Protestantische Kirche in Niedermoschel

Die heutige protestantische Kirche in Niedermoschel wurde 1747 im spätbarocken Stil errichtet. Sie ist der Nachfolgebau einer mittelalterlichen Kirche aus dem Jahr 1353. Im Innern der Kirche befindet sich die Gedenkplatte des Ritters Johann IV. von Lewenstein, auch Hans von Lewenstein genannt.

Geschichte

Im Jahr 1353 wurde erstmals eine Kirche in Niedermoschel urkundlich erwähnt. Diese diente zum damaligen Zeitpunkt als Grablege für die Herren von Lewenstein, die auf der Burg Löwenstein ihren Stammsitz hatten. Noch heute befinden sich nicht nur in Niedermoschel, sondern auch in Hennweiler, Armsheim, Imsweiler, Oberingelheim und in der Klosteruine von Wörschweiler Grabmäler der Familie Lewenstein. In der Kirche in Niedermoschel liegt das Grabmal von Johann IV. von Lewenstein (1391-1468).

Die Kirche in Niedermoschel gehörte bis zur Reformation zum Mainzer St. Johannisstift. Im Jahr 1533 wurde sie reformiert und wurde eine eigene reformierte Pfarrei, zu der die Ortschaft Alsenz als Filiale zählte. Heute gehört Niedermoschel zur Kirchengemeinde Alsenz im neuen Dekanat Donnersberg.

Der Bauernkrieg 1525 und der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) trafen auch Niedermoschel. Viele Menschen starben in den kriegerischen Auseinandersetzungen. 1667 zählte man nur noch 16 Familien im Ort. Ein Jahr später starben auch die Herren von Lewenstein aus. Durch wirtschaftlichen Aufschwung im Bergbau konnte der Ort nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder prosperieren und an Einwohnern gewinnen.

Anstelle der einstigen gotischen Kirche des Ortes baute man im Jahr 1747 ein schlichtes barockes Gotteshaus auf. Dies ersetzte den vorherigen Bau. Die Kirchenschaffnei Meisenheim baute an der neuen Kirche den Chor, die Gemeinde baute den Turm und der Herzog, die Mainzer Dompropstei und der Ritter Boos von Waldeck waren für das Kirchenschiff verantwortlich.

Baubeschreibung

Die protestantische Kirche in Niedermoschel wurde im Jahr 1747 im Stil des Spätbarocks erbaut. Sie ist eine relativ schlichte Saalkirche. An der nördlichen Seite der Kirche befindet sich der mittelalterliche wehrhafte und kurzgedrungene Turm, der 23,5 Meter hoch ist. Er ist dreigeschossig und zeigt im Inneren gotische Stilmerkmale.

In der Kirche steht eine Orgel aus dem Jahr 1891. Sie wurde von den Gebrüdern Stumm angefertigt und gilt als deren letztes Werk. Die Gebrüder Stumm waren deutschlandweit für ihren Orgelbau bekannt.

Im Jahr 1989 wurde das Kirchengebäude umfassend renoviert.

Der Friedhof an der Kirche wird bereits seit 1903 nicht mehr genutzt.

Gedenkplatte des Ritters Johann IV. von Lewenstein

Im Kirchengebäude liegt noch heute die gut erhaltene Gedenkplatte des Ritters Johann IV. von Lewenstein, auch Hans von Lewenstein (1391-1468) genannt.

Das Epitaph zeigt Ritter Johann IV. von Lewenstein in voller Rüstung und Panzerkragen in lebensgroßem Abbild auf einem liegenden Hund. Der Ritter trägt einen Plattenpanzer, welcher den Körper schützen sollte. Unter dem kurzen faltigen Waffenrock trägt er ein Kettenhemd. Arm- und Beinschienen vervollständigen die Rüstung. Die stark verwitterten Hände wurden von Handschuhen verhüllt. In Kopfhöhe, zur Linken und Rechten, befinden sich zwei Wappenschilde. Sie zeigen beide einen aufsteigenden Löwen.

Die aus Sandstein gehauene Gedenkplatte stand lang an der Außenmauer der Kirche und verwitterte. Die umlaufende Inschrift ist fast komplett verloren gegangen. 1964 erfolgte der Umzug in den Innenraum.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit

Die Kirche liegt in der Ortsgemeinde Niedermoschel im Donnersbergkreis. Die Ortsgemeinde gehört der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel an. Die Kirche liegt an der Hauptstraße im Ortskern.

(Arno Mohr und Raphaela Maertens, ZukunftsRegion Westpfalz e.V., 2019)

Literaturverzeichnis

  • Werner Hublitz (1987). Die Kirche Niedermoschel .
  • Karin Stein (1986). Niedermoschel Alsenz-Obermoschel .
  • Rainer Schlundt (o.J.). Dorfchronik Niedermoschel .
  • • Keddigkeit, Jürgen (Hrsg.) (2005). Pfälzisches Burgenlexikon. Band 3: I-N. Kaiserslautern .
  • • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.) (1998). Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 15: Donnersbergkreis. Bearb. v. Dieter Krienke. Worms .

Quellenangaben

Artikel-Historie

Koordinaten:

49° 43“ 55′ N, 7° 47“ 42′ O

Datierung:
1747

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