rektor/Präsident des Jahres“. 2020 Übernahm Arnd Poetzsch-Heffter (*1958) die Leitung.

In den 2000er Jahren folgten Gründungen weiterer Institutionen (z.B. Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, 2013) und Mitgliedschaften, sowie Kooperationen in interregionalen Projekten. Im Wintersemester 2010/2011 studierten 12.510 Studenten insgesamt 107 verschiedene Studiengänge in Kaiserslautern.

 

Bauliche Entwicklung

Die Standortwahl der Universität in Kaiserslautern fiel auf ein Gelände unmittelbar südlich der alten Pädagogischen Hochschule. Der Lehrbetrieb startete 1970 in den Räumen der ehemaligen Pädagogischen Hochschule, dem heutigen Bau eins. Diese wurden bereits im ersten Vorlesungsjahr von 6.200 Quadratmeter auf 7.100 Quadratmeter erweitert.

1971/72 wurde der Rahmenentwurf für ein Aufbau- und Verfügungszentrum (AVZ) mit einer Fläche von 22.800 Quadratmetern konzipiert. Die Bauarbeiten für die Gebäude elf und 14 sowie die zugehörigen Gebäude 21 und 24 begannen im Frühjahr 1971. Der Bau wurde in Rekordzeit abgeschlossen, sodass die Hälfte der Gebäude gegen Ende des Jahres bezogen werden konnten, während die restlichen Bauten im Sommer 1972 Verwendung fanden.

Die zweite Bauphase fand in der zweiten Hälfte der 70er Jahre statt. Speziell für einzelne Fachbereiche entwickelte Gebäude entstanden in diesen Jahren. Zunächst entstand das Mathematik-, Physik- und Maschinenbau-Gebäude (Gebäude 44-46) mit rund 20.400 Quadratmetern. Hierbei enthalten ist Gebäude 45, das als zentraler Hörsaaltrakt mit Foyer dient und einige Werkstätten enthält. Die Gebäude wurden im August 1977 fertiggestellt, nachdem im Februar das Gebäude 48 bezogen wurde. Auch in dieser Periode entstand die Energiezentrale zur Versorgung der Gebäude. Das Mensagebäude mit 5.270 Quadratmetern und einer großen Industrieküche wurde im Oktober 1979 eingeweiht.

Die 80er Jahre der Universität waren geprägt von baulicher Entwicklung. Es entstanden Neubauten für Fachbereiche wie das Chemie-Gebäude 52 am östlichen Rand des Campus. Die Universitätsbibliothek, das Rechenzentrum und der Fachbereich Informatik fanden ebenfalls ein Zuhause in den Gebäuden 32 bis 36. Außerdem kam es zu Umbauten bereits bestehender Gebäude, was sich die Universität insgesamt elf Millionen DM kosten ließ. Es wurde großen Wert auf Verbesserung der optischen Erscheinung des Campus gelegt. So entstand zum Beispiel im Sommer 1980 der Fußgängerbereich zwischen den Gebäuden 44,46 und 48 und auf dem Campus wurden mehrere Kunstobjekte eingeweiht wie zum Beispiel 1985 die Brunnenanlage vor der Mensa. Auch der sportlichen Aktivität wurde in diesen Jahren ein Platz geboten. Im Februar 1983 wurde die Universitätssportanlage, für die ein Budget von 5,3 Millionen DM zur Verfügung stand, eingeweiht. Am Ende dieses Jahrzehnts erstreckte sich der Campus auf über 40 Hektar mit mehr als 40 Gebäuden und Baukosten von circa 400 Millionen DM.

In den 90er Jahren gab es weitere bauliche Veränderungen. Vor dem Universitätsgelände entlang der Trippstadter Straße entstanden einige Forschungsinstitute wie zum Beispiel das Institut für Experimentelles Software Engineering, das 1999 um ersten Fraunhofer-Institut in Rheinland-Pfalz wurde. Auf dem Campus wurde mit der Fertigstellung des Gebäudes 42 1993 ein städtebaulicher Akzent gesetzt. Das Gebäude enthält unter anderem drei moderne Hörsäle, darunter der größte Hörsaal der Universität, der Audimax mit 550 Sitzplätzen. Die Kosten beriefen sich auf rund 40 Millionen DM. 1997 entstand der runde Verwaltungsbau, in welchem sich alle Verwaltungsprozesse über zwölf Etagen verteilen. Das Gebäude wird volksmündig „Dose“ genannt und ist das Gebäude mit der Nummer 47. Im Januar 2014 wurde das Logo der Universität auf dem installiert.

Während die bisherigen Jahrzehnte von baulichen Maßnahmen geprägt waren, wurde der Fokus im neuen Jahrtausend auf andere Aspekte gelegt. Die Schärfung des Forschungsprofils und das Studienangebot standen weiter oben in der Prioritätenliste.

Im zuletzt abgeschlossenen Jahrzehnt fanden wiederum einige bauliche Maßnahmen auf dem Campus statt. An vielen Gebäuden nagte mittlerweile der Zahn der Zeit, weswegen zahlreiche Renovierungsmaßnahmen stattfanden. Außerdem entstanden für insgesamt 90 Millionen Euro zwei neue Forschungseinrichtungen. Im Dezember 2020 wurde ein Parkhaus auf dem Campus errichtet, dessen Baukosten bei rund 4 Millionen Euro lagen.

 

Objektbeschreibung

Die Technische Universität Kaiserslautern bietet heute ein breites Studienangebot in zwölf Fachbereichen. Ihr Campus wurde seit Gründung der Einrichtung stetig weiterentwickelt. Heute glänzt das Gelände der Universität mit einigen herausstechenden städtebaulichen Akzenten. Das 12-stöckige Verwaltungsgebäude besitzt eine Nutzfläche von 4.728 Quadratmetern und stellt durch seine runde Form eine Besonderheit dar. Das Logosymbol der Universität auf dem Dach ist acht Meter hoch, sieben Meter breit und bringt sechs Tonnen auf die Waage.

Die historischen Gebäude eins bis drei finden auch heute noch Verwendung als Fachbereichsgebäude für Architektur und Raumplanung. Die ursprünglichen Hörsäle sind heute noch vorhanden, wurden aber in den Jahren nach der Gründung mehrfach erneuert. Hier wurde im Jahr 2021 mit den Baumaßnahmen eines neuen Anbaus begonnen.

Das Gebäude 42 bietet 5.100 Quadratmeter Fläche und ist Träger einer Regenwassernutzungsanlage, die alle Toiletten im Gebäude versorgt, wodurch der Frischwasserverbrauch erheblich reduziert werden konnte. Der Bau sorgt durch sein Glasdach und einigen Glasfassaden für eine helle Atmosphäre im Inneren.

Der Campus ist außerdem ein geeigneter Ort für Erholung dank größerer Grünflächen, künstlerischen Objekten, Wasserflächen und einer vielseitigen Sportanlage.

 

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Universität liegt am südlichen Rand der Stadt Kaiserslautern und ist über die Trippstadter Straße gut zu erreichen. Auf dem Campus ist eine Vielzahl an Parkmöglichkeiten vorhanden. Der Campus erstreckt sich über ein großes Areal, die Überquerung der gesamten Fläche zu Fuß von Ost nach West kann 15-20 Minuten dauern.

Literaturverzeichnis

keine Literaturangaben

Quellenangaben

Artikel-Historie

Lage:
Koordinaten:

49° 25“ 25′ N, 7° 45“ 23′ O

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
1970

Kategorie:

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