Katholische Pfarrkirche St. Norbert in Enkenbach

Alternative Bezeichnungen: ehemalige Klosterkirche St. Maria, Prämonstratenserinnenkloster Enkenbach

Ludwig von Arnstein und Ritter Hunefried von Alsenborn gründeten im Jahr 1148 das Prämonstratenserinnenkloster in Enkenbach. Die Klosterkirche wurde erst wesentlich später errichtet. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Konvents hat sich die Bauzeit über circa 50 Jahre hingezogen.

Geschichte

Ludwig von Arnstein und Ritter Hunefried von Alsenborn gründeten im Jahr 1148 das Kloster in Enkenbach. Es war eine Abstammung des Klosters Arnstein, welches oberhalb der Lahn in der Nähe von Nassau lag und dem Prämonstratenserorden angehörte. Das Kloster in Enkenbach wurde von Nonnen aus dem Kloster Marienthal am Donnersberg bezogen.

Die Klosterkirche wurde erst wesentlich später gebaut. Nach schätzungsweise 50 Jahren Bauzeit konnte diese erst 1272 fertiggestellt werden. Der genaue Baubeginn ist allerdings nicht bekannt. Der Grund für die lange Bauphase waren die finanziellen Schwierigkeiten des Konvents (Niederlassung einer Ordensgemeinschaft). Nur mithilfe von Spenden konnte die Kirche vollendet werden. Ohnehin ging das Kloster mit hohen Schulden aus dem Kirchenbau heraus und es war auf Schenkungen und Stiftungen angewiesen.

Namensgeber der Kirche war der heilige Norbert, der im 12. Jahrhundert als Wanderprediger durch Deutschland, Frankreich und Belgien zog. Er war der Gründungsvater des Konvents von Prémontré in Frankreich, von dem sich das Wort „Prämonstratenser“ ableitet. Das Besondere an diesem Orden ist, dass es sich nicht um Mönche, sondern um Priester mit Ordensgelübde handelt.

Im Rahmen der Reformation wurde das Kloster 1554 durch den Kurfürsten Friedrich III. aufgehoben und an die geistliche Verwaltung in Heidelberg gegeben. Die Klosterkirche wurde hierdurch profaniert, also für andere landwirtschaftliche Aufgaben zweckentfremdet. Dies führte zu einem Verfall der ehemaligen Klosterkirche. Während sie den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) noch relativ gut überstand, wurde sie im Jahre 1689 im Laufe des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688-1697) zu großen Teilen zerstört. Erst 1708 konnte wieder ein Gottesdienst in der ehemaligen Klosterkirche gefeiert werden.

In den 1870er, 1900er und 1970er Jahren fanden umfangreiche Renovierungen an der Kirche statt. Nach Abschluss der letzten Restauration wurde die Kirche zu Ehren des heiligen Norberts geweiht. Erst seitdem trägt die Kirche den Namen „St. Norbert“. Ein Jahr nach Vollendung der Restauration in den 1970er Jahren feierte man 1972 in Enkenbach das 700-jährige Jubiläum der Kirche aus dem Mittelalter. Seit 1973 finden in der katholischen Kirche neben Gottesdiensten auch Konzerte statt. Das Objekt „Katholische Pfarrkirche St. Norbert Klosterstraße 10“ in Enkenbach ist ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Baubeschreibung

Die Enkenbacher Kirche ist ein romanisches Bauwerk mit gotischen Stilelementen und damit eines der interessantesten pfälzischen Baudenkmäler. Sie ist eine kreuzförmige Gewölbebasilika mit einem rechteckigen und geschlossenen Chor, einem Querhaus, einem Langhaus und einer Vorhalle. Der Kirchturm erstreckt sich über der Vorhalle. Da die Kirche einer Nonnenabtei angehörte, fehlen in dieser Kirche die für die Mönchskirchen typischen Chorseitenkapellen.

Die Architektur der Kirche lässt vermuten, dass es wahrscheinlich mindestens drei, wenn nicht sogar mehr Bauabschnitte gab, die die unterschiedlichen stilistischen Details erklären würden. Bei einem ersten Bauabschnitt wurden der Chor und das Querhaus errichtet. In der zweiten Bauphase, die vermutlich 1230 begonnen wurde, wurde das Langhaus errichtet.

Der platte Chorschluss mit den zwei Langfenstern und dem Rundfenster sind typisch für die romanische Bauepoche. Des Weiteren zählt das Westportal zu den eindrucksvollsten romanischen Portalen Deutschlands. Gotische Elemente sind beispielsweise die Säulen des Langhauses, an welchen sich für die Frühgotik typische Knospenkapitelle befinden. Ebenfalls das Weihwasserbecken auf dem Säulenkapitell stammt aus der Epoche der Gotik. Während des Barocks entstanden die zwei hölzernen Figuren der Maria und des Johannes.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die ehemalige Klosterkirche liegt im Südwesten der Gemeinde Enkenbach-Alsenborn im Ortsteil Enkenbach. Über die A6 oder mit der Regionalbahn ist die Gemeinde ideal erreichbar. Parkmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Umgebung.

Literaturverzeichnis

  • Jöckle, Clemens. (1981). Enkenbach St. Norbert. Kleine Kunstführer durch Kirche, Schlösser und Sammlungen im mitteleuropäischen Kulturraum. Hrsg. Von Hugo Schnell und Paul Mai. Schnell & Steiner. München und Zürich.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 29“ 10′ N, 7° 53“ 57′ O

Datierung:
1148

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