Ehemaliger Park der Villa Meuth in Kaiserslautern

Alternative Bezeichnungen: Gartenschau Kaiserslautern

Franz Flamin Meuth trug maßgeblich zur Industrialisierung seiner Heimatstadt Kaiserslautern bei, so gehörte er zum Beispiel zu den Mitbegründern der Kammgarnspinnerei. Seine Sommervilla mit dazugehöriger Parkanalge lag am Fuß des Kaiserbergs, auf dem heutigen Gartenschaugelände. Von seinem Villengarten ist heute jedoch nicht mehr viel erhalten. Erhalten geblieben ist jedoch der Meuthsche Turm, den man auf dem Weg zum Kaiserberg besichtigen kann.

Franz Flamin Meuth

Franz Flamin Meuth wurde am 08. November 1800 in Kaiserslautern geboren und war Jurist und Industrieller. Er trug maßgeblich zur Industrialisierung seiner Heimatstadt bei, so gehörte er zu den Initiatoren und Mitbegründern der Kammgarnspinnerei, die im Jahr 1857 ihren Betrieb aufnahm.

Zunächst studierte er aber ab dem Jahr 1820 Rechtswissenschaften in Heidelberg und wurde dann im Jahr 1825 Substitut in Frankenthal und 1827 Friedensrichter in Waldmohr. Fünf Jahre später kehrte er in gleicher Funktion in seine Heimatstadt Kaiserslautern zurück, wo er im Jahr 1834 zum Bezirksrichter aufrückte. Im Jahr 1842 wurde er Inspektor des pfälzischen Zentralgefängnisses in Kaiserslautern, in dem er sich durch einen modernen Strafvollzug bald einen Namen machte. Er ließ die Gefangenen selbst ihren Unterhalt verdienen und förderte sie durch sinnvolle Beschäftigung. Im Jahr 1868 trat er als Regierungsrat in den Ruhestand. Bedeutung erlangte er aber vor allem durch seine Tätigkeit bei der Industrialisierung seiner Heimatstadt Kaiserslautern. So gehörte Meuth zu den Initiatoren und Mitgründern der Kammgarnspinnerei (1857), des Gaswerks, der Ultramarinfabrik und der Eisenwerke Kaiserslautern (1864). Außerdem war er Mitglied im Aufsichtsrat bei der Pfalzbahn-Gesellschaft und der Baumwollspinnerei Lampertsmühle. Weiterhin richtete er in den Jahren 1863 und 1872 die Industrieausstellungen in Kaiserslautern aus und war einer der Gründer des Pfälzischen Gewerbemuseums. Am 13. August 1860 wurde ihm von König Maximilian II. von Bayern das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienst-Ordens verliehen. Am 07. Juni 1884 starb Franz Flamin Meuth. Im Jahr 1892 wurde in Kaiserslautern die Meuthstraße nach ihm benannt.

Park der Villa Meuth

Der Kaiserslauterer Jurist und Unternehmensgründer Franz Flamin Meuth hatte seine Sommervilla mit dazugehörigem Park am Fuß des Kaiserbergs, auf dem heutigen Gartenschaugelände. Von seinem Villengarten ist heute jedoch nicht mehr viel erhalten. Zu sehen ist jedoch noch der Meuthsche Turm, den man auf dem Weg zum Kaiserberg auf dem Gartenschaugelände besichtigen kann. Der Turm ist der Überrest eines ehemaligen zweigeschossigen Gartenpavillons. Er wurde wahrscheinlich zwischen 1875 und 1887 erbaut und ist ein gotisierender Sandsteinbau auf achteckigem Grundriss. Der Turm ist ein eingetragenes Kulturdenkmal in dem nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreisfreie Stadt Kaiserslautern. Meuth soll damals, so wird es erzählt, vom Obergeschoss des Turms aus dem Sternenhimmel beobachtet haben.

Die Freunde der Gartenschau Kaiserslautern haben jedoch an der Stelle des ehemaligen Villengarten einen Themengarten in Form eines historischen Lehrpfades realisiert. Für die Umsetzung dieses Projektes wurden neue Wege angelegt, eine Treppe saniert und die ehemalige Terrasse der Villa freigelegt. Auf drei neu aufgestellten Informationstafeln wird über das Leben Franz Flamin Meuth informiert und Bänke laden dazu ein, wie Meuth einst, einen Blick über die Kammgarn, den Kotten und über die Stadt zu werfen. Weiterhin wurde das Rondell westlich des Meuth Turms neugestaltet und Mauern und Treppen der ehemaligen Gartenanlage im östlichen Abschnitt des Geländes freigelegt und sichtbar gemacht.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Der ehemalige Park der Villa Meuth befindet sich heute auf dem Gartenschaugelände, unterhalb des Kaiserbergs. Der Meuthsche Turm ist auf dem Gelände noch heute zu besichtigen.

Die Gartenschau Kaiserslautern liegt nordwestlich der Kaiserslauterer Innenstadt. Sie ist ab der Autobahnausfahrt der A6 ausgeschildert. Rund um das Gartenschaugelände liegen mehrere Parkplätze und Eingänge. Der Haupteingang ist von der Lauterstraße zugänglich.

Literaturverzeichnis

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe (2020). Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Kaiserslautern o.O.

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 26“ 53′ N, 7° 45“ 22′ O

Epoche:

Unbekannt

Baustil:

Unbekannt

Datierung:
circa zwischen 1875 und 1887

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